So unterstützt die PH Zürich die Einführung des Lehrplans 21

Gastbloggerin Bernadette Bisculm, Leiterin Geschäftsstelle Weiterbildung und Beratung, PH Zürich:

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Luzia Annen (Foto: Dieter Seeger)

Die Einführung des Lehrplans 21 fordert Schulleitungen und Lehrpersonen heraus.
Die PH Zürich bietet dafür Weiterbildungen und Beratungen an. Luzia Annen, Bereichsleiterin an der PH Zürich, koordiniert diese Angebote. Sie weiss, dass nicht alle Schulen die gleichen Bedürfnisse haben.

 

Luzia Annen, wie unterstützt die PH Zürich die Schulen bei der Einführung des Lehrplans 21?

Zum einen bietet die PH Zürich im Auftrag des Volksschulamtes (VSA) im Frühling und Sommer 2017 für alle Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons verbindliche Weiterbildungen von 1 ½ Tagen an. Teile davon gestalten die PH Zürich und das VSA gemeinsam, um die unterschiedlichen Rollen deutlich zu machen und Fragen direkt von zuständigen Fachleuten beantworten zu lassen. Zum anderen gibt es für Lehrpersonen bereits jetzt Weiterbildungen zum kompetenzorientierten Unterricht und zum Lehrplan 21. Diese erweitern wir laufend.

Haben Sie bei der Planung dieser Angebote die Schulen einbezogen?

Wir arbeiten im Rahmen der kantonalen Projektorganisation in Gruppen mit, in denen auch Verbände und Lehrpersonen vertreten sind. Zusätzlich haben wir an der PH ein Sounding Board eingerichtet, das aus Lehrpersonen, Schulleitungen und Mitgliedern von Schulbehörden besteht. Selbstverständlich fliessen ebenso Rückmeldungen des Schulfeldes aus unseren Weiterbildungen, der Schulleiterausbildung oder aus schulinternen Angeboten in unsere Planung ein.

Worauf legt die PH Zürich bei der Weiterbildung der Schulleitungen besonderen Wert?

Uns ist wichtig, dass sie jene Unterstützung erhalten, die ihre Schule tatsächlich benötigt. Ziel ist es, dass die Verantwortlichen nach ihrer Weiterbildung wissen, wie sie mit ihrer Schule einsteigen können und was sie noch brauchen. Wir unterstützen sie anschliessend dabei in ihrer lokalen Umsetzung, sei es fachdidaktisch oder bei der Prozessbegleitung für ihr Team. Diese pragmatische Unterstützung der Schulleitungen und der Steuer- oder Projektgruppen in den Schulen sind wesentliche Teile unseres Angebots.

Was gibt es jetzt für die Schulen zu tun?

Die Schulen befinden sich in verschiedenen Schulentwicklungsvorhaben und haben sich eigene Entwicklungsschwerpunkte gesetzt. Da laufen viele unterschiedliche Projekte. Jetzt gilt es, die Einführung des Lehrplans 21 und die Weiterentwicklung des kompetenzorientierten Unterrichts in diese Arbeit gut einzubinden. Es ist wichtig, sich erreichbare Ziele zu setzen, Teilschritte und Massnahmen festzulegen und ein realisierbares Paket zu schnüren.

Und wenn eine Schule Unterstützung braucht?

Dann nutzt sie das Angebot der PH Zürich… (lacht).

Was sollen die Lehrpersonen in Zukunft anders als bisher anpacken?

Der kompetenzorientierte Unterricht ist meines Erachtens auch eine Frage der Haltung: Wie begleite ich Kinder und Jugendliche in ihrem Lernprozess auf dem Weg zum Erwachsenwerden? Es reicht nicht – oder nicht mehr –, nur Wissen zu vermitteln, man muss die Lernenden immer wieder mit spannenden und anregenden Aufgaben herausfordern, sich einer Situation zu stellen. Viele Lehrpersonen unterrichten bereits heute so – bei anderen erfordert es ein Umdenken. Neue Lehrmittel und der Lehrplan unterstützen sie dabei.

Welche drei Empfehlungen geben Sie den Schulleitenden?

Ich empfehle den Schulen erstens, genau zu analysieren, wo sie stehen. Wie ist das Team unterwegs, welche Entwicklungen sind am Laufen, wie sieht der Kontext aus? Zweitens rate ich, sich von «Vorgaben» nicht entmutigen zu lassen, sondern gute Teilschritte zu planen und anzugehen. Und drittens empfehle ich, pragmatisch zu sein. Der Lehrplan 21 soll nicht vor oder über laufende Entwicklungen gesetzt werden, sondern mit diesen zusammen zu einem guten Paket geschnürt werden, das für Lehrpersonen auch immer wieder Spannendes und Erfreuliches bei ihrer Arbeit bereithält.

Dieser Beitrag erschien zuerst – vor wenigen Tagen – in der Broschüre «Fokus 2016/17» – Schwerpunkte der Weiterbildung und Beratung.

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