Stage professionnel in der Romandie

Für eine aktive Auseinandersetzung mit Sprache und Kultur absolvieren Studierende Sekundarstufe I mit Fremdsprachen im Fächerprofil mindestens zwei Aufenthalte im Sprachgebiet. U.a. ist es für die Studierenden möglich, ein von der PH Zürich organisiertes Unterrichtspraktikum im Zielsprachgebiet zu absolvieren. Die Kosten dafür werden von den Studierenden getragen.
Aktuell weilen wieder etliche Sek-I-Studierende in der Westschweiz. Unter ihnen ist auch Anina Widmer. Sie hat sich bereit erklärt, uns zu Beginn ihres «stage professionnel» wie auch zum Schluss Einblick in ihren Aufenthalt zu geben. Kurz vor Ihrer Abfahrt befragten wir Sie zu Ihren Erwartungen:

Mit welchen Erwartungen treten Sie Ihr «stage professionnel» in der Romandie an?
Nach meiner Internetrecherche gehe ich davon aus, dass mich eine moderne Schule erwarten wird. Ich denke, dass ich kulturell wie auch sprachlich auf eine sehr durchmischte Schule treffen werde. Das historische Dörfchen namens Le Landeron wirkt auf mich anhand von Fotos verspielt, die Schule aufgrund ihrer Aufmachung im Netz innovativ. «L’école aux Deux thielles» basiert, wie weitere Schulen des Kantons Neuenburg, derzeit auf dem Harmos-System.

Fühlen Sie sich sprachlich gut gerüstet, um den Unterricht in Le Landeron in französischer Sprache zu gestalten?
Obwohl ich nun ein halbes Jahr kein Französisch mehr gesprochen habe, fühle ich mich gut vorbereitet. Ich habe im Juni das C2 bestanden und denke, dass mein Sprachniveau genügen müsste. Leider ist meine Aussprache etwas holprig, in diesem Bereich möchte ich mich während meines Aufenthaltes stark verbessern. Für den Unterricht an sich sehe ich keine Probleme, die Klasse ist ja informiert, dass Französisch meine Zweitsprache ist.

Auf welche Erfahrungen und Situationen während Ihres Aufenthalts freuen Sie sich besonders? Gibt es welche, die Ihnen ein mulmiges Gefühl bereiten?
Ich freue mich auf die «Welschen». Insbesondere freue ich mich aber auf die herausfordernden Schülerinnen und Schüler und den humorvollen Praxislehrer. Ich bin auch auf meine Mitbewohner in Biel und überhaupt auf die ganze Region gespannt. Auf den Spaziergang entlang des Bielersees warte ich schon seit Wochen. Es freut mich auch, meine derzeitigen Klassen mal für einen Monat abzugeben, auch wenn sie mir am Herzen liegen.
Ein mulmiges Gefühl bereitet mir höchstens die Tatsache, dass ich bislang noch nicht weiss, was ich alles unterrichten werde. Zudem bescherte mir der Umstand, dass ich einen Monat lang kein Einkommen haben werde, die eine oder andere unruhige Phase im Dezember.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre betreuende Lehrperson?
Ich nehme an, dass die betreuende Lehrperson einen vorbildlichen Unterricht macht. Hoffentlich hat sie Sinn für Humor, einen gewissen Drang nach Effizienz in Bezug auf Vor- / Nachbesprechungen sowie einen liebevollen und persönlichen Umgang mit den Schülerinnen und Schülern.

Wir bedanken uns bei Anina Widmer fürs Beantworten der Fragen und sind gespannt, was Sie uns in einem Monat nach Ihrer Rückkehr zu berichten hat. Dann werden wir auch Ihre Praxislehrperson zu ihren Erfahrungen befragen.

Die Altstadt von Le Landeron
Die Altstadt von Le Landeron

3D-Drucker an der PH Zürich

Die PH Zürich hat seit einigen Tagen einen funktionstüchtigen 3D-Drucker im LAC.

3D-Drucker

Die Crew um den Design&Technik-Dozenten Mathias Schraner ist momentan dabei, sich eine Expertise in diesem Bereich aufzubauen. Denn längerfristig sollen Sek-Studierende ihre Ideen ohne Kinderkrankheiten des 3D-Druckers ausführen können.

Derzeit setzt beispielsweise ein Student in seiner fachdidaktischen Abschlussarbeit den 3D-Drucker ein: Der Student möchte mit Sek-Schülerinnen und -Schülern Schachfiguren zeichnen, Vorlagen daraus erstellen und sie schlussendlich als einzigartiges Set für die ganze Klasse ausdrucken.

Einen interessanten Augenschein zum Thema 3D-Drucker bietet die grösste Community-Plattform im Bereich 3D-Printing: http://www.thingiverse.com/ Hier können eigene Projekte hochgeladen oder andere Projektpläne direkt runtergeladen und ausgedruckt werden.

«Religion und Kultur – zwischen Tradition und Moderne»

​Im Modul «Religion und Kultur – zwischen Tradition und Moderne» wird der Frage nachgegangen, wie sich das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne auf Religionen und Kulturen auswirkt und was dies für Kinder, Familien und religiöse Gemeinschaften bedeutet.

Eine Besonderheit des Moduls ist der ständige Kontakt mit der Bevölkerung, welchen die Studierenden auf ihren Exkursionen und Recherchen erleben. Die Veranstaltung ist so aufgebaut, dass zu Beginn des Semesters morgens Exkursionen auf dem Programm stehen und nachmittags Gespräche mit Gästen aus den verschiedenen Religionen stattfinden. Regie und Moderation dieser Nachmittagsgespräche obliegt den Studierenden. Zum Semesterende präsentieren die Studierenden ihre eingangs erhaltenen Rechercheaufgaben zu Themen wie Musik, Tanz oder Geschichten und deren Einbettung im Spannungsfeld «Tradition – Moderne». Die Präsentationsform und die Herangehensweise an das Thema sind dabei den Studierenden überlassen.
Die Studentinnen Nicole Diem und Tanja Studer beispielsweise präsentierten ihre Arbeit zum Thema «Tanz» in Form eines mit PHZH-Equipment erstellten Films: Die Studentinnen portraitierten darin die Tanzgruppe Lashaya. Diese besteht aus Zürcher Secondas aus Sri Lanka, welche sich dem klassischen südindischen Tanz Baratha Natyam verschrieben haben. Dabei werden Mythen und Legenden aus der hinduistischen Religionsphilosophie nacherzählt. Die jungen Zürcherinnen mischen den eng mit dem Hinduismus verbundenen Tanzstil mit modernen Dance- und Musik-Einflüssen.

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Die Studentinnen Nicole Diem und Tanja Studer
Der Film der angehenden Primarlehrerinnen bot viel Gesprächsstoff. Dieser wurde erst in Gruppen und anschliessend im Plenum diskutiert. Dabei kam auch die Frage auf, ob man diese Tänzerinnen in die Schule einladen könne und inwiefern ihr Tanz bildungsrelevant ist.
Nicole Diem und Tanja Studer fühlen sich nach dem Vertiefungsmodul für den Unterricht gut gerüstet: «Wir empfehlen dieses Modul nachfolgenden Mitstudierenden auf jeden Fall weiter.» Nicht selten seien die Diskussionen untereinander auch nach der Veranstaltung rege weitergeführt worden.​