Wo Kriegsgeschichte auf Lebensfreude trifft – Bericht einer Studienreise

Beitrag von Marco Kellerhals, Student an der PH Zürich


Bosnien und Herzegowina – ein Land, das zu den ärmsten Europas zählt. Ein Land, das in den 1990er-Jahren während vier Jahren einen Krieg erlebt hat, der bis heute Spuren – physische wie auch psychische – hinterlässt. Ein Land, das sich aus drei Ethnien zusammensetzt, deren Verhältnis zueinander aufgrund der Vergangenheit noch immer zerrüttet ist. Trotz dieser allgegenwärtigen Schwierigkeiten haben die Bosnierinnen und Bosnier eine positive Lebenseinstellung, die ansteckend ist. Dies durfte ich im Rahmen einer erlebnisreichen Studienreise im September erfahren, die ich zusammen mit 24 anderen Studentinnen und Studenten in Bosnien und Herzegowina verbrachte. Dieser Bericht soll einen Einblick geben, was mich besonders geprägt hat und was ich aus der Studienreise für meine Zukunft mitnehme.

Die Studierenden, welche an der Studienreise teilgenommen haben, auf einem Gruppenbild.
Die Studierenden, welche an der Studienreise teilgenommen haben, auf einem Gruppenbild.

Die Bevölkerung Bosnien und Herzegowinas setzt sich zusammen aus Bosniaken (bosnische Muslime), serbischen Bosniern, die hauptsächlich orthodox sind, sowie bosnischen Kroaten, die sich zum Katholizismus bekennen. Vor und während der Reise wurde uns von unseren Dozierenden immer wieder erklärt, dass das Verhältnis zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nach wie vor sehr angespannt ist. Ich für meinen Teil hatte grosse Mühe damit, dass dies auch 20 Jahre nach Kriegsende nach wie vor Tatsache ist. Da ist beispielsweise Mostar, eine Stadt im Südwesten Bosniens. Sie wird durch den Fluss Neretva geteilt. Westlich des Flusses machen 99% der Bewohner bosnische Kroaten und östlich des Flusses 98% Bosniaken aus. Es ist unglaublich, dass die in den 1990er-Jahren forcierte Segregation das Stadtbild noch immer in diesem Masse prägt. Auf der anderen Seite ist da Sarajevo, die Hauptstadt der Föderation. Das Stadtbild ist geprägt von Gotteshäusern vieler Weltreligionen und Konfessionen – Katholizismus, Islam und Judentum. Ein Beispiel dafür, dass eine Annäherung und eine Koexistenz auf engstem Raum möglich sind. Ein Beispiel, das Hoffnung macht.

Mein persönliches Highlight der Studienreise erlebte ich in der zweiten Woche, die wir Studierenden in verschiedenen Gastfamilien verbrachten. An einem Sonntagnachmittag kamen wir in den Familien an. In einer fremden Kultur ohne jegliche Sprachkenntnisse war dies eine sehr ungewöhnliche und aufregende Situation. Der erste Abend war daher ein vorsichtiges Abtasten der beiden «Parteien».

Am nächsten Tag war Bayram, ein Opferfest, welches im ganzen Land gefeiert wird. An diesem Morgen habe ich erfahren, was es heisst, aufgrund einer Sprachbarriere ohne Worte zu kommunizieren. Ich habe meinem Gastvater geholfen, das Schaf, das viele Muslime zur Feier des Festes opfern, zu schlachten. Dies dauerte eine gute Stunde, während der wir kein einziges Wort miteinander austauschten. Im Nachhinein bezeichne ich diese Stunde als die intensivste, spannendste und lehrreichste, die ich in meiner Gastfamilie erfahren habe. Fernab von sprachlichen und kulturellen Barrieren konnte ich ihm beim wichtigsten islamischen Fest helfen, seinen traditionellen Pflichten als Familienvater nachzugehen. Er hat danach allen Familienmitgliedern, die zu Besuch gekommen sind, stolz davon erzählt. Eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.

Für meine Zukunft nehme ich eine berufliche und eine persönliche Erkenntnis aus der Studienreise mit: Schulisch ist mir klargeworden, wie wichtig Zeitzeugenaussagen für den (Geschichts-)Unterricht sind. Kein Text, keine externe Beschreibung und kein Spielfilm kann bei den Schülern und Schülerinnen das auslösen, was die Erzählung eines Zeitzeugen oder einer Zeitzeugin schafft. Dies wurde mir bewusst, als uns ein ehemaliger Kommandant auf einem Kriegsschauplatz des Bosnienkrieges lebhaft erklärte, wie er und seine Männer für die Verteidigung der Stadt kämpften. Seine Erzählungen waren so authentisch, emotional und prägend, dass sie mir wohl ewig in Erinnerung bleiben werden.

