Studierendenporträt

Aline Bonifay ist eine vielbeschäftigte Studentin: Neben ihrer Ausbildung zur Sek-I-Lehrerin jobbt sie 40 Prozent bei McDonald’s, und seit einem Jahr ist sie zusätzlich daran, ihr eigenes Strickmützen-Start-up aufzubauen.

Aline Bonifay, 19, studiert an der PH Zürich auf der Sekundarstufe I. Foto: Nelly Rodriguez

Aline Bonifay, 19, studiert an der PH Zürich auf der Sekundarstufe I. Foto: Nelly Rodriguez

Die Idee zur Gründung eines eigenen Unternehmens hatte sie vor knapp einem Jahr zusammen mit einem Freund. Ihr fiel eine Spenden-Aktion von Pro Senectute auf, bei der kleinen Smoothie-Fläschchen selbstgestrickte Mützchen aufgesetzt wurden. Sie entwickelte die Idee weiter ‒ dabei heraus kam die Firma «Tricotion». Dabei stellen Freiwillige mit von Tricotion zur Verfügung gestellter natürlicher Wolle Mützen und Schals her, die sie dann online verkaufen. Abnehmer sind Leute, die selbst nicht stricken können oder keine Zeit dazu finden, sich aber dennoch eine einzigartige, ganz und gar fair hergestellte Mütze wünschen. Der 19-Jährigen gefällt an ihrer Tätigkeit im Start-up insbesondere, dass sie eine Vermittlerrolle zwischen den verschiedenen Generationen einnehmen kann, ganz so wie sie es als angehende Lehrerin aus der Schule kennt.

Dass   sie   sich für das Studium zur Lehrerin entschied, rührt jedoch von einer ganz anderen Begeisterung her – jener für die französische Sprache. Im Gegensatz zu vielen ihrer Freunde hegt sie grosse Sympathien dafür ‒ wohl auch deshalb, weil ein Teil ihrer Familie in der Westschweiz lebt. Ihr Französischlehrer in der Sekundarschule vermochte sie jedoch sprachdidaktisch nicht zu überzeugen. «Ich hab mir damals gesagt, dass ich das viel besser könnte», so Aline Bonifay. Damit war die Idee geboren, Französisch-Lehrerin zu werden. Nebst Französisch gehören Deutsch, Musik (Cello, Klavier) sowie Religion und Kultur zu ihren Fächern an der PH Zürich. Ihr gefällt die Ausbildung, sie fühlt sich zu jeder Zeit gut beraten. Insbesondere den frühen Praxisbezug erachtet sie als wichtig und gut. Den Spagat zwischen Studium und Start-up findet sie keinesfalls hinderlich. Denn schliesslich gehe es an beiden Orten um die Vermittlung von Werten wie beispielsweise Rücksicht oder Fairness.

Cécile Oberholzer ist Redaktorin in der Abteilung Kommunikation an der PH Zürich.

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