Lebenszeit statt Leidenszeit

Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung (Heyne, 2018)
Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung (Heyne, 2018)

Arbeit und Konsum – dafür geben wir unsere Zeit aus. Die echten Freuden wie Familie, Freunde, Natur, die Liebe, das Ausschlafen oder Lesen finden zu wenig Platz. Der Konsum ist zum Lebensinhalt geworden.

Wir verdienen Geld, um es anschliessend wieder auszugeben. Doch das Arbeiten erhöht nicht nur den Kontostand, sondern das Herzinfarktrisiko, und die Unzufriedenheit macht uns devot. Müde rattern wir in einer grossen Maschine. Stress und Hektik verunmöglichen es uns, die Arbeitszeit zu geniessen. Das muss nicht sein. Davon ist der britische Autor und Kabarettist Robert Wringham überzeugt. Wir können dieser Tretmühle entschlüpfen. Wringham zeigt wie. Er selbst hat sich «entfesselt». Das Bewusstsein für das wirklich Wichtige ist die Voraussetzung: Gesundheit und Zeit statt Geldgier und Konsumwahn. Der Autor plädiert für Teilzeitarbeit oder Selbstständigkeit, konsequentes Unterlassen von Überstunden, frühen Ruhestand, wenig Besitz und Sparsamkeit. Anregend und humorvoll beschreibt er, wie Aussteigen auch ohne einsame Hütte im Wald oder Einzug ins Kloster funktioniert. Es braucht vor allem eine gute Planung und viel Mut.

Robert Wringham
Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung.
Aus dem Englischen von Ronald Gutberlet.
München: Heyne, 2018. 336 Seiten.

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