Ein neuer Wind mit Monica Gschwind

MarlenF:
In letzter Zeit bin ich nicht sonderlich stolz eine «Baselländlerin» zu sein. In der Bildungslandschaft meines Heimatkantons tobt ein Sturm, welchen die Medien zu einem Orkan werden liessen. Der ehemalige Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP) steht seit Monaten im öffentlichen Kreuzfeuer der Kritik. Persönliche Angriffe und Anschuldigungen sind keine Seltenheit. Vor allem das Komitee «Starke Schule Baselland» lässt kein gutes Haar an ihm. Scharf angegriffen wird sein Reformdrang. Gar eine Initiative zum Austritt aus dem HarmoS Konkordat wurde lanciert.

Leider bläst mir der Wind so heftig um die Ohren, dass ich die Absichten von gewissen Politikern und Medienschaffenden nicht mehr erkennen kann. Geht es um pädagogische Fragen oder um die persönliche Profilierung? Hetzerische Metaphern deuten eher auf das zweite hin. So wurde beispielsweise in einer Medienmitteilung des Komitees «Starke Schule Baselland» vom 05. Mai 2014 die Idee der pädagogischen Kooperation als

  • Verpflichtung zur uniformen Lehrtätigkeit à la DDR-Arbeitsbrigaden und als
  • totalitäres System, das eine Meinungsdiktatur mit integriertem Überwachungssystem fördere

bezeichnet. Ich schätze grundsätzlich kritische Stimmen und finde es bereichernd, verschiedene Perspektiven zu sehen. Solch plumpe und plakative Aussagen haben für mich in einer fachlichen Debatte jedoch nichts zu suchen.

Nun steht ein Regierungswechsel vor der Tür. Monica Gschwind (FDP) wird ab 1. Juli 2015 das Departement Bildung und Kultur übernehmen. In ihrem Wahlkampf sprach sie von einem «Marschhalt» bei den Bildungsreformen. Das sie unterstützende Komitee «Starke Schule Baselland» gar von einem Richtungswechsel.
Ich hoffe, dass es Frau Gschwind gelingen wird, die Sache ins Zentrum zu stellen, die Lehrpersonen ins Boot zu holen und Verunsicherungen abzubauen. Zudem rate ich ihr, sich eine winddichte Jacke von Transa zu besorgen!

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