Lernen, lehren und leben im Ausland

Die ehemalige PHZH-Studentin Marlen Kappler lebt heute in Norrköping und unterrichtet als Oberstufenlehrerin.

132 Studierende der PH Zürich verbringen im kommenden Studienjahr ein Semester im Ausland. Die meisten von ihnen werden zurückkehren mit vielen Erfahrungen, neuen Freundschaften und schönen Erinnerungen im Gepäck. Andere werden so begeistert sein vom Leben im Ausland, dass sie früher oder später zurückkehren. So wie Marlen Kappler. Im vierten Semester ihrer Ausbildung entschied sich die damals 22-Jährige für ein Auslandsemester und reiste ins schwedische Linköping. Während ihrem Aufenthalt verliebte sie sich und kehrte drei Jahre später, nachdem sie ihr Studium an der PH Zürich abgeschlossen hatte, nach Schweden zurück. Sie blieb – selbst dann, als ihre damalige Beziehung in die Brüche ging.

An der PH Zürich haben alle Studierenden die Möglichkeit, ein Mobilitätssemester zu absolvieren. Das Angebot wird rege genutzt: 2017 haben sich beispielsweise 30 Prozent des Studienjahrgangs H15 der Primarstufe für ein Mobilitätssemester beworben. Für die Mitarbeitenden des International Office der PH Zürich, das den Studierenden als erste Anlaufstelle in Sachen Studienaufenthalt dient, ist es eine Herausforderung, alle Studierenden zu platzieren. Aufgrund der Vielzahl von Partnerhochschulen in der Schweiz, Europa und Übersee konnte bis anhin jedoch immer für alle Studierenden ein Platz gefunden werden.

«Keine Pauschalreise»

Nicht alle Destinationen seien gleich beliebt, sagt Barbara Nafzger, Austauschkoordinatorin an der PH Zürich: «Skandinavien gilt als gut organisiert und ist daher sehr beliebt. Wer etwas mehr wagt, geht nach Tallinn in Estland oder nach Cluj-Napoca in Rumänien. Es reisen aber auch jedes Jahr einige Studierende nach Hong Kong oder Guangzhou.» Letztere seien meistens Studierende, die bereits Auslandserfahrung mitbringen. Doch eines stellt Barbara Nafzger klar: «Ein Mobilitätssemester ist keine Pauschalreise. Die Organisation des Aufenthalts bedeutet für die Studierenden einen beträchtlichen Mehraufwand.» Barbara Nafzger ist überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt: «Neben dem Fachlichem lernen die meisten Studierenden auch bezüglich Reife, Eigenorganisation und Selbstständigkeit enorm viel dazu. Zudem lernen sie, was es heisst, mit jedem Satz eine Übersetzungsleistung zu erbringen. Und sie erfahren, warum Integration manchmal echte Knochenarbeit sein kann.»

Vor zehn Jahren absolvierte Marlen Kappler in Schweden ein Mobilitätssemester.

Auch Marlen Kappler brauchte Zeit, um sich an die veränderten Bedingungen in Schweden zu gewöhnen. Mittlerweile aber fühlt sich die 32-Jährige in Norrköping heimischer denn je. Sie ist verheiratet und unterrichtet als Oberstufenlehrerin 50 Prozent Deutsch und 50 Prozent Mathematik für Flüchtlingskinder. Das vielgelobte Schwedische Schulsystem habe nicht nur positive Seiten, sagt sie: «Als Lehrperson muss man 35 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz sein. Die restlichen zehn Stunden darf man von zu Hause aus arbeiten. In diesem Punkt ist man in der Schweiz freier.» Mehr Entscheidungsfreiheit geniessen hingegen die Schülerinnen und Schüler. «Der Umgang mit den Schülerinnen und Schülern ist allgemein anders, die Beziehung ist herzlicher und näher. Vielleicht auch deshalb, weil sich hier alle gegenseitig mit dem Vornamen ansprechen.» Es habe Zeit gebraucht, um sich an diese Dinge zu gewöhnen, sagt Marlen Kappler. «Doch mittlerweile fühle ich mich wohl hier und bin sehr glücklich mit meinem Leben.»

Corina Rainer

Deutschunterricht für Flüchtlinge: Ticketkauf und Traditionen in der Schweiz und anderswo

Seit einem halben Jahr erteilen Studierende der PH Zürich Flüchtlingen täglich während zwei Stunden Deutschunterricht – so auch an diesem Donnerstagabend im April. Auf dem Platz vor dem Eingang zur Hochschule geniessen die Studierenden die letzten lauen Stunden an diesem Tag. Man sitzt beisammen oder spielt Tischtennis. Nur wenige Meter neben ihnen versammeln sich 16 Personen in einem Klassenzimmer. Für sie fängt der Unterricht erst an. Bei der Gruppe handelt es sich nicht um eine herkömmliche Klasse. Die 16 Personen sind Flüchtlinge. 14 Männer, zwei Frauen. Die meisten stammen aus Afghanistan. Aber auch Eritreer und Iraner finden den Weg an die PH Zürich. Sie sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Alle sind vor rund eineinhalb Jahren in der Schweiz angekommen. Sie erzählen, wo sie jetzt leben. Über die Art und Weise, wie sie in die Schweiz gekommen sind, sprechen sie nicht ‒ unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Schicksale. Eines haben sie aber gemeinsam: Sie alle sind hier, um sich der deutschen Sprache anzunähern.

Halbtax und retour

Vor der Klasse steht Valentin Obrecht. Der Student der PH Zürich ist spontan für einen Freund eingesprungen. Es ist das erste Mal, dass er die Klasse unterrichtet. Das Projekt «Deutsch für alle: Deutschkurse für Asylsuchende an der PHZH» wurde im November 2016 von Studierenden lanciert. Mittlerweile sind ca. 20 Studierende aktiv daran beteiligt. Von Montag bis Freitag unterrichten sie während zwei Stunden drei Klassen parallel. «So erreicht unser Projekt momentan knapp 60 Leute», erzählt Projektleiterin Tamira Ernst. Es seien Intensivkurse, die sie anbieten, sagt sie. Daher ist es von Vorteil, wenn die Schülerinnen und Schüler den Kurs jeden Tag besuchen.

