Workshop 8: Das Pediatric Evaluation of Disabilty Inventory für den deutschsprachigen Raum (PEDI-D) – Aktivitäten des täglichen Lebens von Kindern mit Beeinträchtigungen gezielt erheben

Freitag 10. Juni – – 10.55 – 12.30 Uhr – Zimmer LAA-M021

13_andrea_espeiAndrea Espei, Schulungsleitung bei Schuchmann-Reha, Referentin und Autorin zur Hilfsmittelversorgung und zur ICF, Schuchmann-Reha GmbH u Ko KG

 

13_christina-schulzeChristina Schulze, Dr. phil., Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Standortleitung, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften & Zentrum für Körper und Sinnesbehinderte Kinder (ZKSK), Solothurn

Sucht man nach einem Assessment, um Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs) von Kindern mit einer Beeinträchtigung zu erheben, stösst man bei der Recherche schnell auf das Pediatric Evaluation of Disability Inventory (PEDI). Dieses Assessment misst die Leistungsfähigkeit und die Leistung von Kindern bei der Ausführung von Aktivitäten des täglichen Lebens in drei Bereichen: Selbstversorgung, Mobilität und soziale Kompetenzen.

Das PEDI liefert wichtige Informationen zur Gestaltung des Therapieprozesses. Zudem kann mithilfe des PEDIs ein funktioneller Rückstand, dessen Ausmass und den genauen Bereich der Verzögerung identifiziert werden.

Um das PEDI am genauesten kennenzulernen, wird für den Workshop die Anschaffung des Manuals empfohlen.

(Hayley, Stephen M.; Coster, Wendy J.; Ludlow, Larry H.; Haltiwanger, Jane; Andrellos, Peter; Schulze, Christina; Page, Julie (2014). PEDI-D. Assessment zur Erfassung von Aktivitäten des täglichen Lebens bei Kindern mit und ohne Beeinträchtigung. In: Edition VITA ACTIVA. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag).

Unterlagen zum Workshop: WorkshopPEDI_ICF-Anwenderkonferenz2016

2 Gedanken zu „Workshop 8: Das Pediatric Evaluation of Disabilty Inventory für den deutschsprachigen Raum (PEDI-D) – Aktivitäten des täglichen Lebens von Kindern mit Beeinträchtigungen gezielt erheben“

  1. Ausführliches Protokoll:
    • Zusammenhang ICF und PEDI wird aufgezeigt. Zusammenhang ist für alle Teilnehmenden klar.
    • Unterschied Leistungsfähigkeit und Leistung wird erklärt: zwischen der ersten Ausführung und der automatisierten Ausführung liegen bis zu zwei Jahre. Auch die Art und Intensivität der Hilfestellung ist hier zentral Qualifier ICF (Kann er das/ macht er das)

