«Wir geben nicht auf, bevor wir es nicht 20 Mal versucht haben»

Dario Schwörer erzählt an der PH Zürich von seiner Expedition.

Dario und Sabine Schwörer sind in den letzten 16 Jahren um die ganze Welt gereist – zu Fuss, per Velo oder mit dem Segelboot. Weder grosse Wellen und stürmische Winde noch knappe Finanzen und die Geburt ihrer sechs Kinder konnte das Paar abhalten, ihre Tour fortzusetzen. Unbeirrt und ungeachtet der Zweifel von Freunden und Familien machten sie weiter. Denn Dario und Sabine Schwörer sind auf einer Expedition, die mehr ist als ein Job, ein Projekt oder eine Auszeit. Sie sind unterwegs, um mit umweltfreundlichen Mitteln den höchsten Gipfel jedes Kontinents zu erklimmen und gleichzeitig Menschen auf der ganzen Welt für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

Im Februar machte Dario Schwörer in der Schweiz halt. Stefan Baumann, Leiter des Fachbereichs Bildung für Nachhaltige Entwicklung an der PH Zürich, nutzte die Gelegenheit und lud den Bündner für ein Referat an die PH Zürich ein. Sportlich gekleidet und ausgerüstet mit einem kleinen Rucksack kam Dario Schwörer deshalb an einem Dienstagabend an die PH Zürich und erzählte vom Engagement seiner Familie in den letzten 16 Jahren.

Einfach anfangen

Die Reise von Dario und Sabine Schwörer startete in der Schweiz, als der passionierte Bergsteiger und Skilehrer und die gelernte Krankenschwester aufbrachen, um die höchsten Schweizer Gipfel zu besteigen. Schon damals verknüpften sie Sport und Umweltschutz: Ihr Ziel war es, Menschen kennenzulernen, die sich für die Nachhaltigkeit einsetzen. Dabei stiessen sie beispielsweise auf einen Lehrer, der seine Bücher im Kühlschrank lagerte. Seine Nahrungsmittel bewahrte er draussen vor dem Haus auf, da es dort genug kalt war. Dadurch konnte er Geld und Energie sparen. «Ich finde kleine Projekte wie dieses immer spannender als grosse», sagte Dario Schwörer. «Denn in der Summe können sie viel bewirken.»

Als das Ehepaar alle hohen Gipfel bestiegen hatte, beschlossen sie, ihre Reise auszuweiten und mit dem Fahrrad ans Meer zu fahren. Dort angekommen, entschieden sie, ihre Expedition auf dem Wasserweg fortzusetzen. Ein grosszügiger Segelbootbesitzer stellte ihnen sein Boot zur Verfügung – unter der Bedingung, dass sie es ihm am Ende ihrer Reise wieder zurückgeben würden. «Man muss einfach anfangen», erklärte Dario den interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern. «Das meiste lernt man ohnehin nicht durch Bücher, sondern unterwegs. Wenn man ein gutes Konzept und ein Ziel hat, dann kommt man immer an.»

Dario Schwörer weiss, wovon er spricht. In den folgenden Jahren kam er nämlich immer und immer wieder an verschiedensten Orten an: In Nepal beispielsweise, wo er und seine Familie den Mount Everest vom Müll der Bergsteigenden befreiten. In Australien, wo sie zahlreiche Schulen besuchten und mit Schülerinnen und Schülern verschiedenste Umweltprojekte durchführten. Oder in der Arktis, wo sie Eisbären beobachteten und im Auftrag einer Universität Eisproben sammelten. Nicht immer lief dabei alles nach Plan und oft musste das Paar Hürden überwinden. Doch Zweifel hatten sie nie – selbst dann nicht, als sie im Südpazifik mit einem langen Riss im Rumpf ihres Segelboots zwei Wochen lang auf hoher See navigieren mussten. «Wir haben uns von Anfang an gesagt: Wir versuchen es 20 Mal. Vorher geben wir nicht auf.»

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg

Bis heute haben Dario Schwörer und seine Familie über 100’000 Schulen in über 100 Ländern besucht. Denn Kinder, ist der sechsfache Familienvater überzeugt, hätten die besten Ideen, wenn man nach Lösungen suche. «Sie sind meine grosse Hoffnung. Wer etwas für die Zukunft tun will, sollte in die Jugend investieren.» Der Bildung räumt er einen entsprechend hohen Stellenwert ein, was er auch in seinem Referat an der PH Zürich betonte: «Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg», sagte er und fügte an: «Ich gratuliere ihnen zu ihrer Berufswahl. Der Lehrberuf ist der beste Beruf, den es gibt.»

Der 75-minütige Vortrag war schnell vorbei. Die Zeit hatte aber offenbar ausgereicht, um das Interesse des Publikums zu wecken. Dies bewiesen die vielen Fragen, die Dario Schwörer abschliessend gestellt wurden. So wollte etwa ein Student wissen, wie der Unterricht seiner Kinder gewährleistet wird, wo sie doch so viel herumreisten. «Wir sind immer relativ lange an einem Ort, sodass sie eine lokale Schule besuchen können. Und wenn wir mit dem Segelboot unterwegs sind, haben wir eine Lehrerin oder einen Lehrer an Board», antwortete der Bündner und fügte an: «Wenn Sie also Interesse haben, uns auf einer Etappe zu begleiten, dann melden Sie sich.»

Mehr Informationen zur Expedition finden Sie auf www.toptotop.org.