Der Lernwille bei den Flüchtlingen ist da. Das erkennt man vom ersten Moment an. Valentin Obrecht startet mit einem kurzen Dialog. Die Szene spielt sich am Bahnhof ab. Wie löst man ein Ticket richtig? Was ist ein Halbtax, was bedeutet «retour»? Der angehende Sekundarlehrer ist von den Sprachkompetenzen der Anwesenden begeistert. Mit der Übung sollen sie spielerisch anhand von Alltagssituationen die deutsche Grammatik kennenlernen und sich gleichzeitig wertvolles Wissen aneignen, wie man sich am Bahnschalter verhält.

Die Schülerinnen und Schüler sind engagiert. Es ist ruhig im Zimmer. Konzentriert arbeiten sie in Zweiergruppen und kreieren ihren eigenen Bahnschalter-Dialog.

Nach einer Stunde ist es Zeit für eine Pause. Die meisten zieht es sofort zum Tischtennistisch. Gemeinsam mit den Studierenden jagen sie um den Tisch und treffen den kleinen Ball mit zielsicheren Schlägen. «Einige sind nach dem Unterricht oft wieder hier und spielen, bis es dunkel wird», sagt Valentin Obrecht. Der Besuch des Deutschunterrichts bringt also nebst dem Erlernen der Sprache weitere Vorteile; er leistet einen wertvollen Schritt zur Integration im neuen Land.

Drei weitere Schüler möchten aber sogar auch in der Pause ihren Wissensdurst stillen. Sie lassen sich von ihrem Lehrer den eben behandelten Stoff noch einmal erklären.

Von Traditionen und Festen

Im zweiten Teil der Lektion dreht sich alles um Traditionen. Valentin Obrecht teilt der Klasse jeweils einen Text über ein spezifisches Land zu. So versucht jeder für sich den kurzen Artikel über die traditionellen Besonderheiten eines Landes zu entschlüsseln. «Die Texte sind eigentlich für Personen bestimmt, die seit mindestens zwei Jahren in der Schweiz sind», sagt Obrecht. «Ich möchte herausfinden, wie gut sie damit klar kommen.» Kein leichtes Unterfangen. Einen Text zu verstehen, ist eine Sache. Wenn es aber anschliessend aber darum geht, den anderen den Text in eigenen Worten zu beschreiben, verkompliziert sich die Aufgabe. Geduldig erklärt Valentin Obrecht einzelne Wörter. Er spricht langsam und deutlich, verwendet seine Gestik zur Veranschaulichung des Erzählten.

Im Anschluss erhalten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, etwas über eine Tradition oder ein Fest in ihrem Herkunftsland zu erzählen. Der älteste Mann der Klasse stammt aus dem Iran und berichtet davon, wie sie an Neujahr mit der Familie feiern. Er schwärmt vom Essen und wie sie nach den Feierlichkeiten durchs Dorf spazieren. Die anderen lächeln und nicken zustimmend. Jeder erinnert sich in diesem Moment daran, wie sie früher gefeiert haben.

Kurz bevor die zwei Stunden vorbei sind, packt Valentin Obrecht zwei blaugefärbte Ostereier aus und erklärt seiner Klasse den Schweizer «Eiertütsch»-Brauch. Nach Abschluss des Unterrichts löst sich die Klasse schnell auf und die meisten Männer und Frauen verschwinden Richtung Hauptbahnhof.

Fabia Bernet

«Wir geben nicht auf, bevor wir es nicht 20 Mal versucht haben»

Dario Schwörer erzählt an der PH Zürich von seiner Expedition.

Dario und Sabine Schwörer sind in den letzten 16 Jahren um die ganze Welt gereist – zu Fuss, per Velo oder mit dem Segelboot. Weder grosse Wellen und stürmische Winde noch knappe Finanzen und die Geburt ihrer sechs Kinder konnte das Paar abhalten, ihre Tour fortzusetzen. Unbeirrt und ungeachtet der Zweifel von Freunden und Familien machten sie weiter. Denn Dario und Sabine Schwörer sind auf einer Expedition, die mehr ist als ein Job, ein Projekt oder eine Auszeit. Sie sind unterwegs, um mit umweltfreundlichen Mitteln den höchsten Gipfel jedes Kontinents zu erklimmen und gleichzeitig Menschen auf der ganzen Welt für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

Im Februar machte Dario Schwörer in der Schweiz halt. Stefan Baumann, Leiter des Fachbereichs Bildung für Nachhaltige Entwicklung an der PH Zürich, nutzte die Gelegenheit und lud den Bündner für ein Referat an die PH Zürich ein. Sportlich gekleidet und ausgerüstet mit einem kleinen Rucksack kam Dario Schwörer deshalb an einem Dienstagabend an die PH Zürich und erzählte vom Engagement seiner Familie in den letzten 16 Jahren.

Einfach anfangen

Die Reise von Dario und Sabine Schwörer startete in der Schweiz, als der passionierte Bergsteiger und Skilehrer und die gelernte Krankenschwester aufbrachen, um die höchsten Schweizer Gipfel zu besteigen. Schon damals verknüpften sie Sport und Umweltschutz: Ihr Ziel war es, Menschen kennenzulernen, die sich für die Nachhaltigkeit einsetzen. Dabei stiessen sie beispielsweise auf einen Lehrer, der seine Bücher im Kühlschrank lagerte. Seine Nahrungsmittel bewahrte er draussen vor dem Haus auf, da es dort genug kalt war. Dadurch konnte er Geld und Energie sparen. «Ich finde kleine Projekte wie dieses immer spannender als grosse», sagte Dario Schwörer. «Denn in der Summe können sie viel bewirken.»

