Semesterbeginn! Diese neun Studientypen sind nun wieder anzutreffen ;-)

Finito Ferien für die Studierenden! Das Onlinemagazin Watson hat eine humorvolle Zusammenstellung gemacht, welche Art von Lernenden sich nun wieder in den Hörsälen (hier im Hörsaal LAA-J002c an der PH Zürich) tummeln. Sie sind herzlich eingeladen, mitzuschmunzeln!

zum Video «Diese 9 Kommilitonen warten ab heute wieder auf dich»

Drunter und drÜBER

Gastbloggerin Yvette Heimgartner, Dozentin PH Zürich:

Überfachliche Kompetenzen sind mehr als eine Überschrift des neuen Lehrplans. Doch stehen überfachliche Kompetenzen über fachlichen, oder wäre das übertrieben formuliert? Kann ein Mensch über überfachliche Kompetenzen verfügen ohne über fachliche Kompetenzen zu verfügen, oder kann dies nur ein Übermensch?
Die Welt befindet sich im Zustand steten Übergangs, dies macht überfachliche Kompetenzen für unser Leben wichtig – überlebenswichtig. Sogar der Übertritt ins Gymnasium geht künftig über die überfachlichen Kompetenzen.
Sind Sie den Überlegungen über die überfachlichen Kompetenzen bereits überdrüssig? Überlegen Sie nicht übermässig, überschlafen Sie die Angelegenheit, Sie werden sie überstehen – nicht zuletzt dank Ihren hervorragenden überfachlichen Kompetenzen.

Mehr ÜBER finden Sie in meinem Kurs Überfachliches über Fachlichem?

11 Jahre anpacken, umpacken, weiterpacken: Reflexionsfähigkeit fördern durch freies Spiel

«11 Jahre anpacken, umpacken, weiterpacken»

Gastbloggerin Catherine Lieger, Dozentin PH Zürich:

Im Lehrplan 21 werden für den Zyklus 1 (Kindergarten und 1./2. Klasse) neben den Fachbereichen auch die einzelnen entwicklungsorientierten Zugänge mit Blick auf die kindliche Entwicklung beschrieben. Dabei spielt der Bereich Lernen und Reflexion eine zentrale Rolle. «Kinder erweitern im Verlaufe ihrer Entwicklung die eigenen Lernmöglichkeiten: Sie lassen sich auf unterschiedliche Themen ein, nehmen Anregungen und Aufträge an, erforschen, erkunden, üben, beobachten, vergleichen, ordnen, ahmen nach, wenden an, prüfen, vermuten interpretieren usw. Vieles davon erfolgt in einer spielerischen Auseinandersetzung.» (LP21). Dabei lernen Kinder ausgeprägt von- und miteinander.

Phasen des Freispiels und ihre Typisierung

Wenn man sich die Freispielsequenzen innerhalb eines Kindergartenhalbtages näher anschaut, können sie in vier zeitlich hintereinanderliegende Phasen strukturiert werden:

  1. Anlaufphase
    Hier orientieren sich die Kinder, wählen ihre Spielorte und die Spielgemeinschaften aus. Es ist eine aktive, eher unruhige Phase, in der vor allem auch Organisatorisches im Zentrum steht.
  2. Spielphase
    Die Kinder spielen an den verschiedenen Spielorten. Neben lang andauernden Aktivitäten finden auch spieldynamisch bedingte Wechsel von Spielformen, Materialien, Spielorten und Sozialformen statt.
  3. Aufräumphase
    Hier wird wieder ein Aktivitätsanstieg verzeichnet, sei es durch ein verstärktes Bemühen, Begonnenes zu einem Abschluss zu bringen oder durch das gemeinsame Aufräumen und das lebhafte Kommunizieren.
  4. Reflexionsphase
    In dieser Phase besprechen die Kinder ihre Erfahrungen und Gefühle zum Verlauf des Freispiels miteinander und mit den Elementarpädagoginnen. Es werden Verbesserungsvorschläge, aber auch neue Freispielvorhaben besprochen.

Die zeitliche Aufteilung der einzelnen Phasen soll zeigen, dass der größte Zeitanteil für die eigentliche Spielphase eingesetzt werden sollte. Die Anlauf- resp. Aufräumphase sollte kurz gehalten werden. Die Reflexionsphase sollte den Kindern auch zeitlich Möglichkeiten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch geben. In der Reflexionsphase leitet die Lehrperson die Kinder an, über ihre Erfahrungen und Gefühle zum Verlauf des Freispiels zu sprechen oder diese Erfahrungen auf eine andere Art auszudrücken. Sie achtet darauf, dass gemeinsam Verbesserungsvorschläge, aber auch neue Freispielvorhaben besprochen werden.

