Populismus durchschauen

Stefan Petzner hat lange Zeit als Spin-Doctor für den 2008 verstorbenen Rechtspopulisten Jörg Heider gearbeitet. In seinem Buch legt Petzner nun offen, mit welchen narrativen Mustern Populisten arbeiten: Das böse Monster (z.B. Einwanderung) bedroht das Gute (Volk). Der populistische Politiker (Superman, Held) bietet sich an, die Guten vor dem Bösen zu retten.
Es wird deutlich, dass eine grosse Nähe zum Muster der klassischen Heldenreise vorliegt, das man in vielen Filmen und Romanen vorfindet (vgl. Josef Campbell). Populisten wissen, dass sie auf der Sachebene wenig zu bieten haben, und versuchen daher immer auf die emotionale Ebene und auf die Provokationsebene zu gehen. Gemäss Petzner muss man sie immer wieder auf die Sachebene zurückzwingen – da Populisten auf dieser Ebene verwundbar sind. Ein Problem vieler Medien besteht darin, dass sie stark auf Provokationen reagieren – Sachliches bringt weniger Klicks und geringere Quoten.

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Stefan Petzner. Trump to go: Eine kurze Erklärung, wie Populismus funktioniert. Wien: edition a, 2017. 157 Seiten.

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