Digitales Lernen unter Erwachsenen

Welchen Nutzen haben wissenschaftliche Beiträge für Bildungsinstitutionen? Diese und andere Fragen standen auf dem Podium im Zentrum.

Lebenslanges Lernen hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil unserer Lebensläufe entwickelt. Doch wie lernen Erwachsene? Und wie werden dabei digitale Medien gewinnbringend eingesetzt?

Diesen Fragen widmete sich Ende September die Veranstaltung «Digitale Lehr- und Lernformen in der Berufs- und Erwachsenenbildung – Forschungsbefunde und praktische Konsequenzen». Im Zentrum stand neben einem Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse und praktischen Beispielen zur Nutzung von digitalen Hilfsmitteln im Unterricht eine Diskussionsrunde mit Vertretungen aus verschiedenen Bereichen der Erwachsenenbildung.

Erik Haberzeth, Inhaber der Professur Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung an der PH Zürich, referierte in seinem Beitrag über die wissenschaftliche Fundierung von Digitalisierung in der Weiterbildung. Er bezog sich dabei auf Ergebnisse aus einer Studie zur Digitalisierung in der Weiterbildung, an der über 100 höhere Fachschulen teilnahmen. Unter anderem zeigte sich hier, dass die Fachhochschulen die Ressourcen und Kenntnisse der Lehrpersonen zur Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens als eine der Herausforderungen der Zukunft ansehen.

Im praktischen Teil widmete sich Dominic Hassler, Spezialist für digitales Lernen an der PH Zürich, der Frage nach den Möglichkeiten für den Unterricht mit digitalen Medien. Bei vielen Medien stelle sich die Frage des Verhältnisses von Aufwand und Nutzen. So könne etwa ein Online-Quiz einfach erstellt werden, es habe aber wenig didaktischen Nutzen. Die Produktion eines Lernvideos hingegen sei sehr aufwendig, dafür sei es didaktisch wertvoll. Es lohne sich deshalb, als Bildungsinstitution ein mediendidaktisches Konzept zu erstellen.

In der Diskussion wurden Fragen zu mediendidaktischen Konzepten, zur Unterstützung durch den Kanton bei neuen Bildungsgängen mit digitaler Ausrichtung und zum Nutzen von wissenschaftlichen Beiträgen für Bildungsinstitutionen thematisiert. Als Gäste nahmen Brigitte Steinmann vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt sowie Adrian Mani vom Careum Bildungszentrum Zürich teil. Auch das Publikum brachte sich ein mit Themen, etwa zur Rolle der Lehrmittelverlage bei der Produktion von elektronischen Lehrmitteln oder mit Bedenken, dass die Lehrpersonen mit den wachsenden digitalen Anforderungen überfordert sein könnten. Als Fazit lässt sich die Erwartung an die Wissenschaft festhalten, dass ihre Resultate einen zielgerichteten Einsatz von Digitalisierung gewährleiste. Und: Es benötige weiterhin Weiterbildungen zum Thema digitaler Unterricht.

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