Stufen der Reflexion

Innerhalb der Reflexionsphase sind folgende Stufen zu beachten:

  1. Erleben – eigene Erfahrungen im Spiel machen
  2. Darstellen – Spielerfahrungen besprechen und Gefühle beschreiben
  3. Analysieren – Spielerfahrungen einschätzen: was lief gut, was lief schlecht
  4. Entwickeln – neue Ideen besprechen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln
  5. Anwenden – neue Ideen in Spielsituationen umsetzen und erproben

Senf für Chefs: ‹Learning Partners›

Gastblogger Niels Anderegg, Dozent PH Zürich:

Ich war letzte Woche zusammen mit Enikö Zala und Jörg Berger an der ICSEI (International Congress for School Effectiveness and Improvement) in Ottawa. Einmal im Jahr treffen sich an diesem kleinen, feinen Kongress die weltweit interessantesten Personen der Bereiche Schulentwicklung und Schulführung. Neben der Erfahrung, dass Kanada im Winter wirklich kalt ist, habe ich für mich viele spannende Eindrücke und Gedanken mitgenommen. Einen davon möchte ich hier mit meinen Leserinnen und Lesern teilen.

Ein Begriff, dem ich an der ICSEI immer wieder begegnet bin, ist ‹Learning Partners›. So werden zum Beispiel in Hong Kong bei Schulen mit tiefer Qualität die Lehrpersonen mit Lehrpersonen einer Schule mit hoher Qualität gemischt. So müssen 20 Personen aus der ‹guten Schule› in die ‹schlechte Schule› wechseln. Im Gegenzug wechseln 20 Lehrpersonen aus der ‹schlechten Schule› in die ‹gute›. Die Hoffnung ist, dass die ‹schlechten Schulen› so zu ‹guten Schulen› werden. Ein interessanter Gedanke für die Fachstelle für Schulbeurteilung: Wir könnten in Zürich ja neu ein Ranking einführen und entsprechend des Rankings müssten die Schulen Lehrpersonen wie in einem bekannten Kartenspiel mit unanständigem Namen die Karten bzw. Lehrpersonen tauschen. 🙂

Der Begriff ‹Learning Partners› taucht auch beim Projekt ‹Deeper Learning› des Bezirkes Ontario in Kanada auf. ‹Learning Partners› ist ein Element des pädagogischen Verständnisses und meint, dass die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Schulen, sich bei unterschiedlichen Aktivitäten und Anlässen Partner zum gegenseitigen Lernen suchen. So arbeiten einzelne Schulen zum Beispiel mit Museen oder Wissenschaftlern zusammen. Andere initiieren bewusst altersgemischte Projekte oder die Eltern bringen ihr Wissen und Können mit in die Schule ein. Das sind Ideen, welche vielen Zürcher Schulen wohl nicht fremd sind. Trotzdem hat es mich beeindruckt, mit welcher Konsequenz einzelne präsentierende Schulen für Fragen, welche sie nicht selber lösen konnten, ‹Learning Partners› gesucht und auch gefunden haben. Das Resultat ist eine grössere Vernetzung der Schulen mit der Gesellschaft und gleichzeitig, da beide Partner von der Gemeinschaft profitieren, geringere Kosten.

Der Gedanke der ‹Learning Partners› ist mit Blick auf die Umsetzung des Lehrplans 21 interessant. Wir sprechen ja immer davon, dass die Schulen so unterschiedlich sind. Warum nicht davon profitieren? Dazu könnten sich die Schulen fragen: «Was brauchen wir? Was können wir anbieten?» Eine gute Gelegenheit mit andern Schulen/ Schulleitungen in Kontakt zu kommen sind die Weiterbildungen der Schulleitenden, welche diesen Sommer an der PH Zürich stattfinden. Miteinander ins Gespräch zu kommen, ‹Learning Partners› zu installieren wäre ein interessantes Ziel für diese Weiterbildung. Wir bleiben dran. Und Sie hoffentlich auch!

PS: Wenn wir eine Drehscheibe für ‹Learning Partners› sein können, machen wir dies gerne. Kommentieren Sie diesen Blog und machen Sie ein Angebot oder eine Anfrage. Vielleicht entsteht eine Austauschplattform. Oder melden Sie sich bei niels.anderegg@phzh.ch.

