Weichensteller am Übergang von der Schule in die Berufswelt

Auf der Sekundarstufe I werden wichtige Weichen für die berufliche Zukunft der Schülerinnen und Schüler gestellt. Worauf es dabei ankommt, haben PHZH-Studierende der Sekundarstufe  I im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Bereich «Forschung und Entwicklung» untersucht. In einem ersten Schritt befragten sie dazu einen Schulleiter, eine Mutter sowie je eine Fachperson aus dem Bereich der beruflichen Integration und aus dem Berufsinformationszentrum nach den wichtigsten Erfolgsfaktoren bzw. den grössten Herausforderungen. Wichtig erachten die Befragten die optimale Zusammenarbeit zwischen den einzelnen am Übergangsprozess beteiligten Instanzen. Als Herausforderung nannten sie häufig die Unterstützung der Eltern sowie die ungleichen Bildungschancen. Ebenfalls wurden der Stellenwert standardisierter Eignungsabklärungen sowie der eigentliche Berufswahlprozess genannt.
Anschliessend untersuchten die Studentinnen und Studenten in Gruppen die einzelnen Themen anhand von spezifischen Fragestellungen: Die «Eltern»-Gruppe etwa fragte danach, wie Väter und Mütter aus bildungsfernen familiären Kontexten den Berufswahl- und -findungsprozess ihrer Kinder unterstützen. Dazu interviewten sie vier Elternteile mit einem entsprechenden Bildungshintergrund. Es zeigte sich, dass bei ihnen insbesondere die emotionale Unterstützung der Schülerinnen und Schülern im Vordergrund steht. Aufgrund fehlender Kenntnisse über das Bildungssystem und die Berufswelt können die Befragten keine konkrete Unterstützung leisten beispielsweise beim Verfassen von Bewerbungen. Sie verlangten in den Interviews oft danach, dass die Lehrpersonen sich noch aktiver um die Dreiecksbeziehung Eltern – Schule – Kind bemühen sollten. Die Studierenden schliessen daraus, dass den Eltern die Rollenverteilung bei der Berufswahl nicht klar ist. Gerade für bildungsferne Eltern sei deshalb eine klare Struktur wichtig.

Körperliche Arbeit unbeliebt
Die Studierenden, die sich mit der Berufswahl auseinandersetzten, befragten Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler danach, welche Kriterien für sie bei der Entscheidung für einen Beruf massgebend sind. Für die Schülerinnen und Schüler am wichtigsten sind die persönlichen Vorlieben und Stärken, das Arbeitsklima, der Umgang mit Menschen, eine abwechslungsreiche Tätigkeit sowie ein geregeltes Einkommen. Auch die Lehrpersonen nannten als bedeutendstes Kriterium mehrheitlich die persönlichen Vorlieben. Als weiteren zentralen Faktor führten sie die Möglichkeit für Weiterbildungen auf. Eher unbeliebt sind bei den Schülerinnen und Schülern handwerkliche Tätigkeiten und generell körperliche Arbeit. Bei der Frage danach, wie die Berufswünsche entstehen, gab rund die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an, dass sie diese selbstständig entwickeln. Ein Viertel holt sich dabei Rat bei den Eltern.

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