Als das Ehepaar alle hohen Gipfel bestiegen hatte, beschlossen sie, ihre Reise auszuweiten und mit dem Fahrrad ans Meer zu fahren. Dort angekommen, entschieden sie, ihre Expedition auf dem Wasserweg fortzusetzen. Ein grosszügiger Segelbootbesitzer stellte ihnen sein Boot zur Verfügung – unter der Bedingung, dass sie es ihm am Ende ihrer Reise wieder zurückgeben würden. «Man muss einfach anfangen», erklärte Dario den interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern. «Das meiste lernt man ohnehin nicht durch Bücher, sondern unterwegs. Wenn man ein gutes Konzept und ein Ziel hat, dann kommt man immer an.»

Dario Schwörer weiss, wovon er spricht. In den folgenden Jahren kam er nämlich immer und immer wieder an verschiedensten Orten an: In Nepal beispielsweise, wo er und seine Familie den Mount Everest vom Müll der Bergsteigenden befreiten. In Australien, wo sie zahlreiche Schulen besuchten und mit Schülerinnen und Schülern verschiedenste Umweltprojekte durchführten. Oder in der Arktis, wo sie Eisbären beobachteten und im Auftrag einer Universität Eisproben sammelten. Nicht immer lief dabei alles nach Plan und oft musste das Paar Hürden überwinden. Doch Zweifel hatten sie nie – selbst dann nicht, als sie im Südpazifik mit einem langen Riss im Rumpf ihres Segelboots zwei Wochen lang auf hoher See navigieren mussten. «Wir haben uns von Anfang an gesagt: Wir versuchen es 20 Mal. Vorher geben wir nicht auf.»

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg

Bis heute haben Dario Schwörer und seine Familie über 100’000 Schulen in über 100 Ländern besucht. Denn Kinder, ist der sechsfache Familienvater überzeugt, hätten die besten Ideen, wenn man nach Lösungen suche. «Sie sind meine grosse Hoffnung. Wer etwas für die Zukunft tun will, sollte in die Jugend investieren.» Der Bildung räumt er einen entsprechend hohen Stellenwert ein, was er auch in seinem Referat an der PH Zürich betonte: «Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg», sagte er und fügte an: «Ich gratuliere ihnen zu ihrer Berufswahl. Der Lehrberuf ist der beste Beruf, den es gibt.»

Der 75-minütige Vortrag war schnell vorbei. Die Zeit hatte aber offenbar ausgereicht, um das Interesse des Publikums zu wecken. Dies bewiesen die vielen Fragen, die Dario Schwörer abschliessend gestellt wurden. So wollte etwa ein Student wissen, wie der Unterricht seiner Kinder gewährleistet wird, wo sie doch so viel herumreisten. «Wir sind immer relativ lange an einem Ort, sodass sie eine lokale Schule besuchen können. Und wenn wir mit dem Segelboot unterwegs sind, haben wir eine Lehrerin oder einen Lehrer an Board», antwortete der Bündner und fügte an: «Wenn Sie also Interesse haben, uns auf einer Etappe zu begleiten, dann melden Sie sich.»

Mehr Informationen zur Expedition finden Sie auf www.toptotop.org.

Eine Woche ohne Smartphone – ein Selbstexperiment

Priscilla Galli, Studentin an der PH Zürich,  hat im Rahmen einer Lehrveranstaltung in Medienbildung eine Woche auf ihr Smartphone verzichtet. Ihre Erfahrungen hielt sie in einem Bericht fest, der hier in gekürzter Form veröffentlicht wird.


 

Mittwoch

Heute habe ich mich um Punkt 12 Uhr für eine Woche von meinem iPhone verabschiedet. Obwohl ich mich selbst nicht als «Smartphone-Addict» bezeichnen würde, da ich gut auskomme, ohne mein Telefon nonstop zu checken, es beim Essen nie auf den Tisch lege und oft den Flugmodus aktiviere, muss ich zugeben, dass es sich ungewohnt anfühlt, komplett ohne Telefon unterwegs zu sein.

Vorbereitend habe ich mir für diese Woche alle wichtigen Nummern notiert, meine Arbeitgeber informiert, dass ich diese Woche nur per E-Mail erreichbar bin und den Personen, mit denen ich am meisten Kontakt habe, Bescheid gegeben, dass sie mich über Facebook erreichen können.

Am Abend war meine Familie zu Besuch. Es war ein komisches Gefühl, mich darauf verlassen zu müssen, dass sie um die vereinbarte Zeit erscheinen. Eigentlich eine traurige Erscheinung, da Abmachungen, Verlässlichkeit sowie Pünktlichkeit definitiv an Wert verloren haben, seit wir die Möglichkeit haben, andere sofort telefonisch über die eigene Verspätung zu informieren.

Donnerstag

Zwischendurch habe ich heute vergessen, dass ich mein Smartphone abgegeben habe. Den Abend habe ich bewusst wahrgenommen, da ich endlich mal wieder in meinem Buch gelesen habe, das ich schon vor längerer Zeit begonnen habe. Ich lese sehr gerne, lasse mich aber oft durch Facebook-Videos ablenken und ehe ich mich versehe, habe ich bereits eine knappe Stunde online verbracht.

Samstag

Heute musste ich nicht arbeiten und hatte einen ruhigen Samstag geplant. Ich nahm mir vor, ein bisschen für die PH zu lesen, da ich das bis jetzt total vernachlässigt hatte. Dies konnte ich ganz konzentriert tun und mir dann ohne schlechtes Gewissen eine lange Pause gönnen. Als ich ein Telefon tätigen musste, lieh mir meine Mitbewohnerin eines. Später schrieb mich eine Freundin auf Facebook an, wie mein Leben ohne Telefon und abseits des Geschehens sei. «Ehrlich gesagt», antwortete ich ihr, «ist es ziemlich erholsam, solltest du auch mal ausprobieren». Danach loggte ich mich schnell wieder aus.

Dienstag

Heute im Zug habe ich mich das erste Mal geärgert, kein Smartphone zu haben. Bisher habe ich es gut ausgehalten, keine Musik zu hören. Aber heute früh sass ich mit mitteilungsbedürftigen Personen im Abteil und hielt es kaum aus, alles mithören zu müssen. Auch am Mittag gab es eine Situation, in der ich gerne jemanden angerufen hätte, da ich nicht wusste, wo die Person war.

