Studierendenporträt

Während sich andere Studierende in den Semesterferien vielleicht am Strand räkelten, verbrachte die 22-jährige Maria Goffi im vergangenen August zwei Wochen in einem griechischen Flüchtlingscamp.

Maria Goffi, 22, studiert an der PH Zürich auf der Sekundarstufe I. Foto: Nelly Rodriguez

Maria Goffi, 22, studiert an der PH Zürich auf der Sekundarstufe I. Foto: Nelly Rodriguez

Sie habe helfen und sich selber ein Bild der aktuellen Flüchtlingsthematik machen wollen, sagt sie. Hier lernte sie eine syrische Familie kennen. Eine Mutter. Drei Kinder. Alle warteten darauf, dass es endlich weitergeht. Der Vater befand sich in Österreich, der älteste Sohn bereits in der Schweiz. Jetzt sollte die Familie wieder zusammenkommen. Zurück in der Schweiz ging Maria Goffi das Schicksal dieser Menschen nicht mehr aus dem Kopf. Sie wollte helfen und überlegte sich, wie sie das von der Schweiz aus tun könnte. Kurzerhand organisierte sie mit Hilfe zweier Kommilitonen einen Kuchenverkauf an der PH Zürich, um Geld für die Hilfsorganisation «Noná» zu sammeln. Diese wurde von zwei Schweizerinnen gegründet, welche Maria Goffi in Griechenland kennen lernte. «Sie sorgen für warme Unterkünfte und verhelfen den Flüchtenden zu mehr Selbstständigkeit», erzählt die Studentin.

So animierte sie Freunde dazu, Kuchen zu backen und kreierte selbst Prospekte und ein Transparent. «Solidarität ohne Grenzen» hiess es darauf. Und aus den Worten wurde Realität. Sie verkaufte Kuchen im Wert von rund 1400 Franken. «Der Betrag hat all unsere Erwartungen übertroffen», sagt sie. «Mit wenig Aufwand konnten wir einen grossen Beitrag beisteuern. Es wäre schön, wenn sich andere Studierende davon inspirieren lassen würden.» Man merkt Maria Goffi an, dass ihr das soziale Engagement am Herzen liegt. Sie absolvierte ursprünglich eine KV-Lehre, konnte sich den Büro-Alltag aber nie vorstellen. Viel lieber wollte sie mit Menschen arbeiten. So entschied sie sich, die Passerelle zu machen, um danach an der PH Zürich studieren zu können. Was für eine Lehrperson sie sein wird, weiss sie bereits: «Ich will den Jugendlichen nicht nur Bildung vermitteln, sondern sie auch bei ihren persönlichen Problemen unterstützen.» So zeigt sich erneut ihre soziale Ader.

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