Das Menschenproblem

Carmen Luzi ist Studentin auf der Sekundarstufe I und Tutorin im Schreibzentrum der PH Zürich.

Ich mag Menschen. Ja, ich mag sie wirklich. Ich mag Menschen, wenn sie: gut duften, ein wenig Abstand halten, sich schön kleiden, sich im Zug auf den von mir am weitesten entfernten Platz setzen und anständig sind – Anstand ist mir sehr wichtig. Freundlich sollten die Menschen auch sein, «Bitte», «Danke» und «Grüezi» sagen. Lächeln sollten sie und positiv, immer positiv in die Welt schauen.

Ich mag Menschen, die aus Überzeugung handeln, keine Show abziehen und deren Musik ich in der Öffentlichkeit nicht hören muss. Ich mag Menschen, die lesen und mit mir über ihre Lektüre sprechen. Ich mag Menschen, die nicht rülpsen, spucken und furzen, wenn ich in der Nähe bin.

Ich mag Menschen, die Menschen mögen und Gutes tun. Ich mag Menschen, die in der Bibliothek leise sind. Ich mag Menschen, die sich für die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau einsetzen.
Ich mag intelligente Menschen, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern und spontan anderen helfen – empathisch sind, wenn nötig. Ich mag Menschen, die oft ins Theater gehen und sich dafür rausputzen. Ich mag Menschen, die klassische Musik hören, Bordeaux trinken und Bücher schreiben.
Ich mag Menschen, die Patent Ochsner live sehen wollen. Ich mag Menschen, die lernen und die Nächte durchtanzen. Ich mag Menschen, die lieben – ich sehe es in ihren Augen. Ich mag Menschen, die mich mögen.
Mag ich Menschen wirklich?

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