Schatten und Schleier

Der weisse Schatten

Einer der Protagonisten entscheidet sich für die Westküste – wegen des schlechteren Wetters: Im schottischen Nebel sei alles möglich, meint er.

So tappt man in Daniel Ammanns Geschichten manchmal im Dunkeln, liest sie gerne mehrmals, um zu verstehen, wer Schatten wirft und was sich hinter dem Schleier verbirgt. Soll man dem Ich-Erzähler glauben, der denkt, dass sich Herr Ibis seinen Hund nur eingebildet hat? Jedenfalls stellt sich die Frage, welcher der beiden Herren tatsächlich einen Vogel hat, als Herr Ibis auf einmal spurlos verschwindet. Amber, den Hund in einer anderen Erzählung, gibt es wirklich. Er führt den Arzt zu seinem toten Herrchen. Der Künstler konnte sein Bild nicht mehr fertig malen; er ist mit dem Pinsel in der Hand gestorben …

Dem Autor ist es gelungen, nicht alles zu erzählen, sondern ein paar Geheimnisse für sich zu behalten. Denn – so heisst es in einer seiner zwölf Geschichten: «Es sind die Leser, die den Schlüssel in der Hand haben.»

VN:D [1.9.22_1171]
Bewertung: +1 (von 1 Bewertung)

Daniel Ammann. Der weisse Schatten und andere Geschichten. St. Gallen: Magoria, 2018. 90 Seiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.