Die Nazi-Gräfin und ich

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Was tut man, wenn in der Zeitung steht, dass die eigene Grosstante an einem Massaker an 180 Juden beteiligt war? Wenn man erfährt, dass die Gräfin Margit Thyssen-Batthyany in jener Nacht kurz vor Kriegsende zwar nicht geschossen, aber mit den Mördern getanzt und gelacht und den Rest ihres Lebens genossen hat, obwohl sie alles über das Verbrechen im österreichischen Rechnitz gewusst hat? Für den Autor, Sacha Batthyany, war es der Auslöser für eine Reise in die Familiengeschichte. Die Frage, was in jener Nacht 1945 genau passiert ist, wird dabei schnell zur Frage, was dieses Massaker mit ihm zu tun hat. Batthyany findet Antworten, nähert sich seinem Vater an, als er versteht, dass ihm Stalin durch die Gulag-Haft seines Grossvaters auch den Vater genommen hat. Im Tagebuch seiner Grossmutter stösst er auf ein Geheimnis, hinter dem sich weitere Abgründe auftun – so steht der Leser am Ende vor der Frage: Was hat die Nazi-Gräfin mit mir zu tun?

Sacha Batthyany. Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2016. 256 Seiten.

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