Der Roboter als Türöffner in die Welt der Informatik

Mit der Einführung des Lehrplans 21 rückt in den Zürcher Schulen ab dem 5. Schuljahr eine Lektion «Medien und Informatik» auf den Stundenplan. Die PH Zürich führt dazu einen Grundlagenkurs für Lehrpersonen durch, die das Fach künftig unterrichten werden. Ein Roboter spielt dabei eine der Hauptrollen.

Kursteilnehmerin Isabelle Balliet zeichnet den Weg auf, den Mini-Roboter Ozobot fahren soll. Foto: Christoph Hotz

Der Augenschein vor Ort an der ersten Durchführung der Weiterbildung im vergangenen September zeigt: Mit dem neuen Fach und im Speziellen mit der Informatik hält ein Bereich Einzug ins Klassenzimmer, der für die Lehrpersonen viel Neues bringt – etwa das Programmieren von Robotern. «Lass Roboter Ozobot einen Kreis abfahren und immer der Linienfarbe entsprechend leuchten», lautet beispielsweise eine der Aufgaben an diesem Kurstag. Mit etwas Unterstützung des Dozenten finden die Lehrerinnen und Lehrer rasch die richtige Lösung und die kleine Maschine verhält sich so wie im Auftrag vorgeschrieben. «Mit Robotern können einfache Programmierungen anschaulich umgesetzt werden. Zudem sind sie heute allgegenwärtig in unserer Gesellschaft und damit nahe an der Lebenswelt der Kinder. Sie eignen sich deshalb sehr gut als Arbeitsinstrument für den Unterricht», sagt Rahel Tschopp, Bereichsleiterin «Medienbildung und Informatik» an der PH Zürich.
Neben der Informatik bildet der Themenbereich Medienbildung ein weiteres Element des Weiterbildungskurses. Hier steht das Lernen über Medien im Zentrum – beispielsweise der Umgang mit Social Media. Die informatischen Inhalte bilden in den insgesamt dreieinhalb Kurstagen jedoch den Schwerpunkt. «Dieser Bereich bildet für die Lehrpersonen die grösste Herausforderung, da ein Grossteil darin keine Kenntnisse hat», so Rahel Tschopp.

Attraktive Aufgaben als Erfolgsfaktor
Isabelle Balliet aus Rorbas ist eine der rund 16 am Kurs teilnehmenden Lehrpersonen. Sie hat bereits den CAS «Pädagogischer ICT-Support PICTS» an der PH Zürich absolviert, der Umgang mit digitalen Medien ist ihr dadurch vertraut. In ihrer altersdurchmischten Klasse setzt sie diese schon heute in verschiedenen Fächern ein. Bislang konzentrierte sie sich dabei hauptsächlich auf medienbildnerische Aspekte. Die Mittelstufenlehrerin freut sich darauf, künftig auch Informatik zu unterrichten. Und sie ist davon überzeugt, dass die Kinder Spass haben werden. «Der Erfolg des Unterrichts steht und fällt mit dem Transfer der Informatik-Inhalte in attraktive Aufgaben», sagt sie. Wichtig sei ihr, Informatik nicht ausschliesslich in der im Lehrplan 21 vorgesehenen Lektion zu thematisieren, sondern wie die Medienbildung fächerübergreifend einzubringen. Dazu eigne sich der Mathematik-Unterricht sehr gut, wo man beispielsweise mithilfe eines Algorithmus Zahlen sortieren und in eine bestimmte Reihenfolge bringen könne.

Über 3000 teilnehmende Lehrerinnen und Lehrer
Den Grundlagenkurs der PH Zürich bewertet Isabelle Balliet im Rückblick als sehr hilfreich: «Ich habe wertvolle Inputs erhalten und fühle mich gut gerüstet für den Unterricht.» Rahel Tschopp ist mit den Rückmeldungen der Teilnehmenden zufrieden. Geschätzt werde insbesondere die Praxisnähe der Kursinhalte.
Die Weiterbildung wird bis 2023 weitergeführt. Bisher sind insgesamt 200 Kurse für 3200 Lehrpersonen geplant.

 

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