Senf für Chefs: Von «flüchtigen Wesen» und Schulpreisen als Volksfest

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Gastblogger Niels Anderegg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter PH Zürich:

Letzte Woche hatte ich das Glück und Vergnügen, bei der Preisverleihung des Schweizerischen Schulpreises dabei sein zu dürfen. Man kann mit guten Gründen ein gespanntes Verhältnis zu solchen Preisen haben, als ich jedoch die Filme dieser Schulen sah, schlug mein Pädagogen-Herz schneller. Was für tolle Schulen haben wir in der Schweiz! Die Preisverleihung war für mich ein Freudentag, weil viele gute Schulen sichtbar wurden. Und ich bin sicher, dass es sehr viel mehr solcher guten Schulen gibt, die man alle zeigen und feiern sollte. Die nächste Preisverleihung sollte von der PH Zürich in den Letzigrund verlegt werden! Und statt sechs sechzig oder sogar sechshundert Schulen gezeigt und gefeiert werden. Als Jurymitglieder könnten hunderte von Lehrerinnen, Lehrern, Schulleitenden, Dozierenden, Eltern und Politikerinnen und Politiker gemeinsam Schweizer Schulen besuchen. Sie hätten die Aufgabe, auf die Qualitäten und Besonderheiten der einzelnen Schulen zu achten und einander davon zu erzählen. Der Schweizer Schulpreis würde ein buntes Volksfest.

Kritische Lesende werden jetzt fragen, was mein Blog mit dem Lehrplan 21 zu tun hat? Viel! Das Ziel der Einführung des neuen Lehrplans ist nicht dessen Einführung, sondern die «gute Schule». Doch die «gute Schule» ist ein «flüchtiges Wesen», das immer wieder neu gesucht und gefunden werden muss. Genau das wäre das Ziel des «Volksfest Schweizer Schulpreis». Das Kennenlernen und Erzählen von anderen «guten Schulen» ist gerade auch für Schulleitende ein möglicher Weg, das «flüchtige Wesen» immer wieder zu finden. Stephen Ball spricht davon, dass politische Absichten nicht einfach in Schulen implementiert werden können. Zusammen mit Meg Maguire und Annette Braun hat er dazu fünf Sekundarschulen in England untersucht. Spannend! Mehr davon in sechs Wochen an dieser Stelle…

P.s.: Besonders gefreut hat mich, dass mit dem ‹Schülerclub Nordstrass› und dem ‹Petermoos› zwei Zürcher Schulen ausgezeichnet wurden, in welchen seit Jahrzehnten engagierteste Pädagoginnen und Pädagogen gemeinsam ihre Schule gestalten, das «flüchtige Wesen» immer wieder suchen und auch finden.

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