Digitale Kompetenz

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Sind digitale Medien gut oder schlecht? Während Manfred Spitzer 2012 die digitale Demenz postulierte, setzen sich Werner Hartmann und Alois Hundertpfund mit dieser Frage gar nicht auseinander, sie orientieren sich an der Realität. Anhand zehn ausgewählter Kompetenzen zeigen die Autoren, dass guter Unterricht selbst in einer digitalisierten Gesellschaft nicht ausschliesslich vom Einsatz möglichst vieler Tools oder technischem Know-how abhängig ist. Vielmehr geht es um grundlegende Konzepte im Umgang mit digitalen Medien, um Kreativität, Urteilsfähigkeit und Selbstbestimmung. Hier wollen sie Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Arbeit bestärken. So folgt in jedem Kapitel nach Erläuterungen zur jeweiligen Kompetenz die Frage, was Lehrpersonen in diesem Zusammenhang wissen und können müssen, veranschaulicht durch Praxisbeispiele und weiterführende Informationen auf der Website http://digitalekompetenz.ch.

Dieser Titel in der Bibliothek der PH Zürich

W. Hartmann, A. Hundertpfund. Digitale Kompetenz: Was die Schule dazu beitragen kann.
Bern: hep verlag, 2015. 171 Seiten.

2 thoughts on “Digitale Kompetenz”

  1. “… zeigen die Autoren, dass guter Unterricht selbst in einer digitalisierten Gesellschaft nicht ausschliesslich vom Einsatz möglichst vieler Tools oder technischem Know-how abhängig ist …”

    Doch doch. Ausschliesslich. Guter Unterricht ist handlungsorientiert. So kann eine Vorlesung an einer Uni durchaus auch gut sein, wenn der Inhalt die ZuhörerInnen zum Handeln treibt – seien dies vorlesungsbezogene Notizen, seien dies belanglose WhatsApp-Nachrichten.

    Im kontrolliert-regulierten Unterricht in der Volksschule will dieses Handeln ausschliesslich etwas mit dem gegebenen Thema zu tun haben. Werkzeuge wie Bleistift, Zirkel und Duden wollen ausschliesslich themenbezogen eingesetzt sein. Mit dem Bleistift wird deshalb nicht getrommelt, mit dem Zirkel nicht Mädchen gestupft und der Duden nicht mit Eselsohren ausstaffiert.

    1995 gab der Kant. Lehrmittelverlag Rolf Rimensberger’s “Einführung Informatik” heraus. Der mehr als 100 lose Blätter umfassende Ordner teilt die Informatik in die Kapitel “Hardware und Software”, “Das Betriebssystem Windows 95”, “Word”, “Excel” und “Paint”. Eine Fülle von handlungs- und kompetenz-orientierten Aufgaben lassen die Lehrperson im Computerraum schon 1995 zum Lernbegleiter, zum Lerncoach werden.

    2016 werden die VolksschullehrerInnen in meinem Wohnkanton anlässlich einer kant. Impulsveranstaltung zum Lehrplan 21 auf eine digitale Schnitzeljagd geschickt. Allein oder in Gruppen konnten sie sich mittels der vorgegebenen und vorgängig-installierten App über die vorgegebenen Stationen “wissend machen”. So wussten sie z.B. nachher, dass das Schloss 1728 erbaut, vom Schlossherr aber nie bewohnt wurde.

    Was ist in Sachen digitaler Bildung methodisch-didaktisch schiefgelaufen in diesen letzten 20 Jahren? Warum haben die besagten VolksschullehrerInnen nicht den Auftrag erhalten, eine digitale Schnitzeljagd zu produzieren und zu teilen? Ja, warum eigentlich nicht?

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