Was haben Turnschuhe mit kompetenzorientierter schulischer Gesundheitsförderung zu tun?

Gastbloggerin Theres Bauer, Dozentin PH Zürich:

Im April 2016 haben sich rund 100 Kontaktlehrpersonen gesundheitsfördernder Schulen, Fachleute der Suchtprävention und Dozierende der PH Zürich an der alljährlichen kantonalen Netzwerktagung mit dem Lehrplan 21 und der kompetenzorientierten schulischen Gesundheitsförderung und Prävention auseinandergesetzt. Kompetenzorientierung ist in der schulischen Gesundheitsförderung und Prävention nichts grundlegend Neues. Bereits 1994 hat die WHO die Lebenskompetenzen als wirksame Strategie der Gesundheitsförderung und Prävention propagiert. Lebenskompetent sind Menschen, die zum Beispiel mit Stress umgehen und kritisch denken können – und nicht zuletzt sich auch einem Gruppendruck entziehen können, wobei wir bei der Mode bzw. den Turnschuhen wären.

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Im Lehrplan 21 sind viele dieser Lebenskompetenzen sowohl bei den überfachlichen als auch fachlichen Kompetenzen angesiedelt (siehe phzh.ch/kompetenzen/gesundheitsförderung-und-pravention).

Mit dem neuen Lehrplan können wir erleichtert feststellen: Gesundheitsförderung und Prävention sind nicht Anliegen, die zusätzlich zu den im Lehrplan aufgeführten Kompetenzen von den Schulen bearbeitet werden müssen. Aber sind damit alle für die schulische Gesundheitsförderung wichtigen Bereiche abgedeckt?
Kompetenzformulierungen haben die einzelnen Schüler und Schülerinnen im Blick. Die Bedeutung von sozialen und strukturellen Bedingungen für ein Verhalten wird leider dabei nicht oder nur am Rande thematisiert. Schulische Gesundheitsförderung und Prävention kann ihre Ziele doch nur dann erreichen, wenn auch die Schule selbst als gesundheitsförderndes Setting gestaltet wird.
Dominique Högger empfiehlt in seinem Analysedokument «Gesundheitsbildung und Prävention im Lehrplan 21» den Lehrplan 21 vermehrt als Impuls für die Schulentwicklung zu nutzen, in der an Haltungen und pädagogischen Leitideen in den Teams gearbeitet wird. Damit wäre die obige Forderung, die Verhältnisse in den Blick zu nehmen und die Schule als gesundheitsförderndes Setting zu gestalten, mit berücksichtigt.

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