Achtung neu! Medien und Informatik in der Schule

Gastblogger Thomas Stierli, Bereichsleiter Medienbildung der PH Zürich:
(Zusammenzug aus folgendem Beitrag: Achtung neu! Medien und Informatik in der Schule)

Der Lehrplan 21 bringt einige Veränderungen im Bereich «Medien und Informatik» mit sich. So hat zum Beispiel das Verständnis von Informatik im neuen Lehrplan 21 nichts mehr gemein mit dem aktuellen Lehrplan.

Der Modullehrplan «Medien und Informatik» des Lehrplans 21 definiert drei verbindliche Kompetenzbereiche (siehe Lehrplan 21):

  • Medien (Medienbildung und Mediennutzung)
  • Informatik (Informatische Bildung)
  • Anwendungskompetenzen (Handhabung, Recherche und Lernunterstützung, Produktion und Präsentation)

Bild_MedienkompetenzKinder und Jugendliche wachsen heute zwar selbstverständlich in einer mediengeprägten Umwelt auf. Erwachsene beobachten zuweilen, wie sie virtuos mit ihren Geräten umgehen, wie sie mühelos mit Freunden chatten und auf dem Smartphone von App zu App springen.

Das täuscht manchmal vor, die Schülerinnen und Schüler könnten sowieso schon alles mit den digitalen Geräten. In der Schule müsse dazu nichts mehr gelehrt und gelernt werden. Das hält einige Lehrpersonen davon ab, digitale Arbeitsmittel im Unterricht einzusetzen.
Interessanterweise finden es allerdings viele Lehrpersonen und Studierende grundsätzlich wichtig, die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den Bereichen ICT, Medien und Informatik zu fördern. Das sei in der heutigen Zeit wichtig, meinen sie. Wenn man dann allerdings den schulischen Alltag betrachtet, stellt man vielerorts ernüchtert fest, dass die positive Grundhaltung der Lehrpersonen und die gelebte Unterrichtspraxis auseinanderklaffen.

Zentral für eine gelungene Umsetzung des Medien-und-Informatik-Unterrichts sind ohne Zweifel die Kompetenzen der Lehrpersonen. Lehrpersonen müssen nicht nur eine positive Grundhaltung haben, sondern es sich auch zutrauen ICT, Medien und Informatik in den Unterricht zu integrieren. Dieses Zutrauen wächst mit den persönlichen Kompetenzen, die u.a. auf zwei Ebenen erworben bzw. vertieft werden müssen:

  • Eigene Kompetenzen (in allen LP-Kompetenzbereichen)
  • Didaktische Kompetenzen (um den Unterricht des Modullehrplanes gestalten zu können)

Bei der Betrachtung der erforderlichen Kompetenzen wird rasch klar, dass für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung des Lehrplans die Ausbildung von Studierenden angepasst werden muss. Für amtierende Lehrpersonen sind Weiterbildungen notwendig, in denen sie die eigenen und die didaktischen Kompetenzen erweitern können.
Am augenfälligsten ist hier sicherlich der Bereich Informatik. Die wenigsten Volksschullehrpersonen verfügen über eigenes Fachwissen in Informatik. In der Folge fehlen praxisrelevante Ideen und didaktische Konzepte zur Gestaltung des Informatik-Unterrichts.

Achtung neu:
Der Lehrplan 21 bringt ein neues Schulfach bzw. Themengebiet namens «Medien und Informatik». Neben dem Kompetenzaufbau in Medienthemen und in Informatik soll in allen Fächern auch mit digitalen Arbeitstools gearbeitet und gelernt werden.
Sind Sie in Ihrer Klasse und an Ihrer Schule bereit dafür?

Der ausführliche Artikel kann im Blog des Fachbereiches Medienbildung der PH Zürich nachgelesen werden.

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