Fliegende Plüschtiere, verirrte Roboter und zwei Iglus als Hauptpreis

Im Rahmen der Informatiktage 2018 von Anfang Juni hat die PH Zürich verschiedene Angebote für Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler zusammengestellt. Eines davon war ein halbtägiger Besuch einer Schulklasse. Auf dem Programm standen Aufgaben mit Tablets, Robotern und einem 3D-Drucker. Ein Augenschein.


Es zeigt sich schon nach kurzer Zeit an diesem Morgen: Wenn Kinder digitale Geräte bedienen, dann reicht eine kurze Anleitung und es kann losgehen. Kaum hat Dozent Tobias Schifferle nach der Begrüssung der 5. Klasse der Primarschule Uster das Tagesprogramm erklärt, sind die Kinder schon mitten drin in der ersten Aufgabe. Es geht darum, eine Geschichte mit einem Plüschtier zu erfinden und daraus mit einem Tablet einen kurzen Film herzustellen. Dazu stellen sich die Kinder vor ein grünes Tuch, den sogenannten Greenscreen, und filmen mit dem Tablet ihre Geschichte. Der grüne Hintergrund kann in der Aufnahme anschliessend mit einem beliebigen anderen Hintergrund ersetzt werden – beispielsweise mit einem Vulkan oder einem Wasserfall. Die Kinder nutzen das Tablet und die entsprechenden Programme mühelos. Die Ergebnisse fallen äusserst kreativ aus: Da wird Marsupilami durchs All geschleudert, Nemo auf eine Weltreise geschickt und der Plüschhase kurzerhand in die Berge versetzt.

Nach der Pause geht es weiter mit der Live-Präsentation eines 3D-Druckers. Auch hier haben die Schülerinnen und Schüler nach kurzer Zeit begriffen, wie die Maschine funktioniert. Ihre Aufgabe ist es nun, mit Holzklötzen Schicht für Schicht ein Haus zu bauen, welches im Aufbau der Logik eines 3D-Druckers entspricht. Parallel dazu erhalten alle Gruppen einen kleinen Roboter, den Bee-Bot, der mit einfachen links-rechts-vorwärts-rückwärts-Befehlen programmiert werden kann. Ziel ist es, dass der Mini-Roboter ins Haus hinein und anschliessend wieder hinausfährt. Das klappt in einigen Fällen ganz gut. Da und dort haben sich Denkfehler beim Programmieren oder bei der Konstruktion des Hauses eingeschlichen, sodass der Roboter an den Hausmauern stecken bleibt.

Zum Abschluss steht eine Challenge auf dem Programm – das Arbeitsgerät ist wieder Mini-Roboter Bee-Bot. Die Schülerinnen und Schüler müssen ihn so programmieren, dass er Hindernisse auf einem grossen Papier umfährt und möglichst nahe am Ziel zu stehen kommt. Das Gewinnerteam erhält am Schluss das Plastik-Iglu, welches der 3D-Drucker im Verlauf des Morgens hergestellt hat. Während Bee-Bot in einigen Teams arg vom Weg abrückt, schafft es eine Gruppe, ihn sauber ins Ziel zu bringen. Und wer von dem Zweierteam erhält nun das Iglu? Dozent Tobias Schifferle hat vorgesorgt und während der Challenge ein zweites Mini-Iglu hergestellt. So können beide Gewinner einen Preis mit nach Hause nehmen. Der Rest der Klasse nimmt die Niederlage sportlich. Den zufriedenen Gesichtern nach zu urteilen, hat ihnen der Morgen auch so Spass gemacht.

Eine Nacht im Zeichen der aufgeschobenen Arbeiten

«Du bist nicht allein!» Über 60 Studierende und Mitarbeitende folgten dem Credo und nahmen am 7. November 2017 an der «Langen Nacht der aufgeschobenen Arbeiten» an der PH Zürich teil. Bereits zum dritten Mal organisierte das Lernforum (Schreibzentrum, Bibliothek und Digital Learning Center) in den Räumen der Bibliothek die Schreibnacht. In entspannter Atmosphäre arbeiteten Studierende an ihren Projekten und nahmen bei Bedarf Beratung zum Schreiben, Recherchieren oder zur Arbeit mit digitalen Medien in Anspruch. Dazu gab es Pizza, Bier und Kaffee.

«Es tut gut, zu merken, dass man nicht die einzige ist, die eine Arbeit hinausschiebt», sagte eine Studentin. Die meisten Besucherinnen und Besucher der «Langen Nacht» dachten ähnlich. Sie wollten mit ihren Leistungsnachweisen, wissenschaftliche Arbeiten oder mit dem Portfolio einen Schritt vorankommen, doch mochten sie nicht allein für sich im stillen Kämmerlein schreiben.

Während an den Arbeitsplätzen der Bibliothek die Köpfe rauchten, wurde in der Lounge ein üppiges Rahmenprogramm geboten. Es fand die Vernissage der Publikation «Gaffen, belauschen, stalken» statt. Das Büchlein enthält literarische Texte, die an der letztjährigen Erzählnacht entstanden. Die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums veranstalteten eine interaktive Lesung mit einem Live-Krimi-Rätsel mit Musik. Wer aufgrund dieser Darbietung Lust verspürte, etwas anderes als trockene Sachtexte zu produzieren, konnte daraufhin mit einem Text für den Schreibwettbewerb PH goes Poetry verfassen. Die besten Texte werden im kommenden Frühling an einem Moostache-Poetry-Slam vorgetragen.

Um 24 Uhr mussten nach intensivem Schreiben, Diskutieren und Plaudern die letzten Laptops zugeklappt und der Kühlschrank ausgesteckt werden. Die nächste «Lange Nacht» findet im November 2018 statt. Wer nicht so lange auf «den heissesten Rave seit der Streetparade» (Feedback eines Studenten) warten möchte, denen sein in der Zwischenzeit die offene Sprechstunde des Lernforums (Montag bis Donnerstag, 12 – 14 Uhr) empfohlen.

Alex Rickert