Workshop 1: ICF und Lehrplan 21: Crosswalk zwischen Funktionsfähigkeit und Kompetenz

Freitag 10. Juni – – 10.55 – 12.30 Uhr – Zimmer LAB-F015

02_judith_hollenwegerJudith Hollenweger, Prof. Dr., Leitung Leistungsschwerpunkt Inklusive Bildung, Leitung Forschungscluster Inklusion, PH Zürich

Die ICF gilt als Standard zur Beschreibung von Funktionsfähigkeit und Behinderung im Kontext von Gesundheit. Doch welche Bedeutung hat sie im Kontext von Bildung? In welcher Beziehung stehen Funktionsfähigkeit und Kompetenz zueinander?

Über das Konzept «Partizipation» der ICF kann der Bezug hergestellt werden; zentral dabei ist das gemeinsame situierte Verständnis von Aktivitäten. Darauf aufbauend kann überlegt werden, wie Informationen zu Funktionsfähigkeit und Kompetenz zueinander in Verbindung gebracht werden können. Die Klärung dieser Bezüge ist die Voraussetzung für die adäquate und wirksame Verwendung der ICF im Kontext von kompetenzorientierten Lehrplänen.

Hier befinden sich die Folien zum Workshop: 160610_ICF_Workshop_Hollenweger

Ein Gedanke zu „Workshop 1: ICF und Lehrplan 21: Crosswalk zwischen Funktionsfähigkeit und Kompetenz“

  1. Kurzprotokoll aus dem Workshop:

    Der Lehrplan 21 führt Kompetenzen auf, die Kinder während der Schulzeit erwerben sollen. Kompetenz bezieht sich auf variable Situationen. Kompetent ist man, wenn man in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich reagiert und zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. So wendet man Wissen, Können und Wollen kontextbezogen an. Die ICF bezieht sich fast nur auf das Können (nicht auf Wissen und Wollen) und lässt die Situation ausser Acht. Mit der ICF werden einzelne Aktivitäten und Fähigkeiten erfasst, die noch zur Kompetenz zusammengesetzt werden müssen.

    Mit der Situationsanalyse sollen unterschiedliche Motive von Kind, Eltern und Lehrperson sichtbar gemacht und zusammengeführt werden, damit die Kinder sich kompetent weiterentwickeln können. Dazu braucht es Übereinstimmung und gemeinsame Ziele. Die ICF kann helfen, indem sie eine gemeinsame Sprache bietet.

    In der Sichtweise auf Inklusion ist eine Entwicklung im Denken und Umstellung im System nötig. Denn Inklusion meint, dass man Unterstützung auch ohne Zuschreibung von Krankheit bekommt.

    Wesentlich für die Förderung der Selbständigkeit der Kinder ist, dass Lehrpersonen von der instruktiven Ebene wegkommen. Dieser Schritt braucht Mut, da kein rezeptartiges Handeln angewendet werden kann.

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