Engagiert – ohne zu missionieren

Das Thema Nachhaltigkeit geht an den Studierenden der PH Zürich nicht spurlos vorbei. Dies haben die gut besuchten Veranstaltungen an der Nachhaltigkeitswoche im März gezeigt. Und immer wieder beweisen es auch die Teilnehmendenzahlen an den Events der Versammlung der Studierenden der PH Zürich (VSPHZH): Ob auf dem Campusplatz ein indischer Linseneintopf angeboten wird, alte Handys eingesammelt oder Kräuter- und Tomatensetzlinge verkauft werden – die Aktionen stossen stets auf reges Interesse.

Verantwortlich für alles, was bei der VSPHZH mit Nachhaltigkeit zu tun hat, ist das Ressort Nachhaltigkeit. Es wurde im letzten Herbst gebildet und entstand aus dem Verein für Nachhaltigkeit (VN), der 2014 von vier Studierenden gegründet wurde. «Seit wir zum VSPHZH gehören, sind wir besser organisiert und unsere Aktivitäten erhalten mehr Aufmerksamkeit», sagt Thomas Guggisberg. Der angehende Primarlehrer ist der Kopf des Ressorts und Vorstandsmitglied in der VSPHZH. Unterstützt wird er von einem vierköpfigen Kernteam, dem Michelle Starck, Tobias Wiederkehr, Ida Schilter und Lea Schiltknecht angehören.

«Aktionen können ein Startschuss sein»

Ein wichtiger Partner des Ressorts ist die Umweltkommission der PH Zürich. «Die Kommission ist sehr kooperativ, was wir äusserst schätzen», sagt Thomas Guggisberg und fügt an: «Wenn wir ein Anliegen haben, werden wir ernst genommen. Beispielsweise haben wir einen Nachhaltigkeitsbericht angeregt. Diese Idee wird nun weiterverfolgt». Etwas mehr Unterstützung wünschen sich die fünf Studierenden hingegen, wenn es um die Vereinbarkeit ihres Engagement mit der Präsenzzeit im Studium geht: «Wir haben die Organisation der Nachhaltigkeitswoche ausschliesslich in unserer Freizeit geleistet», sagt  Lea Schiltknecht. «Es war deshalb nicht immer ganz einfach, ein Zeitfenster dafür zu finden.»

Der Motivation tat dieser Umstand jedoch keinen Abbruch. Denn das Ressort und sein Kernteam sind von dem, was sie tun, überzeugt: «Uns ist bewusst, dass wir nichts Grosses bewegen können. Aber die Aktionen des Ressorts können ein Startschuss sein», sagt Ida Schilter. Wolle man etwas bewirken, dürfe man jedoch nicht missionieren und niemanden bevormunden, betont Michelle Stark. «Nachhaltigkeit ist ein heikles Thema. Es gibt Leute, die sich angegriffen fühlen, wenn man sie damit konfrontiert.»

Nachfolgelösung gesucht                                                      

Das Ressort hat viele Ideen, wie die PH Zürich noch nachhaltiger werden könnte – von der Einführung zweier Vegi-Menüs pro Tag in der Mensa bis zu mehr BNE-Modulen während des Studiums. Nicht alle Ideen werden die fünf Studierenden jedoch selber angehen können: Ida Schilter und Lea Schiltknecht werden im Sommer ihr Studium abschliessen und Michelle Stark und Thomas Guggisberg verbringen das nächste Semester im Ausland. Für mindestens zwei Personen mussten also Nachfolgerinnen und Nachfolger gefunden werden. Dies sei nicht ganz einfach gewesen, sagt Thomas Guggisberg: «Es gibt wenige, die sich wirklich engagieren wollen.»

Mit viel Einsatz ist es den fünf Studierenden mittlerweile gelungen, Nachfolgerinnen und Nachfolger zu finden. Sieben Kommilitonen und Kommilitoninnen sind im Mai der Einladung des Ressorts gefolgt und haben an einer Sitzung teilgenommen. Einige davon haben schliesslich entschieden, sich dem Kernteam anzuschliessen. Thomas Guggisberg, der auch während seiner Zeit im Ausland im Vorstand bleiben wird, ist erleichtert: «Wenn nicht wir Lehrerinnen und Lehrer Vorbilder sind in Sachen Nachhaltigkeit; wer ist es dann?»