Archiv der Kategorie: Kolumne

Plötzlich wieder Teenager

Anna-Tina Hess und Georg Gindely
Illustrationen: Elisabeth Moch

Anna-Tina Hess: Dienstagnachmittag. Berufspraktische Ausbildung. Wir sollen unsere Hausaufgaben austauschen. «Darf ich mal Ihr Resultat sehen?» fragt mich die Mentorin. Wäre ich eine Schildkröte, ich würde mich in diesem Moment in meinen Panzer zurückziehen und tot stellen.

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Alles Gute kommt von Norden

Christa Kappler
Christa Kappler – Seitenblick

«Nästa: Arlanda!» – die Zugsdurchsage reisst mich aus meinen Gedanken, die in den Weiten der schwedischen Landschaft versunken waren. Vor zwei Stunden bin ich in Norrköping eingestiegen. Der Zufall will es, dass ich dort gleich zwei Berührungspunkte habe: meine Schwester und unser Erasmus-Kooperationsteam. Erstere ist gelernte Primarlehrerin – notabene Absolventin der PH Zürich – und lebt seit acht Jahren im Norden. Letzteres ist eine Forschungsgruppe der Universität, die sich mit der Verzahnung von Unterricht und Erziehung an Schulen beschäftigt. Diese sogenannte «Freizeitpädagogik» hat einen fi xen Platz im schwedischen Schulalltag, wo formales und non-formales Lernen stark zusammengedacht werden.

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Alles Kinderkram?

Karin Zopfi Bernasconi – Seitenblick

Eigentlich hängt der Haussegen schief. Der Küchenboden ist mit einer Staubschicht übersät, die einiges an Arbeit verspricht und empathische Gefühle für Sisyphus aufkommen lässt. Einzig das Kind lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Es kauert auf dem Boden und hämmert die einzelnen, in Gips eingeschlossenen Teile des Dinosaurierskeletts frei. Die konzentrierte Stimmung besänftigt schnell. Minuten später sitzen beide auf dem Boden, unterhalten sich über die nächsten Hammerschläge und freuen sich über die bereits freigelegten Langknochen. Schon bald wird die Riesenechse stehen; die jurassische Küchenlandschaft ärgert nun niemanden mehr.

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Rückkehr des Autoritären?

Mario Bernet (l.) und Ruedi Isler - Unter vier Augen

Mario Bernet (l.) und Ruedi Isler – Unter vier Augen. Illustration: Elisabeth Moch

Ruedi Isler: Das Landesmuseum widmet den 68ern die Ausstellung «Imagine 68». Sollten wir erneut über Autorität und Antiautorität nachdenken? Die Ausstellung ist nicht der einzige Anlass dazu. Was meinst du, Mario? Weiterlesen

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Wie Schule und Fussball voneinander lernen können

Silke Fischer

Silke Fischer – Seitenblick

Alle vier Jahre ereignet sich das gleiche Spektakel: Egal in welchem Land und bei welchem Wetter versammeln sich die Massen vor den Public-Viewing-Leinwänden. Tausende Fanartikel, Bratwürste und Liter Bier werden verkauft. Etliche Fähnchen tauchen an Balkonen, Häuserwänden und Autos auf. Stundenlange Hupkonzerte sind hörbar und Autokolonnen verstopfen die Strassen. Spätestens dann ist klar: Es ist Fussball-WM. So war das auch bei der diesjährigen Austragung.

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Behüten?

Mario Bernet (l.) und Ruedi Isler - Unter vier Augen

Mario Bernet (l.) und Ruedi Isler – Unter vier Augen. Illustration: Elisabeth Moch

Mario Bernet: Vor der Fussball-WM gelangten ab und zu einige Panini-Bilder in meine Hände. Diese leitete ich an einen elfjährigen Nachbarsbuben weiter, der die Übergabe jeweils mit einem Freudentanz quittierte. Nicht so an einem Nachmittag im Mai: Diesmal nahm er die Ration nicht persönlich entgegen, seine Mutter führte mich ins Wohnzimmer. Er sass vor dem Fernseher, in der Hand die Spielkonsole. Auf dem Bildschirm sah ich, wie sich eine Figur den Weg durch eine Ruinenlandschaft freischoss. Die Mutter zuckte mit den Schultern. «Nichts zu machen», meinte sie, «wenigstens kämpft er als Frau.» Was fällt dir dazu ein?

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