    • Ref.: wie stark sind die Teilnehmer unter Druck zu Beschreiben usw.:
    o Teilnehmer 1: Nur Aktivitäten in Bericht, dieser geht in erster Linie an die Eltern und dient zum fachlichen Austausch. Für das Standortgespräch bringt jeder einen Bericht mit, aus welchem man die Förderziele definiert.
    o TN2 : Assessment sind zentral um die Qualität nachzuweisen. Geschätzt wird die klare Darstellung und die Patientenorientierung (COPM). Das Patienteninteresse liegt im Fokus.
    o TN3: Die Frage ist welche Assessment eignen sich wenn man das Modell der ICF zu Grunde liegt. Wichtig ist, was es dem Patient bringt. Auch bei Übersetzungen gibt es ein Problem. Ist das Instrument geeignet und falls ja für welche Kinder? (sozial auffällige Kinder, Körperlichbehinderte oder geistig behinderte Kinder)
    o Ref: Hier ist die Schnittstelle zwischen Therapeuten und Pädagogen wichtig. Das PEDI wurde von Therapeuten (Gesundheitsberufen) entwickelt. Krankenkassen bezweifeln teilweise Kriterien der PEDI an (Kosten). Hier entsteht ein Zwang sich zu „Beweisen“ und der Messfaktor (Outcome) ist wichtig. Da nicht alles messbar ist, ist es wichtig Kriterien zu definieren. Auch die Zielstufe des Tests ist wichtig.
    o TN: Bewegungsausmasse nützen nichts, da die Kostenträge dies in Frage stellen. KK stellt keine zusätzlichen Mittel auf Grund von Fortschritten zu Verfügung. Nicht nur ICF sondern in den Gesetzten.
    o TN: Die Frage ist auch: Was bringt mehr. Viele Tests in Funktion, wenige in Aktivität und Partizipation.
    o Ref: Ansatz und Denken ändert sich wenn man Faktoren wie Umweltfaktoren, Beziehungen und Hilfsmittel mit einbezieht.
    • Viele Studien mit dem PEDI: Für Rechtfertigung für Teilnahme ist eine deutsche Version essentiell.
    • Selbständiger Toilettenbesuch wichtig für die Einstufung (Integriert, Sonderschule usw.)
    o TN: Auch Ziel die Umwelt zu verbessern um dem Kind genügend Hilfe zu bieten.
    o Unterstützung für nicht selbständigen WC-Besuch kann bestenfalls mit einem Schlüssel ermöglicht werden.
    • Verteilung PEDI-Bogen und Erklärung
    • Welche Themen sind wichtig bei der Selbstversorgung?
    o TN: Essen, Trinken
    o TN: Mobilität, Positionslagenwechsel
    o TN: Körperpflege
    • Test ist für 7.5 Jahre alte Kinder gedacht, kann jedoch je nach Behinderungsart und Alter gemacht werden
    o TN: Früher wurde jedoch das Angebot nicht auf das Alter und die Bedürfnisse angepasst
    • Welche Themen sind wichtig bei der Mobilität:
    o TN: Fortbewegung
    o TN: Lagewechsel
    o TN: Positionswechsel
    o TN: Kommunikation  Ref: dies ist soz. Kompetenz
    o Ref: Hier sind viele Aspekte welche den Transfer berücksichtigen. Hier sieht man, dass der Test für Kinder mit Schwierigkeiten in der Fortbewegungen haben.
    o TN: In der Mobilität wird nicht auf Hilfsmittel eingegangen, diese sind jedoch nicht unerheblich.  Ref.: Dies ist ein zentrales Thema: Was wird gemessen? (norm. Rollstuhl, Elektrorollstuhl… PEDI sagt: nimm dieses Fortbewegungsmittel, welches das Kind im Normalfall benützt.) Fuktioneller Fertigkeitsscore kann sich auch mit passenden Hilfsmittel verbessern.
    o TN: Hier ist auch die Frage wichtig: Für was brauche ich den PEDI (vorher überlegen)
    o TN: Auch für den Vergleich ist dies wichtig
    o TN: Genau, hier habe ich mir überlegt, dass ich es will für den Vergleich. Ich mach jedoch andere Kreuze wenn ich es für die IV brauche.
    o REf: Dies sollte für alle Erhebungsinstrumente gelten: man muss ich vorher überlegen für was man es braucht, warum man es braucht und wen man befragt.
    o TN: Hier finde ich es auch spannend, wenn man es mit dem ICF vergleicht, dass es hier mehr Kriterien gibt. Man muss bei Alltagsaktivitäten bedenken: wo meine ich die Verlagerung (Toilette, Bett usw.)
    o Wenn ein Kind im Transfer besser wird, wird es nicht nur in einem besser sondern in vielen.
    • TN: Ist die Basis für das Formular Gespräche mit Erzieher oder wie funktioniert das?
    o REf: Dies kann man als Fragebogen ausfüllen. Ursprünglich wurde es jedoch für ein Interview entwickelt. Ich bin der Meinung, dass die Items nicht so selbsterklärend sind, da sie Interpretationsspielraum lassen.
    Die Art und Weise wie man dieses Interview führt ist auch sehr unterschiedlich. Macht man es z.B. in einem Gespräch oder Fragt man einfach die Fragen. PEDi hat eine grosse Performance da man nur ja oder nein ankreuzen kann.
    o TN: Bsp. Nahrung in festen Stücken, wenn nicht alles geht. Wo soll man hier das Kreuz machen?
    o TN: Hier ist es wichtig mit wem man den Fragebogen macht, z.B. Mutter
    o Ref: Therapeuten unterscheiden mit wem das PEDI gemacht wird. Bei ähnlichen Berufsgruppen kommt man auf ähnliche Resultate, befragt man z.B. Lehrer und Eltern kommen unterschiedliche Resultate heraus
    o TN: Hier finde ich es schön, dass man angibt mit wem man den PEDI macht (z.B. Eltern). Macht man den Test nach einem Jahr wieder muss man bedenken mit wem man den Test gemacht hat.