Mittwoch

Mein letzter Tag ohne Smartphone! Die Woche ging extrem schnell vorüber. Soeben hatte ich die Lehrveranstaltung «Medienbildung» und ich konnte meine Erfahrungen und Eindrücke teilen. Spannend, wie die anderen Studierenden interessiert waren und so viele Fragen stellten. Fragen wie «Wie hast du mit anderen abgemacht?» haben mir einmal mehr gezeigt, wie stark verankert das Smartphone in unserem Alltag ist. Aktionen, die wir früher ohne Smartphone gemeistert haben, kommen uns nun unmöglich vor. Am Ende der Doppelstunde bekam ich mein Smartphone zurück. Ich habe soeben meine Nachrichten gecheckt: Eine Combox-Nachricht, 20 SMS und 74 WhatsApp-Nachrichten, davon vier wichtige Nachrichten, die ich beantworten muss. Der Rest? Memes, Nachrichten von Personen, die vergessen hatten, dass ich telefonlos war sowie unnötige Spamnachrichten in Gruppenchats. Aktuell liegt mein Telefon im Flugmodus in meiner Tasche. Wie schön das Leben doch ohne Smartphone sein kann.

Fazit

Diese Woche hat mir gezeigt, dass ich gut ohne mein iPhone auskommen kann, worauf ich – ehrlich gesagt – schon ein wenig stolz bin. Ich konnte mich organisieren und hatte nie das Gefühl, dass ich es ohne nicht aushalte. Ich könnte sogar gut eine weitere Smartphone-lose Woche anhängen. Was mir am meisten am Gerät gefehlt hat, war meine Musik.

Schultechnisch habe ich nur profitiert in dieser Woche. Ich war beim Lesen zu Hause viel konzentrierter, effizienter und genoss besseren und längeren Schlaf. In den Lehrveranstaltungen war ich viel präsenter, da ich kaum abgelenkt war. Diese hohe Konzentration erhoffe ich mir auch künftig im Lehrerberuf bei meinen Schülerinnen und Schülern. Einerseits vereinfacht es mir das Unterrichten, andererseits profitieren die Schülerinnen und Schüler von ihrer eigenen erhöhten Konzentration.

Am Rande der PH und doch mittendrin

Hanspeter Mathys

Es liegt etwas abseits, das Büro der psychologischen Studierendenberatung. Im Sihlhof ist es untergebracht, vom Haupteingang im Erdgeschoss muss man zweimal links abbiegen, bevor man den langen Gang und schliesslich die Tür zum Raum LAD-007 erreicht. «Es ist gar nicht schlecht, dass wir hier unser Büro haben», sagt Hanspeter Mathys. Der Fachpsychologe für Psychotherapie leitet die Beratungsstelle. Vor gut zwei Jahren hat er seine Arbeit an der PH Zürich aufgenommen. Damals noch arbeiteten er und seine Mitarbeiterin Claudia Schaub, ebenfalls Fachpsychologin für Psychotherapie, in einem Grossraumbüro der Hochschule. Die Beratungen führten sie in Seminarräumen durch. «Hier, am Rand der PH ist es für die Studierenden einfacher, offen über sich zu sprechen», sagt er. Claudia Schaub bestätigt: «Die Atmosphäre für die Beratungen ist anders, seit wir hier sind. Ich habe den Eindruck, die Studierenden schätzen dies.»

Claudia Schaub

Die psychologische Studierendenberatung steht allen immatrikulierten Studierenden der PH Zürich offen. Wer Probleme im Studium hat oder mit privaten Schwierigkeiten kämpft, stösst hier auf offene Ohren. Die Beratungsstelle bietet Hand bei einer Vielzahl von Problemen. Sei es bei Prüfungsangst, Lernhemmungen und Blockaden, Stress- und Überforderungsgefühlen, bei Zweifeln am Studium oder bei Konflikten mit Mentorinnen oder Dozenten. Auch bei Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Beziehungsproblemen oder Verlusterlebnissen bieten die Psychologen ihre Unterstützung an. Stets unentgeltlich, unter Berücksichtigung der Schweigepflicht und nach dem Grundsatz «Hilfe zur Selbsthilfe». Die Gespräche finden per E-Mail, telefonisch oder persönlich statt. Je nach Bedürfnis reichen eine oder zwei Sitzungen, in manchen Fällen wird deutlich mehr Unterstützung benötigt. Für die Studierenden sind die Beratungen bis zu einer maximalen Dauer von zehn Stunden kostenlos. Benötigen sie längerfristige Unterstützung oder eine Psychotherapie, dann werden sie an Psychotherapeutinnen und –therapeuten mit einer eigenen Praxis weiterverwiesen. Nicht zuständig ist die Beratungsstelle für Studien-, Berufs- oder Finanzberatungen.

Aufschieben wird immer mehr zum Problem

Die vier häufigsten Themen, welche die Studierenden belasten, sind in den Bereichen Konflikt, Motivation, Aufschieben oder Prüfungsangst angesiedelt. Vor allem das Aufschieben entwickelt sich zunehmend zu einer hartnäckigen Problematik, wie Hanspeter Mathys beobachtet: «Häufig reichen pragmatische Hinweise zur Arbeits- und Lernorganisation oder zum Zeitmanagement nicht aus, um den Studierenden zu helfen. Wir haben viele Personen beraten, die nicht vorwärts kamen und bei denen das Aufschieben Symptom einer tieferliegenden Problematik war», sagt er. «Die Beratung von zehn Stunden kam hier an ihre Grenzen. Oft war eine psychotherapeutische Behandlung notwendig, für die wir sie dann weiterverwiesen haben.» Eine mögliche tieferliegende Ursache ist gemäss Claudia Schaub die Angst vor der neuen Lebenssituation, die sich mit dem Abschluss des Studiums einstellt: «Dies zeigt sich vor allem darin, dass das Aufschieben oft gegen Ende des Studiums zum Problem wird», sagt sie. «Der oder die Betroffene weiss, dass sich mit einem Diplom vieles ändert im Leben – ein neuer Beruf, möglicherweise auch eine neue Wohnung an einem anderen Ort. Das verunsichert.»

