Senf für Chefs: VSLCH Positionspapier

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Gastblogger Niels Anderegg, Dozent PH Zürich:

 

Der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz nimmt in seinem Positionspapier Stellung zum Lehrplan 21. Vieles davon kann ich unterstützen und finde ich richtig. Und doch beschleicht mich beim Lesen das Gefühl „das kenne ich doch schon“: Natürlich brauchen die Schulleitungen für die Umsetzung Zeit, Ressourcen, Lehrmittel und Tools. Gerade deshalb haben wir an der PH Zürich vor längerer Zeit ein Standortbestimmungsverfahren erarbeitet. Dieses soll die Schulleitungen und ihr Teams in der Umsetzung unterstützen. Aber reichen diese Anliegen für eine erfolgreiche Umsetzung? Um etwas „Pfeffer“ in die Diskussion zu bringen, schlage ich dem Verband vier zusätzliche Anliegen als Ergänzungen vor:

• Der Verband wünscht sich, dass bei der Umsetzung des Lehrplans 21 das Lernen jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers im Mittelpunkt steht. Jede Handlung, jedes Konzept und jeder Franken muss zwingend diesem Ziel dienen. Dies gilt sowohl für Lehrpersonen und Schulleitungen, als auch für Politikerinnen, Politiker und Dozierende von Weiterbildungsveranstaltungen.

• Der Verband wünscht sich von allen Beteiligten (Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Politikerinnen und Politiker sowie Eltern) einen „langen Atem“, um gemeinsam mit Kreativität und Passion, aber auch mit Ruhe und Bedacht, die Schule weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, dass alle Beteiligten ihre Verantwortung für die gemeinsame Sache professionell wahrnehmen.

• Der Verband wünscht sich von der Politik ein Bekenntnis zur „guten Schule“ wie sie im Lehrplan 21 beschrieben wird. Dieses Bekenntnis gilt auch dann, wenn Unpopuläres vertreten werden muss, der politische Wind sich dreht oder wenn Geld ins Spiel kommt.

• Der Verband wünscht sich von der Politik und den Eltern Vertrauen und Wertschätzung für die Arbeit der Schulleitungen und Lehrpersonen. Die Einführung und Umsetzung des Lehrplans 21 verlangt von den Lehrpersonen und Schulleitungen Engagement, welches mit einem „Danke“ oder „Toll“ ab und zu belohnt werden soll.

PS: Sind meine Anliegen „flaue“ Allgemeinplätze? Bitte stellen Sie Ihre Vorschläge vor.

PSS: Meine Vorschläge soll in keiner Art eine Kritik am Verband sein. Im Gegenteil. Ich schätze den Verband und hoffe, dass möglichst alle Schulleitende (so wie ich in meiner Aktivzeit als Schulleiter) Mitglied sind und sich einbringen. Ein Verband lebt von der Diskussion, so wie ich sie in meinem Blog angeregt und vielleicht angestossen habe.

PSSS: Und falls mein Blog so verstanden wurde, dass ich die Forderung nach Weiterbildungen kritisiere, dann wäre ich gerade als Lehrgangsleiter des CAS Pädagogische Schulführung äusserst missverstanden worden. Der Lehrgang ist auch für die Umsetzung des Lehrplans 21 sehr zu empfehlen! Mittlerweile ist der zweite Durchgang ausgeschrieben. Am 5. April um 18 Uhr findet eine Informationsveranstaltung statt, zu der man sich direkt hier anmelden kann.

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