Fragen über Fragen

Brennende Fragen (Berlin Verlag, 2023)

Was uns als Menschen auszeichnet und neben empfindsamer Körperlichkeit von leidenschaftsloser KI unterscheidet, ist unser Drang nach Wissen, die unaufhörliche Suche nach Antworten, die in den Enzyklopädien unserer Kultur noch nicht zu finden sind. Für Margaret Atwood sind es die brennenden Fragen, die uns vorantreiben und vorwärtsbringen.

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Simulierte Wahrheit?

Tiefen der Täuschung (Matthes & Seitz, 2022)

Im Buch wird der Frage nachgegangen, was im digitalen Raum real ist und wo wir getäuscht werden. In Zeiten von Deep Fakes und Fake News scheint dies ein abgedroschenes Thema zu sein. Doch Dippel und Warnke wählen einen bestechenden und über weite Phasen anstrengenden Ansatz, indem sie in die Tiefen der Quantenphysik eintauchen.

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Von Meistern lernen

Bei Regen in einem Teich schwimmen. (Luchterhand, 2022)

Normalerweise können wir den Autor:innen beim Schreiben nicht über die Schulter schauen. Aber hin und wieder verraten sie uns in Poetikvorlesungen, Interviews, Briefen oder nachgelassenen Notizbüchern, wie die Arbeit vonstatten ging, wo ein Schreibprojekt seinen Anfang nahm und welche künstlerischen Entscheidungen sie treffen mussten. Was wir allerdings immer bekommen, sind die fertigen Texte. Wir brauchen sie nur genau zu lesen und die richtigen Fragen zu stellen. «Wenn es eine Erzählung schafft, uns hineinzuziehen und weiterlesen zu lassen, und uns das Gefühl gibt, ernst genommen zu werden, wie macht sie das?»

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Gelato – ma non freddo

«No grazie, non fumo.» (edition clandestin, 2021)

Handtaschen voller Lippenstifte und Kämme, bunte Kleider und das Lasagne-Rezept: Farben und Düfte begleiten die Grafikerin Francesca Petrarca in den Erinnerungen an ihre verstorbene Nonna, die von Armut und Abenteuerlust getrieben in den 1950er-Jahren als junge Frau aus Süditalien allein in die Schweiz kam, um bis zur Pensionierung zu bleiben.

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Historischer Blick auf die Gegenwart

«21.1: Eine kurze Geschichte der Gegenwart» (C. H. Beck, 2023)

Menschen neigen dazu, vieles für neu und innovativ zu halten, was eigentlich altbekannt ist. Bei anderen Entwicklungen wiederum fällt es vielleicht gar nicht auf, dass es sich um echte Neuerungen handelt. Das kommt daher, dass der Mensch Teil des Geschehens ist und ihm in dieser komplexen Welt die nötige Distanz und somit der Überblick fehlen.

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