Der Blick in die Fälle des vergangenen Jahres zeigt eine weitere Auffälligkeit: Studierende, die Kinder haben, sind überdurchschnittlich oft erschöpft oder gestresst. Häufig sind Quereinsteigende betroffen, aber nicht ausschliesslich. Gemäss Hanspeter Mathys hat sich in einigen Beratungsgesprächen gezeigt, dass Studentinnen und Studenten mit Kindern unter einem hohen Erwartungsdruck stehen, ihr Studium erfolgreich abzuschliessen. «Oftmals spielte dabei der Faktor Geld eine Rolle. Nämlich dann, wenn ein Paar den Lohn während der berufsintegrierten Phase in der Ausbildung als Quereinsteigende und den anschliessenden Verdienst als Lehrperson nach Abschluss der Ausbildung fix ins familiäre Budget einplante», erklärt er und fügt hinzu: «Das erfolgreiche Bestehen wird erwartet und ist terminiert. Eine Verzögerung oder gar ein Scheitern ist nicht vorgesehen.»

Kompetent in Selbstreflexion und Introspektion

Die zwei Psychologen, die neben der Tätigkeit an der PH Zürich beide in einer eigenen psychotherapeutischen Praxis arbeiten, haben langjährige Erfahrung darin, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. Die ehemalige Primarlehrerin Claudia Schaub berät seit vielen Jahren Lehrpersonen und war als Schulpsychologin und Psychotherapeutin am Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst der Zentralschweiz tätig, bevor sie 2003 an die PH Zürich kam. Hanspeter Mathys hat als Psychologe in verschiedenen Kliniken gearbeitet, schliesslich als Oberassistent am Psychologischen Institut der Universität Zürich. Auch heute noch gibt es Fälle, die den beiden Psychologen nahe gehen. Gerade in akuten Krisensituationen sind sie gefordert. Ein grosser Vorteil ist dann die geografische Nähe zum Kriseninterventionszentrum (KIZ), wo eine Überweisung in einen bis zu fünf Tagen dauernden, geschützten Rahmen möglich ist.

Solche Überweisungen sind die Ausnahme, meistens genügt die maximal zehnstündige Beratung. Dies ist unter anderem auf die Fähigkeiten der Studierenden zurückzuführen: «Wir sind immer wieder beeindruckt, wie kompetent PH-Studierende hinsichtlich Selbstreflexion und Introspektion sind», sagt Hanspeter Mathys. «Es ist zwar häufig so, dass Personen mit einer Tertiärbildung Stärken mitbringen, die eine Beratung erleichtern. Doch PH-Studierende scheinen besonders geübt darin zu sein, ihr eigenes Erleben und Verhalten zu beobachten, zu analysieren und zu beschreiben.»

Ein Tagesschau-Moderator zu Gast an der PH Zürich

Die Erstsemester-Studierenden sind beeindruckt: «Das ist ja genial», sagt einer, «Von hier aus kann man sogar die Berge sehen», antwortet eine andere und ein weiterer fragt: «Denkt ihr, dass absichtlich dieser Raum ausgewählt wurde?» Wer schon einmal im Raum M021 war, der sich im neunten Stock des Hauptgebäudes der PH Zürich befindet und eine Aussicht auf das Grossmünster, den Zürichsee und die Glarner Alpen gewährt, kann die Begeisterung der Studierenden verstehen. Und wer weiss, dass demnächst ein Moderator des Schweizer Radio und Fernsehens den Raum betreten wird, der kann auch die Schlussfolgerung, man müsse das Zimmer aufgrund des Gastes gebucht haben, nachvollziehen. Tatsächlich handelt es sich bei Florian Inhauser um ein prominentes Gesicht, das regelmässig in der Hauptausgabe der Tagesschau zu sehen ist. Doch Dozent Peter Holzwarth hat den Raum aufgrund seiner Grösse und Flexibilität reserviert und nicht wegen der Prominenz des heutigen Gastes. Denn schnell sind hier die Tische beiseite geschoben und die Stühle zu einem grossen Kreis angeordnet, in dem der Moderator den Studierenden in den nächsten 60 Minuten Rede und Antwort stehen wird.

Die Veranstaltung an diesem Novembermittwoch findet im Rahmen des Grundlagen-Moduls «Medienbildung 1» statt, welches alle Studierenden der Primarstufe im ersten Jahr absolvieren. Ziel des Moduls ist einerseits, dass die Studentinnen und Studenten die Grundlagen der Medienbildung kennen und sich mit Grundbegriffen vertraut machen. Andererseits sollen sie ihr eigenes Medienverhalten und Werthaltungen reflektieren. In der Stunde mit Florian Inhauser erfahren die angehenden Primarlehrpersonen aus erster Hand, was es heisst, bei einem Medium zu arbeiten, welche Überlegungen hinter einem Beitrag stecken aber auch, was man von Medienschaffenden lernen und allenfalls in den Lehrberuf übertragen kann. Zur Vorbereitung haben die Studierenden eine Tagesschau-Sendung analysiert. Sie haben bildästhetische Elemente und narrative Strukturen angeschaut und die Körpersprache des Moderators unter die Lupe genommen. Schliesslich haben sie auf einem «Padlet», einer digitalen Pinnwand, ihre Fragen an Florian Inhauser gesammelt.

«Ihr dürft alles fragen, was euch interessiert – seien es Fragen zu Nachrichten und Journalismus oder seien es persönliche», erklärt Peter Holzwarth zu Beginn der Lektion und die Studierenden scheuen sich in der darauffolgenden Stunde nicht, diese Aufforderung in die Tat umzusetzen: «Sind Korrespondenten tatsächlich immer vor Ort, wenn sie in der Tagesschau interviewt werden?», «Schreiben Moderatoren ihre Texte selber?» und «Weshalb berichten die Medien immer so negativ?», wollen sie wissen. Florian Inhauser gibt offen und ehrlich Auskunft. Auf die letzte Frage antwortet er mit einer Gegenfrage: «Was lesen Sie eher: Einen Bericht über drei Tote bei einem Busunglück im Wallis oder die Meldung, dass Schweizer Bauern dieses Jahr besonders viele Zuckerrüben ernten konnten?» Die Studentinnen und Studenten sind sich einig: Den ersten Bericht. «Sehen Sie, so funktioniert die menschliche Psychologie», fasst der Moderator zusammen. «Evolutionär bedingt interessiert sich der Mensch grundsätzlich eher für schlechte Nachrichten, da sie ihm Informationen über mögliche Gefahren geben.»