PPS: Die nächste ICSEI findet Anfangs Januar 2018 in Singapur statt. Enikö, Jörg und ich haben das Ziel, dort eine grössere Zürcher Delegation zu haben und ein Symposium über ‹Principalship in Zurich› durchzuführen. Gerade mit unserer jungen Geschichte der Schulführung haben wir Interessantes zu bieten. Wer Lust hat, soll sich unbedingt melden. Denn zwei Dinge sind sicher: Es wird wieder eine äusserst spannende Konferenz und Singapur ist definitiv wärmer als Kanada!

Wie sieht die Schule im Jahr 2030 aus?

Jahreswechsel haben es so an sich, dass wir gerne zurück- aber auch vorwärtsschauen und uns fragen, was die Zukunft wohl bringen wird. Der Jahreswechsel in unserem Team an der PH Zürich war geprägt durch das Thema Lehrplan 21. So haben im Dezember fünf Kickoff-Veranstaltungen für Schulleitungen und Behördenmitglieder stattgefunden und die PH Webseite wurde mit einer Unterseite zum Lehrplan 21 ergänzt. Umso mehr zog das Interview von Micha Busch mit Prof. Dr. Frank Thissen meine Aufmerksamkeit auf sich. Thema: Wie sieht die Schule im Jahr 2030 aus? Wenn dies nicht ein spannender Ausblick ist?

Lesen Sie hier!

Willkommen im Neuen Jahr!

Mit dem Jahreswechsel hat es auch eine Umgestaltung der KoLeP21-Webseite gegeben. Neu ist diese Webseite als Unterseite «Kompetenzorientierung» auf «Lehrplan 21» zu finden. Nach wie vor sind wir am Entwickeln von Unterrichtsbeispielen und Videos. Auch werden die Fachbereichsseiten weiterhin ergänzt und aktualisiert. Ein Besuch lohnt sich immer!

Die zweite Unterseite der «Lehrplan 21»-Seite informiert Sie über unsere zahlreichen Weiterbildungs- und Beratungsangebote zur Einführung des Lehrplans 21.

DaZ-Schülerinnen und Schüler kompetent unterrichten – Was sagt der Lehrplan 21 dazu?

Gastbloggerin Katja Schlatter, Dozentin PH Zürich:

Der Lehrplan 21 gibt vor, welche Grundkompetenzen von allen Schülerinnen und Schülern bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden sollen. Was dies für die Förderung von Schülerinnen und Schülern bedeutet, die Deutsch als Zweitsprache lernen, wird nicht erläutert. Wer sich die schulischen Lerninhalte – im Fach Deutsch, aber auch in anderen Fächern – in einer Zweitsprache erarbeiten muss, braucht zusätzliche und spezifische Unterstützung. Hier gilt es, Lernsituationen angepasst an die sprachlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler zu gestalten.

Das neu erschienene Handbuch «DaZ unterrichten» (Schlatter, Tucholski & Curschellas, 2016) zeigt auf, was bei der Zweitsprachförderung in der Mündlichkeit beachtet werden muss und welche Lerngelegenheiten Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache erhalten sollen, um die geforderten Kompetenzen zu erreichen. Mit Bezug auf die aktuelle Forschungslage und illustriert durch ausgewählte Praxisvorschläge werden wesentliche Bausteine für den Aufbau der Zweitsprache Deutsch anschaulich vorgestellt. Das Handbuch richtet sich an Lehrpersonen von Kindergarten- bis zur Sekundarstufe I, die Schülerinnen und Schüler in den ersten Jahren ihres Zweitspracherwerbs unterrichten.

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Wir wählen aus und stellen zusammen

Fortsetzung des Beitrags vom 6. Dezember 2016 zum Thema Weiterbildung

HarryK:

Beim Mittagessen gibt es in den Restaurants meistens drei Menüs zur Auswahl. Es gibt jedoch auch Restaurants, bei denen man sich das Menu selber an einem Buffet voller leckerer Sachen zusammenstellen kann. Restaurants, die mit ihrer Auswahl meinen Geschmack am ehesten treffen, speichere ich auf meinem Smartphone. Je nach Hunger, Laune, Tageszeit und Zeitbudget nutze ich das eine oder andere Restaurantkonzept.

