Alles digital? Die Schule zwischen 0 und 1

Podiumsdiskussion unter Fachleuten der PH Zürich: Claudio Caduff, Jürg Fraefel, Rahel Tschopp (v.l.). Moderator Michael Pfister. Foto: Niklaus Spoerri

Der diesjährige Hochschultag der PH Zürich am 2. November stand im Zeichen der Digitalisierung. Zu Beginn richtete Bildungsdirektorin Silvia Steiner ihren Blick auf das Thema. Dabei zeigte sie sich zuversichtlich: «Die Schule hat nicht reagiert, sondern die Herausforderung proaktiv angenommen», sagte sie. Und: «Wir brauchen Kreativität, Neugier und den Mut, neue Wege zu beschreiten.»Der erste Beitrag führte in die Schule Andelfingen. In einem Film gab der dort zuständige ICT-Verantwortliche Thomas Staub einen Einblick in zwei Schulklassen, welche bereits grösstenteils mit digitalen Medien arbeiten. Wie kann eine Schule, die den Weg in die Digitalisierung beschreiten möchte, dabei unterstützt werden? Antworten auf diese und weitere Fragen gaben in einem Podium drei Mitarbeitende der PH Zürich: Rahel Tschopp, Leiterin Medien und Informatik, macht den Erfolg an einer Reihe von Faktoren fest. Wichtig seien eine gute Infrastruktur sowie ein professioneller Support: «Die Unterstützung muss sowohl auf der technischen als auch auf der pädagogischen Ebene gewährleistet sein», sagte sie. Jürg Fraefel, Leiter des Digital Learning Center, wies anschliessend auf die neuen Weiterbildungsmöglichkeiten durch digitale Lernformen hin. Claudio Caduff, Professor beruf-liche Bildung, richtete den Blick danach auf die Effekte in der Berufswelt: Die Digitalisierung habe grosse Auswirkungen, sagte er. Ein «Angstmanagement» sei angesichts der zunehmenden Automatisierung nicht sinnvoll. Den Lernenden müsse jedoch die Dringlichkeit von Weiterbildungen vermittelt werden.
Einen Schritt weiter ging anschliessend Karin Vey, Executive Innovation Consultant bei IBM Zürich. Sie richtete den Fokus auf die künstliche Intelligenz. Es gehe dabei nicht um die Ersetzung, sondern um die Ergänzung des Menschen. Rektor Heinz Rhyn nahm abschliessend die Überlegungen von Karin Vey auf. Die PH Zürich befinde sich im Spannungsfeld zwischen gelebter Realität in der Schule und zukunftsgerichteter Visionen. «Wir haben den Anspruch, den Prozess der Zukunftsentwicklung im Dienst der Schule mitzugestalten», so Heinz Rhyn.
Im zweiten Teil wurden traditionsgemäss die Studierendenpreise für herausragende Arbeiten und der Bildungspreis der PH Zürich und der Stiftung Pestalozzianum vergeben. Letzterer geht an Carl August Zehnder. Er setzt sich seit über 50 Jahren für die Informatik in der Schule ein und wird für seine Innovationskraft und sein beharrliches Engagement in diesem Bereich geehrt.

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