Die Stunde mit dem Moderator ist schnell vorbei. Nur noch wenige Minuten bleiben, dann muss er sich auf den Weg ins Fernsehstudio machen, um die nächste Sendung vorzubereiten. Man einigt sich auf drei letzte Fragen. «Was sagen Sie eigentlich zum Thema Lügenpresse?», will einer der Studierenden wissen. «Zur Beantwortung dieser Frage bräuchte ich wohl nochmals eine Stunde», antwortet Florian Inhauser und lacht. «Deshalb nur so viel: Es ist sehr schwierig, Leute ins Boot zu holen, die sich weigern, Medien zu nutzen.» Peter Holzwarth ergänzt: «Als angehende Lehrpersonen können Sie dazu aber sicherlich einen Beitrag leisten, indem Sie das politische Interesse von Kindern wecken.» Der Moderator stimmt zu: «Als Lehrerin oder Lehrer haben Sie ganz andere Gestaltungsspielräume als ich sie habe. Nehmen Sie diese Möglichkeiten wahr.»

Mehr Informationen:

Wo Kriegsgeschichte auf Lebensfreude trifft – Bericht einer Studienreise

Beitrag von Marco Kellerhals, Student an der PH Zürich


Bosnien und Herzegowina – ein Land, das zu den ärmsten Europas zählt. Ein Land, das in den 1990er-Jahren während vier Jahren einen Krieg erlebt hat, der bis heute Spuren – physische wie auch psychische – hinterlässt. Ein Land, das sich aus drei Ethnien zusammensetzt, deren Verhältnis zueinander aufgrund der Vergangenheit noch immer zerrüttet ist. Trotz dieser allgegenwärtigen Schwierigkeiten haben die Bosnierinnen und Bosnier eine positive Lebenseinstellung, die ansteckend ist. Dies durfte ich im Rahmen einer erlebnisreichen Studienreise im September erfahren, die ich zusammen mit 24 anderen Studentinnen und Studenten in Bosnien und Herzegowina verbrachte. Dieser Bericht soll einen Einblick geben, was mich besonders geprägt hat und was ich aus der Studienreise für meine Zukunft mitnehme.

Die Studierenden, welche an der Studienreise teilgenommen haben, auf einem Gruppenbild.
Die Studierenden, welche an der Studienreise teilgenommen haben, auf einem Gruppenbild.

Die Bevölkerung Bosnien und Herzegowinas setzt sich zusammen aus Bosniaken (bosnische Muslime), serbischen Bosniern, die hauptsächlich orthodox sind, sowie bosnischen Kroaten, die sich zum Katholizismus bekennen. Vor und während der Reise wurde uns von unseren Dozierenden immer wieder erklärt, dass das Verhältnis zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nach wie vor sehr angespannt ist. Ich für meinen Teil hatte grosse Mühe damit, dass dies auch 20 Jahre nach Kriegsende nach wie vor Tatsache ist. Da ist beispielsweise Mostar, eine Stadt im Südwesten Bosniens. Sie wird durch den Fluss Neretva geteilt. Westlich des Flusses machen 99% der Bewohner bosnische Kroaten und östlich des Flusses 98% Bosniaken aus. Es ist unglaublich, dass die in den 1990er-Jahren forcierte Segregation das Stadtbild noch immer in diesem Masse prägt. Auf der anderen Seite ist da Sarajevo, die Hauptstadt der Föderation. Das Stadtbild ist geprägt von Gotteshäusern vieler Weltreligionen und Konfessionen – Katholizismus, Islam und Judentum. Ein Beispiel dafür, dass eine Annäherung und eine Koexistenz auf engstem Raum möglich sind. Ein Beispiel, das Hoffnung macht.

Mein persönliches Highlight der Studienreise erlebte ich in der zweiten Woche, die wir Studierenden in verschiedenen Gastfamilien verbrachten. An einem Sonntagnachmittag kamen wir in den Familien an. In einer fremden Kultur ohne jegliche Sprachkenntnisse war dies eine sehr ungewöhnliche und aufregende Situation. Der erste Abend war daher ein vorsichtiges Abtasten der beiden «Parteien».

Am nächsten Tag war Bayram, ein Opferfest, welches im ganzen Land gefeiert wird. An diesem Morgen habe ich erfahren, was es heisst, aufgrund einer Sprachbarriere ohne Worte zu kommunizieren. Ich habe meinem Gastvater geholfen, das Schaf, das viele Muslime zur Feier des Festes opfern, zu schlachten. Dies dauerte eine gute Stunde, während der wir kein einziges Wort miteinander austauschten. Im Nachhinein bezeichne ich diese Stunde als die intensivste, spannendste und lehrreichste, die ich in meiner Gastfamilie erfahren habe. Fernab von sprachlichen und kulturellen Barrieren konnte ich ihm beim wichtigsten islamischen Fest helfen, seinen traditionellen Pflichten als Familienvater nachzugehen. Er hat danach allen Familienmitgliedern, die zu Besuch gekommen sind, stolz davon erzählt. Eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.

Für meine Zukunft nehme ich eine berufliche und eine persönliche Erkenntnis aus der Studienreise mit: Schulisch ist mir klargeworden, wie wichtig Zeitzeugenaussagen für den (Geschichts-)Unterricht sind. Kein Text, keine externe Beschreibung und kein Spielfilm kann bei den Schülern und Schülerinnen das auslösen, was die Erzählung eines Zeitzeugen oder einer Zeitzeugin schafft. Dies wurde mir bewusst, als uns ein ehemaliger Kommandant auf einem Kriegsschauplatz des Bosnienkrieges lebhaft erklärte, wie er und seine Männer für die Verteidigung der Stadt kämpften. Seine Erzählungen waren so authentisch, emotional und prägend, dass sie mir wohl ewig in Erinnerung bleiben werden.