    o Ich versuche noch herauszufinden was sozusagen der Clou ist.
    o Ref: Das man es aufzeigt
    o TN: Das der Status erhoben wird: was sehe ich? Wie gucke ich drauf und was nehme ich wahr. Der Blickwinkel ist wichtig.
    o TN: Dies kann ich der KK jedoch nicht vorlegen
    o TN: Dies kann ich jedoch auf eine andere Art der KK zeigen, z.B. das die Elternsicht und die Fachmeinung abweichen
    o TN: Ich glaube auch das ich als Fachkraft den Bogen gar nicht ausfüllen kann, z.B. Baden und Duschen
    o Ref: Warum sollte es die KK nicht interessieren was die Mutter meint?
    o TN: ich bin HP, für mich muss ein Testverfahren standardisiert sein. Ich fände es es spannend zu sagen das man es nutzt um die verschiedenen Perspektiven zu vergleichen.
    o Ref: was sind Alltagsaktivitäten im Partizipationskontext für dich?
    o TN: Selbständige Handlungen im Alltag (essen, trinken usw.)
    o Ref: Standardisierte Alltagsaktivitäten zu erfassen ist für mich ein Wiederspruch, da es z.B. einen Unterschied macht ob man mit einer Schnabeltasse oder einem Glas trinkt. Du hast also recht: wir haben keine wirklich gute qualitative Beschreibung (z.B. werden Schmerzen und Spastikern nicht abgebildet)
    o TN: Wenn ich pragmatisch an die Arbeit gehe denke ich mir jedoch oft: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Hier bin ich der Meinung, dass man pragmatisch an die Arbeit gehen soll. Bei vielen Tests werden effektive Alltagssituationen nicht berücksichtigt.
    o TN: Türkei hat es auch übersetzt, jedoch ist die Kultur dort sehr unterschiedlich. Werden kulturelle Besonderheiten berücksichtigt?
    o TN: Genau, hier kommen die Personenfaktoren hinzu. Der PEDI ist nur ein Instrument.
    • TN: Kann ich das z.B. Eltern in die Hand drücken, wenn diese warten?
    o Es soll schon ein Interview sein. Es kann für Eltern sehr frustrierend sein wenn sie immer nein sagen müssen. Teil 1 kann man jedoch schon abgeben.
    • Was möchte das PEDI? Es möchte sagen was ist typisch für welches Alter. In welchem Alter erlernen die Kinder typischerweise einer Aktivität? Es ist also auf die Aktivität bezogen. (für typisch entwickelte Kinder)
    • TN: Ich fände die Lernzielsetzung gemäss PEDI sehr spannend beim Elterngespräch (Bezug auf Folie)
    o Ref: Hier ist auch eine Statuserhebung im Bezug auf einzelne Kategorien möglich. Es gibt kein Over-All, sondern verschiedene Werte je nach Kategorie.
    • TN: Bei den Funktionellen Fertigkeiten (E: Problemlösung). Wenn es in 23 ist macht es ja 22 nicht mehr. Hier müsste ich im 22 eine 0 setzen, obwohl das Kind es aufgrund der Entwicklung nicht mehr macht.
    o Ref: Verweist auf Folie „Tipps für Bewertung“
    • TN: Gibt es Erfahrungen mit Autisten?
    o Computer adaptierte Version, in welcher es eine Autismus-Version gibt. Dies ist jedoch nur in Englisch und Spanisch. Evtl. anfangs nächstes Jahr.
    • Ref.: Im Teil 3 werden die Items zusammengefasst. Dies kann für Eltern schwierig werden. Beurteilung von 0-5. Man beginnt mit der Frage wer mehr als 50% der Aktivität aus (Betreuungsperson oder Kind).
    • TN: Dies finde ich spannend wenn man den Bogen ausfüllt, da z.B. eine Aufsichtsperson dort sein muss um das Kind daran zu erinnern oder die Kleidung in der richtigen Reihenfolge hinzulegen. Hier finde ich es spannend diese 50% genau zu definieren.
    • Ref: Gibt es noch Unklarheiten oder habt ihr bestimmte Kinder vor Augen?
    o TN: Ich finde man muss auch sagen, dass nicht jedes Nichtkönnen einen Entwicklungsrückstand ist. Es ist nicht immer ein Entwicklungsrückstand, sondern kann auch eine Gegebenheit sein.
    o TN: Macht auf Spina-Diffida aufmerksam
    o TN: Ich habe selbst einen Sohn mit Spina-Diffida. Er hat keinen Entwicklungsrückstand sondern wird nie laufen können
    o Ref: der PEDI ist kein Entwicklungstest. Stichwort: Activity Limitations.
    o TN: Macht auf DaZ-SuS aufmerksam, da bei diesen das Entwicklungsalter nicht mit SuS mit Erstsprache Deutsch vergleichbar sind.
    o TN: Unterschied Deutschland: Definition Behinderung ist wenn der Entwicklungsstand von der Norm abweicht. Man muss das Entwicklungsalter des Kindes z.B. bei Spielen berücksichtigen
    o TN: Oder die Spielstufe

  2. Kurzprotokoll aus dem Workshop:
    „Crashkurs“ PEDI in welchem die Idee und das Vorgehen aufgezeigt wurde. Im Workshop wurden die verschiedenen Anwendungsbereiche sowie die Stärken und Schwächen des PEDI aufgezeigt und besprochen. Die Teilnehmenden äusserten dazu eigene Fragen und Kritikpunkte, welche anschliessend in der Gruppe besprochen wurden. Dabei kristallisierten sich als wichtige Punkte die personenspezifische Anwendung und die wirkungsorientierte Anwendung (wird das Verfahren für die Förderung oder für die IF angewendet?) heraus.
    Ebenfalls wurde das PEDI im Zusammenhang mit dem ICF besprochen.

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