Workshop 3: Die Rolle der ICF in der Förderplanung – Befunde aus einem Aktionsforschungsprojekt

Freitag 10. Juni – – 10.55 – 12.30 Uhr – Zimmer LAB-F017

Reto Luder, Dr., Dozent und Leiter Zentrum Inklusion und Gesundheit in der Schule, PH Zürich

 

08_andre.kunzAndré Kunz, Dr., Dozent Zentrum Inklusion und Gesundheit in der Schule, PH Zürich

 

Für eine integrative sonderpädagogische Förderung von Kindern mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen ist individuelle Förderplanung zentral (vgl. Luder, Gschwend, Kunz & Diezi-Duplain, 2011). Multiprofessionelle Zusammenarbeit in Schulen wird notwendig (Kunz, Maag Merki, Werner & Luder, 2013), dazu braucht es Kommunikation, Austausch von Know How und eine gemeinsame Sprache. Die ICF-CY (WHO 2011) unterstützt ein wichtiges Qualitätskriterium für Integrative Förderplanung, nämlich die Kohärenz zwischen Indikation, Zielen, Interventionen und Massnahmen. Mit Partnerschulen im Kanton Zürich wurden in einem Aktionsforschungsprojekt Förderplanungsprozesse weiterentwickelt.

Folien zum Workshop: Luder_Kunz_2016_Workshop_ICF-Tagung
Projektbeschreibung: Link zur Beschreibung und weiteren Unterlagen zum Projekt

Ein Gedanke zu „Workshop 3: Die Rolle der ICF in der Förderplanung – Befunde aus einem Aktionsforschungsprojekt“

  1. Kurzprotokoll aus dem Workshop:

    Das Tool „Interdisziplinäre Schülerdokumentation (ISD – http://www.pulsmesser.ch/secure )“ wurde in einem Aktionsforschungsprojekt erprobt und Ideen für die Weiterentwicklung, in Zusammenarbeit mit Förderteams aus zwei teilnehmenden Schulen.
    Das Ziel der ISD ist es, die multiprofessionelle Zusammenarbeit im Kontext der Integrativen Förderung zu erleichtern. Es ist ein geschütztes, webbasiertes Programm, in welchem alle Daten und Informationen bezüglich der Förderung des Kinds gesammelt und innerhalb eines Förderteams ausgetauscht werden können. Die ICF wird im ISD als Struktur genutzt, insbesondere die Kapitel des Bereichs Aktivität und Partizipation (A&P) geben eine Möglichkeit, eigenen Beobachtungen zu strukturieren und zielbezogen im Tool zu hinterlegen. Die anderen ICF-Komponenten werden daneben frei dokumentiert, zum Beispiel durch das schulische Standortgespräch.

    Aus Gruppeninterviews aus den beiden teilnehmenden Schulen wurden Informationen erhoben über Formen von Zusammenarbeit sowie Formen und Inhalte der Dokumentation.
    Mit Hilfe von pädagogisch-therapeutischen Fachpersonen und Lehrpersonen wurden zudem die BISS (Beobachtungsindikatoren zum Schulischen Standortgespräch) im Rahmen des Projektes entwickelt. Dieses (nicht standardisierte) Instrument unterstützt Beobachtungseinträge und Zielformulierungen mit einer fachspezifischen, professionellen Sprache durch vorformulierte Items.

    Bemerkungen aus der Diskussion:
    – Es wäre wichtig, die anderen vier Komponenten der ICF im ISD Tool auch mit zu berücksichtigen.

    – Die Beobachtungen der verschiedenen Professionellen finden auf mehreren Ebenen statt. Die Verwendung der ICF innerhalb des ISD-Tools können hilfreich sein, eine gemeinsame Sprache zu finden und sich über Beobachtungen zu verständigen, diese zu analysieren und eine gemeinsam verantwortete Interpretation der Situation zu leisten.

    – Oft sind die gleichen Daten durch verschiedene Personen mehrmals erhoben. Die betroffenen Personen müssen immer wiederholen. Eine effiziente Dokumentation kann viel dazu beitragen, dass Doppelspurigkeiten vermieden werden.

    – Die Frage der Datenschutz kommt immer wieder vor, z.B. zwischen Lehrpersonen und Therapeuten oder Abklärungsstellen. Wie kann man damit am besten umgehen? ISD ist passwortgeschützt und nutzt SSL als Verschlüsselung. Eltern müssen je nach Situation jeweils miteinbezogen werden, damit sie Informationen „freigeben“ für die Schule.

    – Bestimmte Informationen sind für die Schule wenig tauglich (z.B. diagnostische Informationen wie IQ Daten ohne weitere Erläuterungen). Wenn zusätzliche Informationen fehlen, lassen sich diese Informationen kaum einsetzen für die Bestimmung von Förderzielen und die Förderplanung.

    – Eine offene Frage stellt sich: Inwieweit müssen und können die Lehrpersonen Grundwissen über die ICF erwerben?

    – Die BISS dürfen die Lernstanderfassungen nicht ersetzen. Es bestehen Vernetzungsmöglichkeiten von den BISS mit dem Lehrplan und den Lehrmitteln.

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