Inspirierende Studienreise ins Land der Morgenröte

17 Dozierende der PH Zürich, HFH, ZHAW und der Berner FH begaben sich Anfang September auf eine gemeinsame Studienreise ins Reich der Mitte. Auf der Reise, die vom Zentrum für Hochschulbildung und Erwachsenenbildung (ZHE) der PH Zürich organisiert wurde, besuchte die Gruppe die drei Wirtschaftsmetropolen Hong Kong, Guangzhou und Shanghai, wo sie zahlreiche Gespräche mit Vertretenden von (Hoch)Schulen, Firmen und swissnex führte. Hier berichtet eine Teilnehmerin von den aussergewöhnlichen Einblicken in Chinas akademisches und kulturelles Leben, welche die Gruppe während der Reise gewann.


An der Education University of Hongkong, einer langjährigen Partneruniversität der PHZH, wurden wir wie alte Bekannte empfangen. Im Zentrum des Gesprächs mit dem Vize-Direktor der Hochschule stand ihr langer Weg der Akkreditierung vom Institut hin zur Universität, der trotz aller kultureller Unterschiede in vielem an die Transformation der Seminare in die Pädagogischen Hochschulen erinnerte.

Beim gemeinsamen Mittagessen mit Austauschstudierenden erfuhren wir viel über das Leben auf dem Campus. So zum Beispiel, wie sich das Studieren im feuchten, heissen Klima anfühlt oder welche Herausforderungen mit dem Wohnen in den engen 6er-Zimmern auf dem Campus verbunden sind. Spannend war auch der Einblick in die Bibliothek, die sich in den letzten Jahren zu einer inspirierenden Lernlandschaft entwickelt hat und den Studierenden rund um die Uhr als Arbeits- und Lernort zur Verfügung steht.

Nach diesem Besuch sammelten wir Eindrücke ausserhalb des Bildungsbereichs. Auf der geführten Stadttour besuchten wir einige der wichtigsten Stätten der pulsierenden Millionenmetropole. Der Besuch des Man Mo Tempels, wo uns ein eindrücklicher Einblick in dessen kulturelle und religiöse Bedeutung gewährt wurde, bleibt unvergessen. Bei einer traditionellen chinesischen Teezeremonie liessen wir den Tag schliesslich ausklingen und tauschten unsere Eindrücke aus.

Reise à la Chinoise nach Guanzhou

Auf unserer Weiterreise nach Guangzhou mit U-Bahnen und Zügen erlebten wir die Strapazen hautnah, die Chinesinnen und Chinesen auf sich nehmen, wenn sie sich mit Massenverkehrsmitteln fortbewegen. Immer wieder staunten wir über die Gelassenheit, mit der sie die Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs hinnehmen. Etwas gezeichnet von der anstrengenden Reise kamen wir schliesslich im Campus-Hotel der South China Normal University an, wo wir von der Universitätsleitung herzlich empfangen wurden. Die South China Normal – ebenfalls eine Partnerhochschule der PH Zürich – zählt 20’000 Studierende.

Unsere Gastgeber nahmen sich viel Zeit, uns ihre Ausbildungsmodelle und -ziele näherzubringen. Im Gegenzug hielten Annelies Kreis (PHZH), Franziska Detken (PHZH) und Torsten Mähne (BFH) eine Vorlesung, in der sie die praktische und theoretische Ausbildung von Schweizer Lehrkräften und Technikstudierenden erläuterten.

Letzte Station Shanghai

In Shanghai, unserer letzten Destination, besuchten wir unter anderem swissnex, eine Regierungsorganisation des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Sie hat zum Ziel, die Zusammenarbeit der Schweiz und der Partnerländer in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation zu fördern. Mit grossem Interesse verfolgten wir die Ausführungen der swissnex-Verantwortlichen zur Bildungsexpansion und zu den Herausforderungen für Lernende und Schulen in China. Was wohl allen Teilnehmenden unserer Studienreise in nachhaltiger Erinnerung bleiben wird, waren die Erläuterungen zur zentral durchgeführten Prüfung «Gaokao» (chin. für «Hohe Prüfung»). Dieses Examen zur Hochschulimmatrikulation entscheidet weitgehend über den weiteren Karriereweg und damit auch über die Einkommenschancen im späteren Leben. Unter dem enormen Druck, der von diesem lebensentscheidenden Examen ausgeht, büffeln die Prüflinge monatelang Tag und Nacht, um einen Studienplatz an einer renommierten Hochschule zu ergattern.

Die Studienreise nach China – die dritte und letzte in dieser Form – war für alle Teilnehmenden ein inspirierendes und bleibendes Erlebnis. Neben den vielfältigen Inputs aus dem chinesischen Bildungsumfeld prägen auch persönliche Erlebnisse sowie kulinarische und kulturelle Eindrücke unsere Erinnerungen. Immer wieder waren wir gefordert, uns mit unseren Bildern des Landes auseinanderzusetzen und diese zu erweitern oder zu revidieren. Die gemeinsame Arbeit an diesen Bildern und der angeregte Austausch innerhalb der Gruppe machten die Studienreise für uns alle zu etwas Besonderem.