Studierendenporträt

Vor dem siebenwöchigen Quartalspraktikum hatte Noëmi Brüschweiler gehörig Respekt. Als sie die 3. Sekundarschule in Wülflingen besuchte und die Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal sah, staunte sie nicht schlecht:

Noëmi Brüschweiler studiert an der PH Zürich auf der Sekundarstufe I. Foto: Nelly Rodriguez

«Die haben zum Teil ja schon Bärte. Werden die sich von mir etwas sagen lassen?» Die 23-jährige Studentin lacht, als sie diese Episode erzählt, denn ihre Befürchtung war unbegründet: «Die Klasse machte gut mit.» Auch wenn es anders gewesen wäre: Sie ist es sich gewohnt, mit grossem Druck umzugehen. Noëmi Brüschweiler war eine erfolgreiche Spitzensportlerin. Als Kanutin paddelte sie jahrelang an der Weltspitze mit. Im Kajak-Zweier belegte sie 2014 an der WM in Moskau den siebten Platz. Vor ein paar Monaten gab sie ihren Rücktritt vom Spitzensport bekannt. Es war eine rationale Entscheidung. Mit dem Trainingsaufwand, der neben ihrem Studium noch möglich war, konnte sie zwar ihr Niveau halten, aber Fortschritte sah sie keine mehr. Da wusste sie: «Entweder ich konzentriere mich nur auf den Sport und unterbreche das Studium, oder ich trete aus dem Leistungssport zurück.» Die nationale Konkurrenz darf sich aber nicht zu früh freuen: An den Schweizermeisterschaften, die sie mehrfach gewann, will sie weiterhin mitmachen.
Es war ein längerer   Prozess gewesen, bis Noëmi Brüschweiler wusste, was sie studieren wollte. Sport stand natürlich zur Diskussion, auch Biologie fand sie spannend. Mit ihrem Entscheid, Sekundarlehrerin zu werden, hat sie nun eine ideale Mischung gefunden. Sie unter-richtet Sport, Natur & Technik, Deutsch und Geographie. Was ihr besonders gefällt, ist die Abwechslung. «Jeder Tag ist eine neue Herausforderung.» Das Lehren verbindet die beiden Welten von Noëmi Brüschweiler. Sie trainiert auch den Schaffhauser Kanuten-Nachwuchs und möchte Jugendlichen etwas von ihrer Erfahrung weitergeben. Der grosse Unterschied: In einem Sportverein trainieren die Jugendlichen freiwillig. In der Schule dagegen … Noëmi Brüschweiler zeigt eine weitere Qualität, die sie als Lehrerin gut gebrauchen werden kann: Empathie: «Ich muss mich manchmal in Jugendliche hineinversetzen, um zu sehen, dass man auch keine Lust an Sport haben kann.»

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