Eine Frage, drei Antworten: Wann macht Schule Spass?

Christine Neresheimer

Christine Neresheimer, Dozentin PH Zürich

Ich   erlaube   mir   das   Wort Spass mit Freude zu ersetzen und zu fragen: Wann macht Schule Freude? Freude ist gemäss Carroll Izard, einem US-amerikanischen Psychologen, eine sogenannte Basisemotion und wird im aktuellen entwicklungspsychologischen Diskurs immer noch als universelle Emotion angesehen. Freude empfinden wir unabhängig von der uns umgebenden Kultur. Freude ist die Emotion, die vieles erleichtert oder überhaupt möglich macht. Damit Freude empfunden oder gezeigt werden kann, braucht es eine Umwelt, die dieses Gefühl auslöst. Zum Beispiel ein Lächeln, ein Lob, ein Witz oder der Ausblick auf ein erfreuliches Ereignis. Die Liste mit Situationen, welche Freude auslösen können, lässt sich beliebig erweitern und ist je nach Mensch unterschiedlich. Dass wir in der Schule Freude oder eben Spass empfinden können, hängt in hohem Mass von den für uns auslösenden Faktoren ab. Schule macht also dann Spass, wenn sie solche Situationen ermöglicht.

 

Berni Kamber

Berni Kamber, Primarlehrer Schule Wallisellen

Der Schlüssel zum Spass heisst schlicht und einfach Begeisterung und ist unter anderem dann zu beobachten, wenn es der Lehrperson gelingt, Freude am Lernen zu vermitteln, sodass das Kind auch gerne zur Schule kommt; der Unterrichtsstoff spielerisch verpackt wurde und die Klasse spielerisch lernt; die Rahmenbedingungen eine untergeordnete Rolle spielen, beziehungsweise einfach das Beste daraus gemacht wurde; Lehrpersonen wie auch die Schülerinnen und Schüler Spass an der Arbeit haben; Fortschritte beobachtet werden, wenn man sie vielleicht gerade nicht erwartet hat; Schulhauskultur lebt und Nehmen und Geben irgendwie eine Selbstverständlichkeit sind; die Lehrerschaft sich ausreichend Zeit nimmt für jeglichen Austausch; und last but not least eine Vertrauensbasis gepaart mit gegenseitigem Respekt zwischen Lehrpersonen und Elternschaft entsteht. Ich arbeite in einer Tagesschule, wo Schule und Alltag ineinanderfliessen. In einem derartigen Setting bedeutet das Zusammenleben einiges mehr als die Vermittlung von Kulturtechniken. Auch bereitet nicht immer alles nur reinen Spass. Dennoch ist der Spass immer mit dabei, und zwar in der Begeisterung fürs Unterrichten, der Materie und den Schülerinnen und Schülern und dem, was von diesen zurückkommt.

 

Amelia

Amelia, 2.-Klässlerin Feldmeilen

Am   meisten   Spass   habe ich in der Schule im Sport, wenn wir viel herumrennen dürfen. Von den anderen Fächern mag ich Mathematik, weil ich gerne rechne und es im Zimmer immer ganz still ist. So kann ich mich gut konzentrieren. Im Zeichnen ist es meistens lauter, das stört mich und dann macht es keinen Spass. Am liebsten lerne ich in der Schule mit meinem Lernpartner zusammen, weil wir einander helfen können. Zum Glück ist unsere Lehrerin nett und wird nicht schnell wütend. Streit mag ich nämlich überhaupt nicht. Auf die Pause freue ich mich immer besonders, vor allem, wenn jemand Geburtstag hat und einen Kuchen mitbringt oder wenn die Spielkiste offen ist. Darin gibt es Gummitwist, Badminton, Pingpong und noch vieles mehr. Wir wissen vor der Pause aber nicht, ob die Kiste offen ist, das ist immer eine Überraschung. Am allermeisten Spass würde es mir in der Schule machen, wenn wir ein Hallenbad hätten, das wir jede Pause benutzen dürfen.

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