Persönlich möchte ich verstärkt versuchen, genügsam zu leben. Wir beklagen uns oft über Belangloses. In Bosnien habe ich gelernt, wie man mit äusserst beschränkten Mitteln und Möglichkeiten Wunderbares bewirken kann – dies mit einer positiven Lebenseinstellung, welche finanzielle oder gesellschaftliche Grenzen überwindet.

Auf dem Weg zum Pädagogischen ICT-Profi

 

Keine Frage: Interesse an neuen Technologien, eine Affinität für digitale Medien und Kenntnisse der gängigen Social Media-Plattformen sind gute Voraussetzungen für die Tätigkeit als Pädagogischer ICT-Supporter oder Pädagogische ICT-Supporterin. Um ein Medienkonzept für eine Schule zu entwickeln, eine schulinterne, pädagogische Beratung anzubieten, Pädagogik und Technik zu koordinieren und um Qualitätsstandards festzulegen und zu überprüfen, reicht dies jedoch nicht aus. Hier ist vertieftes Wissen notwendig. Wissen, welches im CAS Pädagogischer ICT-Support (PICTS) vermittelt wird. Der aktuelle Studiengang startete Anfang September, dauert gut ein Jahr und beinhaltet 24.5 Präsenztage. 28 Lehrerinnen und Lehrer nehmen am gesamten CAS teil. Ihr Ziel ist es, zu Expertinnen und Experten für ICT, Medienbildung und Informatik an ihrer Schule zu werden.

Der CAS besteht aus verschiedenen Modulen, die auch einzeln gebucht werden können. Anfangs Oktober fand eine Veranstaltung des Moduls «Digitale Medien im Unterricht» statt, welche 35 Teilnehmende besuchten. Thema waren Online-Tools. Anwendungen also, die webbasiert sind – von Blogs über Bildbearbeitungsprogramme bis hin zu Videoportalen. Um einen Einblick in das schier unendliche Angebot zu erhalten, regte Morena Borelli, PHZH-Dozentin und PICTS an einer Primarschule, die Teilnehmenden an, einige ausgewählte Beispiele anzuschauen und auszuprobieren. Eine Teilnehmerin beschäftigte sich mit «Blendspace». Die Anwendung ermöglicht es, Lektionen im Modus von Selbstlern-Kursen multimedial umzusetzen und diese den Lernenden zur Verfügung zu stellen. «Für die Schülerinnen und Schüler ist es sicherlich spannend, auf diese Art und Weise zu lernen», sagte sie im Erfahrungsaustausch innerhalb der KursgruppeKlasse. «Ein weiterer Vorteil ist, dass es nichts kostet.» Einen Haken habe das Tool jedoch, entgegnete eine andere Teilnehmerin: «Der Bild-Upload funktioniert nicht einwandfrei.» Eine andere Gruppe setzte sich mit «MindMeister» auseinander. Das Tool kann genutzt werden, um zu brainstormen oder Notizen zu machen. «Wir haben zusammen, jeder von seinem eigenen Gerät aus, ein Mindmap entworfen», berichtete eine Teilnehmerin. «Das hat gut funktioniert – ausser auf dem Tablet.»

Die Integration und Förderung digitaler Medien im Unterricht ist nur ein Teil des Aufgabengebiets eines pädagogischen ICT-Supports. Ebenso wichtig ist die Einführung digitaler Medien als Kommunikationsmittel innerhalb der Schule als Organisation. Der Support macht also beispielsweise Vorschläge, wie digitale Kalender eingesetzt oder wo welche Dokumente abgelegt werden sollen. In der PICTS-Veranstaltung anfangs Oktober kam man bei diesem Thema auf die Cloud-Dienste von Google und Microsoft zu sprechen: die Google Apps for education und Office 365. Eine kurze Umfrage in der Runde zeigte, dass ungefähr die Hälfte der Teilnehmenden mit den Produkten von Microsoft, die andere mit jenen von Google arbeitet. «Beide haben ihre Vor- und Nachteile», sagte Morena Borelli. «Bei der Entscheidung für einen Anbieter ist es deshalb wichtig, vorgängig zu eruieren, wie die Schule arbeiten will, was ihre Ziele sind und welche finanziellen Möglichkeiten sie hat.»

Ein weiterer Punkt, den es zu berücksichtigen gelte, sei die Datensicherheit. «Hier liegt Microsoft vorn», sagte Morena Borelli und fügte an: «Bei uns an der Schule haben wir vereinbart, dass keine Dokumente mit sensiblen Daten wie Namen oder Adressen auf einer Google-Plattform abgelegt werden dürfen.» «Das erfordert aber ganz schön viel Disziplin von den Lehrpersonen», wandte ein Teilnehmer ein. «Das mag sein», antwortete die Dozentin. «Aber genau dort beginnt unsere Arbeit als Pädagogische ICT-Supporter.»

«Wir wollen voll für die Studierenden da sein»

So mancher Neu-Studierende dürfte sich am Semesterstart am nächsten Montag wie am ersten Schultag fühlen: Aufgeregt, neugierig und nicht selten etwas überfordert von den vielen neuen Gesichtern, Gebäuden und Informationen. Glücklicherweise arbeiten an der PH Zürich viele engagierte Menschen, die den neuen Studierenden den Einstieg erleichtern. Der Guckloch-Blog hat mit vier von ihnen gesprochen.

Thomas Weinmann, Teamleiter Customer-Center
«Wir freuen uns immer auf den Semesterbeginn. Die Begeisterung der neuen Studierenden und ihre erwartungsvollen Augen sind jedes Mal wieder etwas Besonderes. Damit der Start in Sachen Informatik gelingt, unterstützen wir die Neuen so gut wir können. Wir führen mehrere Einführungsveranstaltungen durch und betreuen die Studierenden bei Bedarf eins zu eins. Das Tagesgeschäft läuft dabei natürlich wie gewohnt weiter – was häufig dazu führt, dass sich zu Beginn des Semesters eine lange Schlange vor unserem Schalter bildet. Eine weitere Herausforderung sind die verschiedenen Geräte und Betriebssysteme. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es tendenziell immer mehr Mac-User gibt. Aber ganz genau wissen wir im Voraus nie, ob wir es mit mehr Mac- oder mehr Windows-Nutzern zu tun haben werden. Da müssen wir flexibel sein.»

