3 Gedanken zu „Eine neue Ausprägung von Kompetenz“

  1. Spannend wäre es die Inkompetenzerkennungskompetenz, die ich nahe beim Scheiternkönnen und Drauslernen sehe, in diversen Kompetenzbereichen zu konkretisieren. In welchen Zyklen sind welche Scheiterkompetenzen gefragt (auch fachspezifisch) und wie werden Scheiterrunden als Lernrunden erlebt?

  2. Also Roland Reichenbach würde die erfolgreiche Inkompetenzerkennungskompetenz als Bildung bezeichnen: “Ich weiss, dass ich nichts weiss”; so zumindest argumentierte er beim letzten Personalmanagementsymposium an der PH Zürich. Darauf bestätigend würde Käte Meyer-Drawe meinen, dass Lernen Umlernen bedeutet und die Produktivität des Lernens in derer Negativität, in den, wie es Gadamer nennt, durchkreuzten Erfahrungen liegt. Erst wenn ich nicht mehr weiter komme und die Lösung meines Problems nicht kenne, beginne ich zu lernen. Lernen wird zu einem Widerfahrnis. So hoffe ich doch ohne Zynismus, dass die Scheiterkompetenz fester Bestandteil des neuen Lehrplans ist. Vielmehr: Ich wünschte mir, dass diese Scheiterkompetenz bei der Umsetzung des neuen Lehrplans verstärkt auch in der Schulführung und -entwicklung gepflegt wird. Denn dann müssten wir genauer hinschauen, was wie warum mit welchen Zielen effektiv bewirkt wird. Nur wenn man zulässt, dass die Einführung des neuen Lehrplans scheitern kann, hat man die Chance, dass sie auch erfolgreich ist. Wenn die Einführung nicht scheitern kann, dann kann sie nur eingeführt werden und kann nicht erfolgreich sein. Erfolg bedingt auch die Option des Scheiterns. Da jedoch Scheitern (und somit auch Lernen) aber auch immer mit Scham zu tun hat, fällt uns dies verständlicherweise immer wieder schwer. ‘The beautiful risk of education’ ist, wie es Biesta so schön nennt, eben ein Risiko.

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