Archiv der Kategorie: Kolumne

Das Schreib-Ego hofieren

Alex Rickert – Seitenblick

Textfeedback ist eine scharfe Klinge. Vor ein paar Jahren machte ich ein Interview mit einem Schweizer Autor für ein Literaturmagazin zum Erscheinen seines neuen Romans. Nach langem Gespräch und noch viel längerer Arbeit am Text schickte ich ihm das Interview zum Gegenlesen. Ich fand den Text ziemlich gelungen. Als ich das Interview zurückerhielt, war ich beleidigt. Der Autor änderte sehr viele Stellen ab und kommentierte ausufernd. Nach einiger
Überarbeitung schickte ich ihm den Text ein zweites Mal mit dem Ergebnis, dass nun er beleidigt war. Denn aus dramaturgischen Gründen hatte ich nicht all seine Wünsche übernommen.

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Die Krux mit der eigenen Klasse

Anna-Tina Hess und Georg Gindely
Illustration: Elisabeth Moch

Anna-Tina Hess: Ich bin grundsätzlich eine Person, die Entscheidungen nicht bereut. Auch wenn ich bis zur Entscheidung selbst mit mir hadere. Habe ich sie einmal gefällt, trage ich die Konsequenzen. Und das meine ich ganz positiv. Denn ich bin der Überzeugung, dass man so oder so nicht zurückkann und sich deshalb besser gleich mit der neuen Situation, für die man sich ja entschieden hat, anfreundet. Und so ging es mir auch mit der Entscheidung, Klassenlehrerin zu werden.

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Bloss nicht zu viel Privates

Anna-Tina Hess und Georg Gindely
Illustrationen: Elisabeth Moch

Anna-Tina Hess: Ich habe Kopfschmerzen, mein Nacken fühlt sich steif an wie ein Kleiderbügel. Ich gehe in eine Massage in der Hoffnung auf Erleichterung. Die Massage ist eine Katastrophe. Ich verlasse das Massagezentrum mit hängendem Kopf, die Laune ist am Boden, die Tränen sind zuvorderst. Ausgerechnet da tönt es links von der Seite: «Grüezi Frau Hess!!!» Ich möchte im Boden versinken oder auf der Stelle unsichtbar werden, aber schon hüpft das Unausweichliche auf mich zu: Zwei Schülerinnen! In meiner Freizeit!

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Der Wert von klaren Aufträgen

Anna-Tina Hess und Georg Gindely
Illustrationen: Elisabeth Moch

Anna-Tina Hess: Eigentlich gebe ich mir immer sehr Mühe, wenn es darum geht, klare Aufträge zu erteilen. Ich mache Powerpoint-Präsentationen, erkläre den Schülerinnen und Schülern alles noch mündlich und verteile ein Blatt mit den wichtigsten Informationen über das Was, Warum, Wie, Wielange und Womit. Was passiert, wenn man dies nicht tut, habe ich kürzlich schmerzlich erfahren.

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Laut und deutlich

Karin Zopfi Bernasconi – Seitenblick

Ein zweifelhaftes Verdienst der modernen Psychologie liegt in der Verklärung der extravertierten Persönlichkeit. Gemäss Lehrbuch zeichnet sich Extraversion durch Aktivität, Abenteuerlust, Fröhlichkeit, Herzlichkeit, Geselligkeit und Dominanz aus. Am anderen Ende des zweipoligen Konstrukts sitzt die kleine, unscheinbare Schwester namens Introversion.

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Die Krux mit den Noten

Anna-Tina Hess und Georg Gindely
Illustrationen: Elisabeth Moch

Anna-Tina Hess: Es war in einem Praktikum, als ich zum ersten Mal Noten verteilen musste. Die Klasse hatte im Französischunterricht den Auftrag, selbstständig eine Szene in einem Restaurant einzuüben und diese anschliessend vorzuspielen. Die Lernziele und das Bewertungsraster erhielten die Schülerinnen und Schüler von mir frühzeitig und in schriftlicher Form.

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Das Schreibgenie verbirgt sich nicht in den Genen

Alex Rickert – Seitenblick

Ich habe einen Freund, der ist quasi ein Schreibgenie. Er hat keine tertiäre Schulbildung, schreibt aber Mails, Grusskarten und Geschichten so witzig, klar und poetisch, dass ich ihn um seine Gabe beneide. Mich treibt die Frage um: Warum zum Henker schreiben wenige Leute so gut und die meisten nicht? Wurden manche als Wunderkinder mit einem Schreibgen geboren? Haben ihre Lehrpersonen oder Eltern sie speziell gefördert?

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Tückische Fremdsprachen

Anna-Tina Hess und Georg Gindely
Illustrationen: Elisabeth Moch

Anna-Tina Hess: Kürzlich hatte ich eine schöne Idee für den Einstieg in den Französischunterricht. Die Erstklässler sollten – passend zum Lernziel «Ich kann mit Hilfe von Geräuschen eine Geschichte verstehen» – an verschiedenen Orten im Schulhaus Geräusche aufnehmen. Ziel war, dass die Klasse anschliessend die Geräusche abspielt und die anderen erraten, worum es sich handelt.

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