Medien, Wissenschaft und Bildung

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«Keine Bildung ohne Medien!» verkündet ein medienpädagogisches Manifest. Die Verschmelzung alter und neuer Medien, zunehmende Digitalisierung und Mediatisierung unserer Lebenswelt sowie das Aufkommen mobiler Geräte in Verbindung mit orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf mediale Angebote eröffnen ungeahnte Lern‐ und Erfahrungsbereiche. Dies bedeutet für Schule und Gesellschaft aber auch eine gewaltige Herausforderung. Man könnte das erwähnte Schlagwort der bildungspolitischen Initiative also gut umdrehen und «Keine Medien ohne Bildung!» fordern. Denn medienkompetentes Handeln setzt fundierte Kenntnisse voraus. Neben technischen Innovationen und bildungsrelevanten Umwälzungen gilt es auch die betroffenen Fachwissenschaften im Auge zu behalten und jüngste Entwicklungen und disziplinübergreifende Kontroversen zu verfolgen. Das vorliegende Handbuch Medienwissenschaft vermittelt einen gründlichen Einblick in den aktuellen Wissensstand akademischer Disziplinen und zeigt detailliert auf, was wo erforscht, diskutiert und an theoriebildenden Konzepten entworfen wird. Ausgehend vom schwer fassbaren Medienbegriff und der Geschichte der Medienwissenschaft samt ihrer Fachgesellschaften führt das Handbuch über diverse Medientheorien und differenzierte Darstellungen von Einzelmedien (Geld, Comics, Telefon, Fotografie, Internet, mobile Medien etc.) bis hin zu Schnittstellen und Spannungen mit unterschiedlichen Fachgebieten wie Theologie, Bild-, Sprach-, Tanz- oder Politikwissenschaft, Kommunikationsforschung, Medieninformatik und Cultural Studies.
Einmal mehr zeigt sich, dass sich mittlerweile alle Forschungs- und Wissenszweige mit Medien, deren vielfältigen Ausprägungen und wirkmächtiger Bedeutung beschäftigen müssen. Dennoch versteht sich das vorliegende Handbuch als «Plädoyer für eine eigenständige medienwissenschaftliche oder medienkulturwissenschaftliche Disziplin» und schafft in der Verknüpfung heterogener Arbeits- und Forschungsfelder einen wichtigen Beitrag zur Klärung der Diskurse. Alles in allem: ein unverzichtbares Handbuch und Nachschlagewerk – nicht nur für Angehörige medienwissenschaftlicher Teildisziplinen, sondern ebenso für Interessierte aller Fachrichtungen, die sich im Spannungsfeld zwischen Medien, Wissenschaft und Bildung bewegen.

Dieser Titel in der Bibliothek der PH Zürich

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Jens Schröter (Hrsg.). Handbuch Medienwissenschaft. Unter Mitarbeit von Simon Ruschmeyer und Elisabeth Walke.
Stuttgart: J. B. Metzler, 2014. 571 Seiten.

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