Persönlich möchte ich verstärkt versuchen, genügsam zu leben. Wir beklagen uns oft über Belangloses. In Bosnien habe ich gelernt, wie man mit äusserst beschränkten Mitteln und Möglichkeiten Wunderbares bewirken kann – dies mit einer positiven Lebenseinstellung, welche finanzielle oder gesellschaftliche Grenzen überwindet.

Auf dem Weg zum Pädagogischen ICT-Profi

 

Keine Frage: Interesse an neuen Technologien, eine Affinität für digitale Medien und Kenntnisse der gängigen Social Media-Plattformen sind gute Voraussetzungen für die Tätigkeit als Pädagogischer ICT-Supporter oder Pädagogische ICT-Supporterin. Um ein Medienkonzept für eine Schule zu entwickeln, eine schulinterne, pädagogische Beratung anzubieten, Pädagogik und Technik zu koordinieren und um Qualitätsstandards festzulegen und zu überprüfen, reicht dies jedoch nicht aus. Hier ist vertieftes Wissen notwendig. Wissen, welches im CAS Pädagogischer ICT-Support (PICTS) vermittelt wird. Der aktuelle Studiengang startete Anfang September, dauert gut ein Jahr und beinhaltet 24.5 Präsenztage. 28 Lehrerinnen und Lehrer nehmen am gesamten CAS teil. Ihr Ziel ist es, zu Expertinnen und Experten für ICT, Medienbildung und Informatik an ihrer Schule zu werden.

Der CAS besteht aus verschiedenen Modulen, die auch einzeln gebucht werden können. Anfangs Oktober fand eine Veranstaltung des Moduls «Digitale Medien im Unterricht» statt, welche 35 Teilnehmende besuchten. Thema waren Online-Tools. Anwendungen also, die webbasiert sind – von Blogs über Bildbearbeitungsprogramme bis hin zu Videoportalen. Um einen Einblick in das schier unendliche Angebot zu erhalten, regte Morena Borelli, PHZH-Dozentin und PICTS an einer Primarschule, die Teilnehmenden an, einige ausgewählte Beispiele anzuschauen und auszuprobieren. Eine Teilnehmerin beschäftigte sich mit «Blendspace». Die Anwendung ermöglicht es, Lektionen im Modus von Selbstlern-Kursen multimedial umzusetzen und diese den Lernenden zur Verfügung zu stellen. «Für die Schülerinnen und Schüler ist es sicherlich spannend, auf diese Art und Weise zu lernen», sagte sie im Erfahrungsaustausch innerhalb der KursgruppeKlasse. «Ein weiterer Vorteil ist, dass es nichts kostet.» Einen Haken habe das Tool jedoch, entgegnete eine andere Teilnehmerin: «Der Bild-Upload funktioniert nicht einwandfrei.» Eine andere Gruppe setzte sich mit «MindMeister» auseinander. Das Tool kann genutzt werden, um zu brainstormen oder Notizen zu machen. «Wir haben zusammen, jeder von seinem eigenen Gerät aus, ein Mindmap entworfen», berichtete eine Teilnehmerin. «Das hat gut funktioniert – ausser auf dem Tablet.»

Die Integration und Förderung digitaler Medien im Unterricht ist nur ein Teil des Aufgabengebiets eines pädagogischen ICT-Supports. Ebenso wichtig ist die Einführung digitaler Medien als Kommunikationsmittel innerhalb der Schule als Organisation. Der Support macht also beispielsweise Vorschläge, wie digitale Kalender eingesetzt oder wo welche Dokumente abgelegt werden sollen. In der PICTS-Veranstaltung anfangs Oktober kam man bei diesem Thema auf die Cloud-Dienste von Google und Microsoft zu sprechen: die Google Apps for education und Office 365. Eine kurze Umfrage in der Runde zeigte, dass ungefähr die Hälfte der Teilnehmenden mit den Produkten von Microsoft, die andere mit jenen von Google arbeitet. «Beide haben ihre Vor- und Nachteile», sagte Morena Borelli. «Bei der Entscheidung für einen Anbieter ist es deshalb wichtig, vorgängig zu eruieren, wie die Schule arbeiten will, was ihre Ziele sind und welche finanziellen Möglichkeiten sie hat.»

Ein weiterer Punkt, den es zu berücksichtigen gelte, sei die Datensicherheit. «Hier liegt Microsoft vorn», sagte Morena Borelli und fügte an: «Bei uns an der Schule haben wir vereinbart, dass keine Dokumente mit sensiblen Daten wie Namen oder Adressen auf einer Google-Plattform abgelegt werden dürfen.» «Das erfordert aber ganz schön viel Disziplin von den Lehrpersonen», wandte ein Teilnehmer ein. «Das mag sein», antwortete die Dozentin. «Aber genau dort beginnt unsere Arbeit als Pädagogische ICT-Supporter.»