Was braucht es bei der Umstellung zur Tagesschule? Fünf Erfolgsfaktoren auf einen Blick

  1. Bereits vor der Umsetzung werden alle wichtigen Akteure ins Boot geholt
    Behörden, Stimmbevölkerung, Eltern oder Mitarbeitende einer Schule haben unterschiedliche Perspektiven auf die Weiterentwicklung einer Schule zur Tagesschule. Tragfähig wird ein Entscheid zur Tagesschule, wenn es gelingt, alle Akteure in den Austausch einzubinden und unterschiedliche Sichtweisen zu vermitteln. Die Entscheidungen müssen aber spezifisch nach Funktion gefällt werden. Die Schulbehörde übernimmt den strategischen Entscheid. Als Auftraggeberin braucht sie eine klare Vorstellung bezüglich Ziel, Finanzierung und räumlicher Nutzung. Die operative Leitung liegt bei der Schul- und Betreuungsleitung. Entscheidend ist, dass sie gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Schule (Lehr- und Betreuungspersonal, Hausdienst) eine Vision der künftigen Tagesschule entwickelt, wobei auch die Sichtweise der Kinder und Eltern wichtig ist.
  2. Die Planung und Umsetzung einer guten Tagesschule braucht Zeit
    Eine gute Tagesschule ist nicht die Summe von bestehenden Elementen. Sie orientiert sich vielmehr an einer ganzheitlichen Verknüpfung von Unterricht und Betreuung. Für diese Neuorientierung braucht es genügend Zeit, um Erwartungen, Vorstellungen und künftige Zuständigkeiten zu klären. Die Umsetzungsphase vom Entscheid der Schulpflege bis zum Neustart als Tagesschule dauert in der Regel ein bis eineinhalb Jahre. Die PH Zürich berät und begleitet Schulen im gesamten Prozess von der Idee bis zur Umsetzung. Eine Broschüre des Volksschulamts des Kantons Zürich zeigt die Etappen exemplarisch auf: tiny.phzh.ch/vsa_tagesstrukturen
  3. Sämtliche Fragen, Bedenken und Ängste müssen auf den Tisch
    Bei einer Umstellung zur Tagesschule tauchen bei allen Beteiligten Fragen und oft auch Bedenken auf. «Meistert mein Team neben bestehenden Ansprüchen wie der Umstellung auf den Lehrplan 21 auch eine Umstellung zur Tagesschule?» Oder: «Wie gelingt es, dass das Betreuungsteam mit dem Lehrpersonal wirklich in einen Austausch auf Augenhöhe kommt?» Und: «Gelten in der Betreuung und im Unterricht die gleichen Regeln?» In einer Projektphase müssen persönliche Bedenken und scheinbar kleine Alltagsfragen diskutiert und gemeinsam Lösungen entwickelt werden. Nur so gelingt anschliessend die Umstellung.
  4. Eine gute Tagesschule nutzt vorhandene Räume vielseitig und flexibel
    Eine Tagesschule braucht neben den bestehenden Unterrichtsräumen geeignete Räume zum Essen, Spielen und Verweilen. Dabei kann benötigter Raum durch unkonventionelle Ideen und Doppelnutzungen geschaffen werden. So funktioniert das Mittagessen auch gestaffelt gut, in einer Bibliothek gibt es Platz für den Mittagsschlaf und mit roll- oder sonst leicht bewegbaren Elementen können Räume temporär umfunktioniert werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Hausdienst. Teilt dieser die Idee der Tagesschule, in der durch die stärkere Nutzung auch mehr Schmutz entsteht, können mit ihm ungewohnte Raumnutzungen und Angebote entwickelt werden.
  5. Die Zusammenarbeit mit Eltern wird vereinfacht und gestärkt
    Eine wichtige Rolle bei der Umstellung zur Tagesschule spielen die Eltern. Deren Erwartungen und Bedürfnisse gilt es in die Planung miteinzubeziehen. Wichtig ist dabei, dass die Umstellung zur Tagesschule die Organisation für die Eltern erleichtert. Klar benannte Ansprechpersonen vereinfachen den Kontakt, gleichzeitig wird der Informationsfluss an einer Tagesschule verstärkt. Wenn Kinder mehr Zeit als früher in der Schule verbringen und auch ihre Hausaufgaben bereits in der Schule lösen, ist es für Eltern wichtig, auf anderen Wegen Einblicke in den Tagesschulalltag ihrer Kinder zu bekommen.
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