Monique Renold, Teamleiterin Lernmedien-Shop
«An normalen Tagen kommen bei uns ungefähr 100 Leute in den Lernmedien-Shop. In der ersten Woche nach dem Semesterstart sind es täglich über 500. Um diesen Andrang zu bewältigen, arbeiten während der ersten Wochen mehr Aushilfen bei uns. Wir wollen in dieser Zeit voll für unsere Studierenden da sein und sie einwandfrei beraten. Auch an der Kasse soll es zügig vorwärts gehen. Natürlich ist auch eine gute Vorbereitung wichtig. Wir informieren uns deshalb vorab bei den Dozenten, mit welchen Büchern sie arbeiten werden. Unser Ziel ist, dass wir alle Bücher bei uns im Laden haben und die Studierenden sie gleich mitnehmen können. Leider gelingt das nicht immer. Ausnahmslos gilt dafür der Studierenden-Rabatt von zehn Prozent auf alle unsere Produkte – also nicht nur auf Bücher, sondern auch auf Karten, Agenden und so weiter. Manche Titel gibt es zudem nur bei uns zu Sonderkonditionen.»

Ursina Rosenberg-Hofmann, Verwaltungssekretärin Kanzlei
«In der Zeit vor und nach dem Semesterstart herrscht bei uns Hochbetrieb. Schon früh beginnen wir mit den Vorbereitungen und stellen allen Studierenden ein Dossier mit ihren Unterlagen zusammen, das sie bei uns abholen müssen – zusammen mit ihrer Campus-Card. Aber obwohl wir uns bestmöglich organisieren, gibt es immer auch Unvorhergesehenes. Manche haben noch kein Foto von sich auf Evento hochgeladen, das wir für die Karte verwenden können. Bei anderen stellt sich heraus, dass noch immer ein Originalzeugnis fehlt, ohne dessen Erhalt wir die Campus-Card nicht aushändigen können. Und einige Studierende kommen mit Fragen zu uns, die über die Administration hinausgehen, weshalb wir sie an Mitarbeitende aus den einzelnen Studiengängen verweisen müssen. An den ersten zwei Tagen des Semesters sitzen diese Auskunftspersonen bei uns im Büro, danach sind sie über unser Telefon am Schalter erreichbar.»

Barbara Aebi, Teamleiterin Bibliothek
«Die Bibliothek ist in den ersten Tagen zwar nicht die erste Anlaufstelle, trotzdem laufen die Vorbereitungen aufs Semester auf Hochtouren. Zum Beispiel stellen wir die Semesterapparete für die Studierenden neu zusammen. Dieses Jahr wird das Lernforum, das aus der Bibliothek, dem Digital Learning Center und dem Schreibzentrum besteht, erstmals einen Actionbound zur Einführung der Erstsemestrigen einsetzen. Dabei können sich die Neuen mit ihrem Handy oder Tablet auf eine Art Schnitzeljagd begeben und so unter anderem die Bibliothek auf eine kurzweilige und interaktive Art kennenlernen. Zudem haben wir uns mit dem Mahnwesen befasst. Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit hohen Mahngebühren. Bei den Selbstausleiheautomaten gibt es jetzt deshalb einen Button, über den man direkt auf sein Bibliothekskonto kommt. Mit einem Klick kann man dort das Rückgabedatum der ausgeliehenen Bücher verlängern.»

Studierende und Schulkinder lernen gemeinsam

Im Rahmen des Moduls «Grundlagen Sprache» haben rund 30 Studierende des Studiengangs Primarstufe 120 Schülerinnen und Schüler der Schwamendinger Schule Auhof an der PH Zürich willkommen geheissen. Der Tag begann für alle Beteiligten um 8.30 Uhr. Bei einer Guten-Morgen-Tour durch die PH Zürich durchliefen die Gruppen verschiedene Stationen, an denen sie neben neuen Ausdrücken in Englisch auch Einblicke ins Studentenleben auf dem Campus erhielten und erlebten, dass der Schreibunterricht auch an der Sihl, im Kasernenareal oder am Bahnhof stattfinden kann.

Die 120 Schülerinnen und Schüler wurden in zwölf Gruppen á zehn Kinder eingeteilt. Jede Gruppe wurde von zwei bis drei Studierenden betreut und mit viel Kreativität und Spass lehrreich durch den Tag und den Campus der PH Zürich geführt. Unter dem Titel «Sprache und Umgebung»  soll die Aktion die Englischkenntnisse der Kinder spielerisch erweitern und den Studierenden die Möglichkeit geben, ihre didaktischen Fähigkeiten abseits des Klassenzimmers kreativ anzuwenden.

Die Modulverantwortlichen, Laura Loder-Büchel und Martina Meienberg, möchten, dass die Studierenden lernen, ihre Umgebung spontan und ins Lerngeschehen zu integrieren. «Ich finde es wichtig, dass wir den Studierenden die Möglichkeit geben, ihre Ideen mit Schülerinnen und Schülern praktisch umzusetzen, damit  sie u.a. die Erfahrung machen können, dass in der Praxis vieles nicht nach Plan verläuft und entsprechend lernen, flexibel zu reagieren», erklärt Martina Meienberg.

Es gibt verschiedene Methoden, um eine Sprache zu vermitteln. Fernab des Klassenzimmers ohne Lehrmaterialien sind jedoch besondere Skills vonnöten, um Sprachenunterricht erlebbar zu machen. Mit viel Bewegung und spielerischen Aufgaben haben Kinder und Studierende verschiedene Lernstrategien angewandt.

Das Modul, welches Schülerinnen und Schüler aktiv in die Lehrpersonenausbildung auf dem Campus PH Zürich einbezieht, ist derzeit das einzige seiner Art. Das Konzept wurde von Laura Loder-Büchel erarbeitet und dieses Jahr mit weitaus mehr Schülerinnen und Schülern als im Vorjahr durchgeführt.