Die Masterarbeit

Janine Mühlebach wollte in ihrer Masterarbeit herausfinden,   wie man die Schreibkompetenzen von Schülerinnen und Schülern, die erst seit kurzem in der Schweiz leben, fördern kann.

Laut der Autorin verfügen viele von ihnen über schlechte Deutschkenntnisse. Der DaZ-Unterricht hilft ihnen dabei, ihre Kompetenzen zu erweitern, wobei der Schwerpunkt oft bei der Grammatik liegt. Im Rahmen eines Besuchs in einer DaZ-Klasse stellte die Autorin fest, dass es den Lernenden trotz der erlernten Regeln schwerfällt, sich in einem ganzen Satz auszudrücken oder einen Text zu verfassen. Auf der Grundlage dieser Beobachtung liess die Studentin im Rahmen eines Versuchs DaZ-Schülerinnen und -Schüler einen kurzen Text schreiben. Dabei bestätigte sich ihr Eindruck: Die Schülerinnen und Schüler bekundeten zwar wenig Mühe, einzelne Sätze grammatikalisch richtig zu schreiben. Sie stiessen jedoch an Grenzen, als es um das Verfassen eines zusammenhängenden Textes ging.

In   einem   nächsten   Schritt überprüfte Janine Mühlebach, ob sich die Schreibkompetenzen der Lernenden mit einem spezifischen Arbeitsinstrument fördern lassen. Dazu erstellte sie ein eigenes Schreibhilferaster, welches bei der Überarbeitung der Texte helfen sollte. Jedes Raster wird individuell erstellt und orientiert sich stark an bereits verfassten Texten. Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler zu jedem Textelement (Titel, Einführung, Situation, Personen charakterisieren etc.) eine Auswahl an alternativen Formulierungen.

Um das Schreibhilferaster testen zu können, arbeitete die Studentin mit einem DaZ-Schüler und einer DaZ-
Schülerin zusammen. Nachdem diese mit Hilfe des Schreibhilferasters je eine Erzählung und eine Beschreibung verfasst hatten, überprüfte Janine Mühlebach die Texte anhand eines Textanalyserasters. Die Auswertung zeigte, dass die Schülerin und der Schüler zwar motiviert und ausdauernd arbeiteten. Bei näherer Betrachtung wurde jedoch deutlich, dass das Schreibhilferaster alleine nicht genügt, um eine nachhaltige Verbesserung der Schreibkompetenzen zu erreichen. Gar keine Fortschritte machten die Lernenden dabei beim Setzen von Abschnitten sowie bei der Verwendung von Deklinationsformen. Im Bereich der inhaltlichen Strukturierung, der Wortschatzerweiterung, des Satzbaus, der Verbformen sowie im Bereich der Verwendung von Textverknüpfungsmitteln machten sich hingegen grosse Fortschritte bemerkbar.

Die   Autorin   empfiehlt hinsichtlich einer Verwendung eines Schreibhilferasters im Unterricht folgendes Vorgehen: Da in einer Klasse mit beispielsweise 20 Schülerinnen und Schülern die Entwicklung von jeweils individuellen Lösungen zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde, arbeiten alle mit dem gleichen Raster. Das Instrument erhält so die Funktion einer Vorlage. Voraussetzung dabei sei, dass die Lehrperson die Lernenden in die Arbeit mit dem Schreibhilferaster einführt. Zudem sei die gemeinsame Erarbeitung eines Beispiels zwingend notwendig.

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