Senf für Chefs: Weiterbildung der Schulleitungen

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Gastblogger Niels Anderegg, Dozent PH Zürich:

Das Volksschulamt hat der PH Zürich den Auftrag gegeben, im nächsten Jahr eine 1.5-tägige Weiterbildungsveranstaltung für Schulleitungen in Bezug auf den Lehrplan 21 anzubieten. Wir freuen uns darauf. Gleichzeitig haben wir Respekt vor dieser Aufgabe. Welche Inhalte sind für die Schulleitenden (eben nicht für die Lehrerinnen und Lehrer) essenziell? Geht es um inhaltliche Fragen des Lehrplans? Oder um die Frage der Führung und Entwicklung? Ein Lehrplan ist einerseits ein Zeitdokument, in welchem die Gesellschaft eine Aussage darüber macht, wie sie die ‹gute Schule› dieses Zeitabschnittes definiert. Andererseits ist der Lehrplan ein Steuerungsinstrument des Kantons. Die Schulleitenden sind hier in einer ‹Sandwichposition› und müssen Vorgaben des Kantons an der eigenen Schule umsetzen lassen. Dabei ist das ‹lassen› entscheidend, da die Lehrerinnen und Lehrer letztlich den Lehrplan umsetzen. In einer ähnlichen Position befinden auch wir uns als Hochschule. Der Kanton beschliesst den Lehrplan und die Rahmenbedingungen zur Einführung und gibt uns den Auftrag, diese den Schulleitungen näher zu bringen.

Eine weitere Frage, welche uns beschäftigt, ist die hohe Diversität unter den Schulleitenden. Das ‹Wissen, Können und Wollen› unter ihnen ist sehr unterschiedlich. Wir haben den Anspruch, dass möglichst alle Teilnehmenden viel profitieren und mit einem ‹guten Rucksack› in die Umsetzung des neuen Lehrplans einsteigen können. Stephan Ball und zwei Kolleginnen (2012) schreiben, dass bei einer Einführung eines Lehrplans die Schulleitenden und Lehrpersonen zugleich Objekte als auch Subjekte sind: Objekte des Kantons im Sinne von ‹ihr müsst diesen umsetzen› als auch Subjekte die an der eigenen Schule auf ihre individuelle Art und Weise den Lehrplan umsetzen¹. Dasselbe gilt auch für die Weiterbildung. Die PH Zürich konzipiert eine Weiterbildung für die Schulleitenden. Die Schulleitenden selbst tragen dann aber während der Weiterbildungstage die Verantwortung für ihr Lernen selber.

Auch wenn noch Fragen offen sind und noch einiges zu tun ist: Wir freuen uns sehr auf diese Veranstaltungen und die vielen Begegnungsmöglichkeiten mit den Schulleitenden in unserem Haus. Und zum Glück ist eine solche Weiterbildung eine Herausforderung: Sie zeigt, dass viele Schulleitungen auf einem hohen Niveau agieren und nicht einfach mit einem ‹Kürsli› zufrieden wären.

PS: An Ideen, Hinweisen und Wünschen von Schulleitenden zu dieser Weiterbildung sind wir sehr interessiert. Diese können über einen Kommentar dieses Blogs oder per Mail an weiterbildung.sl@phzh.ch eingebracht werden.

PPS: Die Untersuchung von Stephan Ball et al. wird im Modul 5 des CAS Pädagogische Schulführung vorgestellt. Leider ist das Modul in diesem Jahr bereits ausgebucht. Der neue CAS Pädagogische Schulführung ist ausgeschrieben und es hat noch einige wenige Plätze frei.

¹Ball, Stephen J., Meg Maguire, and Annette Braun. 2012. How Schools do Policy. Policy enactments in Secondary Schools. New York: Routledge.

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