Kompetenzorientierte Aufgaben aus Sicht von Schülerinnen und Schülern

Gastbloggerin Adina Baiatu, Dozentin PH Zürich:

Wie erkennt man Aufgaben, die sich für den kompetenzorientierten Unterricht eignen?

Im Lehrplan 21 finden sich dazu unter anderem folgende Aussagen:

Gute kompetenzorientierte Aufgaben sind fachbedeutsame, gehaltvolle Aufgaben (…).
Sie beinhalten herausfordernde aber nicht überfordernde Problemstellungen, welche zum Denken aktivieren und zum Handeln anregen. Sie (…) begünstigen individuelle Lern- und Bearbeitungswege auf unterschiedlichen Leistungsniveaus (…). Sie wecken Neugier und Motivation, z.B. durch Alltagsnähe, Anschaulichkeit, Spielcharakter (…). (Lehrplan 21, November 2014)

Doch was empfinden eigentlich Schülerinnen und Schüler als eine gute Aufgabe? Welche Aufgaben lösen sie gerne? Welche Aufgaben sind für sie besonders interessant und lehrreich?
Diese Fragen habe ich kürzlich drei Primarschulklassen gestellt. Bei der Bündelung ihrer Antworten stellte ich fest, dass sich in vielen ihrer Antworten die im Lehrplan 21 beschriebenen Merkmale kompetenzorientierter Aufgabenstellungen widerspiegeln:

Herausfordernde Problemstellungen«Ich mag eher komplizierte Aufgaben, bei denen man manchmal einen Umweg gehen muss und nicht gleich auf die Lösung kommt.»
Schüler, 5. Klasse

«Ich löse gerne Rätsel und Logicals, weil man da auch ein bisschen nachdenken muss.»
Schülerin, 3. Klasse

«Wenn man ein bisschen studieren muss, kann man etwas aus der Aufgabe lernen.»
Schülerin, 6.Klasse
Aktivierung zum Denken
«Ich finde es besser, wenn wir bei einer Aufgabe Dinge selber herausfinden dürfen und uns die Lehrerin nicht alles erklärt.»
Schüler, 3. Klasse
Alltagsnähe und Lebensweltbezug«Bei den Fremdsprachen lerne ich viel. Ich kann sie dann in einem fremden Land brauchen.»
Schüler, 5. Klasse

«Ich mag Aufgaben im Englisch. Weil in der Türkei im Hotel reden sie auch Englisch. Dann kann ich mit ihnen reden.»
Schülerin, 3. Klasse
Begünstigung individueller Lern- und Bearbeitungswege«Ich mag Aufgaben mit Zahlenmauern, die ich mit eigenen Zahlen ausfüllen kann.»
Schüler, 5. Klasse

«Im Projektunterricht lernen wir ganz viel, weil wir nicht alle am gleichen Thema arbeiten.»
Schüler, 3. Klasse
Anregung zum Handeln«Ich mache auch sehr gerne eigene Plakate. Man lernt viel daraus.»
Schülerin, 3. Klasse

«In der Geometrie habe ich einmal mit Würfeln gebaut. Dabei habe ich viel gelernt.»
Schüler, 3. Klasse

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