Auch in der Weiterbildung kommen unterschiedliche Konzepte zur Anwendung. Für die Wissensvermittlung eignen sich Referate, Onlineangebote, geführte Gesprächsrunden mit Inputs etc. Ganz im Sinne der Restaurants, die drei Menüs zur Auswahl bieten: Diese Menüs führen wir, lassen Sie es sich schmecken und verdauen Sie es hoffentlich angenehm. Für den Aufbau von Kompetenzen bietet sich jedoch auf die Schnelle kein passendes Bild eines Restaurantkonzeptes an. Oder kennen Sie ein Restaurant, in dem gemeinsam Restaurantpersonal und Gäste ihre Erfahrungen einbringen und nutzen, um die Menüs zu besprechen und zuzubereiten? Sich in Weiterbildungen mit Kompetenzorientierung auseinandersetzen, bedeutet, dass Teilnehmende selber handeln, ihre Erfahrungen einbringen und an eigenen Beispielen arbeiten. Kompetenzen lassen sich nicht wie Wissen vermitteln, sie werden im Zusammenspiel von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern und Teilnehmenden erarbeitet.

Das Bild des Zusammenspiels erscheint mir auch passend für das Standortbestimmungsverfahren, das wir Schulen zum Thema KoLeP21 anbieten. Als PHZH liefern wir die Zutaten und das Kochgeschirr in Form von zentralen Fragen und einem elektronischen Tool. Schulen können sich damit fragen: Wo stehen wir und wohin wollen wir gehen? Die Fragen beantworten Lehrpersonen und Schulleitung nach ihrer eigenen Einschätzung. Die PH begleitet die Schulen bei der der Auswertung der Frageergebnisse

  • zur pädagogischen Schulführung
  • zur Zusammenarbeit
  • zur kollektiven Selbstwirksamkeit
  • zum Kompetenzorientierten Unterricht und
  • zum Lehrplan 21.

Die Begleitpersonen der PH gestalten die Moderation so, dass am Schluss des Standortbestimmungsverfahrens Schwerpunkte für die nächste Schulprogrammarbeit vorliegen. Wichtig dabei ist, dass Lehrpersonen und Schulleitung aufgrund der Datenergebnisse austauschen, über welche Kompetenzen sie bereits verfügen und wie sie daran anknüpfen können. Ganz nach dem Motto: Welche uns bekannten Gerichte wollen wir verfeinern, welche Zutaten tragen zu einer gesunden Nahrung bei, welche Portionen sind verdaubar?

Mehr dazu hier

Link zum Standortbestimmungsverfahren

Die Kundschaft bestimmt das Angebot

HarryK:

2014: Vor zwei Jahren tätigten wir den ersten Spatenstich für diesen Blog mit dem Beitragstitel «ARGE KoLeP21: rege Bautätigkeiten». Nicht nur im Projekt KoLeP21, auch in der Nachbarschaft der PHZH wurde im und um den neuen Bahnhof Löwenstrasse auf Hochtouren gearbeitet.

2016: Die Bautätigkeiten sind nicht weniger geworden, der Umbau nebenan in der Sihlpost ist jedoch abgeschlossen. Dort, wo damals aus fensterlosen Höhlungen Baulärm drang, essen heute Geschäftsleute und Passanten in stilvoll eingerichteten Restaurants zu Mittag. Egal, ob diese Restaurants italienisch, japanisch oder vegetarisch in ihren Angeboten ausgerichtet sind, das Stilvolle trägt eine gemeinsame Handschrift, sie heisst Europaallee. Auch das Projekt KoLeP21 wurde weitgehend vom Regelbetrieb abgelöst. An der PH Zürich heisst die gemeinsame Handschrift «Kompetenzorientierung». Was bedeutet dies für die Weiterbildungskonzepte an der Pädagogischen Hochschule? Wurden Anpassungen vorgenommen oder braucht es diese noch? Offensichtlich ist, dass die oben erwähnten Restaurationsbetriebe Küchen- und Gastronomiekonzepte besitzen, die sich in den letzten Jahren auf die Kundenbedürfnisse ausrichteten.

In Analogie zur Einführung des Lehrplans 21 lässt sich fragen:

  • Dozierende und Kursleitende in den Angeboten: Wie finden die Weiterbildungsleitenden eine Balance zwischen Vermittlung und Begleitung?
  • Teilnehmende als Gäste: Wie tragen Teilnehmende zum Gelingen ihres Lernprozesses bei?
  • Schulleitende als Auftraggebende: Welche Funktion übernehmen Schulleitende in schulinternen Weiterbildungsangeboten?

Im Herbst 2017 werden sich die PHs der deutsch- und zweisprachigen Schweiz an einer gemeinsamen Veranstaltung mit diesen Fragen auseinandersetzen. Wir werden davon berichten.

In ein paar Tagen folgt hier ein weiterer Blogbeitrag zum Thema Weiterbildung.