Vielschichtige Kooperation zwischen Asien und der Schweiz

Die PH Zürich unterhält mit einer Reihe von asiatischen Universitäten Kooperationen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit zeigen sich immer wieder interessante Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Asien und der Schweiz in den Bereichen Schule und Lehrerbildung.

Internationalisierung und damit die Kooperation mit Bildungsinstitutionen anderer Länder ist ein wichtiger Bestandteil der Lehrerinnen- und Lehrerbildung der PH Zürich. Dazu gehört beispielsweise der Studierendenaustausch. Wichtigstes Ziel dieser Auslandaufenthalte ist die Verbesserung der Sprachkompetenzen. Ebenso bedeutsam ist jedoch der Erwerb von interkulturellen Kompetenzen: Lehrpersonen mit Kenntnissen von anderen Kulturen, Religionen und Sprachen verstehen die Herausforderungen und Probleme im schulischen Alltag von Kindern mit migrationsbedingtem Hintergrund besser und passen den Unterricht auf die Bedürfnisse dieser Kinder an.
Unterstützung erhalten die Austauschstudierenden vom International Office der PH Zürich, das ihnen unter anderem bei der Vermittlung von Studienplätzen in einer der rund 70 Partneruniversitäten der PH Zürich hilft. Eine dieser Universitäten ist das Hongkong Institute of Education (HKIEd), eine der renommiertesten Lehrerbildungsinstitutionen in Asien. Das Angebot stösst auf grosses Interesse. Derzeit sind zwei Studierende des HKIEd in einem Austauschsemester an der PH Zürich, während drei PHZH-Studierende in Hongkong weilen. In der Schweiz erhalten die Studierenden einen Einblick in den Unterricht in heterogenen, multikulturellen Klassen. Ziel ist es, dass die Studierenden die Herausforderungen im Klassenzimmer selbst erleben. In Hongkong setzen sich die Studierenden der PH Zürich mit dem asiatischen Bildungssystem auseinander, das aus Sicht der Schweiz sehr stark auf die Klassengemeinschaft und auf intensives Lernen ausgerichtet ist.

Praxiserfahrungen wirken sich positiv aus
Die Kooperation findet auch auf anderen Ebenen der Hochschule statt. Anlässlich einer vom Zentrum für Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung der PH Zürich organisierten Studienreise nach Hongkong und Shanghai hat eine Delegation von Dozierenden der PH Zürich kürzlich das HKIEd besucht. Dabei stellten Forschende des HKIEd Forschungsergebnisse über die Motivation ihrer Studierenden für das Studium zur Lehrperson zur Diskussion: Hongkonger Studierende, die dieses Studium als zweite Wahl erachteten, entwickelten durch Praxiserfahrungen und Reflexion ein hohes pädagogisches Interesse, was sich positiv auf ihre Motivation auswirkte. Untersuchungen der PH Zürich hatten ähnliche Motivationsmuster für die Schweiz gezeigt. Ein anderer Vergleich zeigt, dass in Hongkong im Unterschied zur Schweiz ein akuter Lehrerüberfluss besteht. Die Herausforderungen in diesem Zusammenhang sind nächstes Jahr Gegenstand eines gemeinsamen Symposiums. Ebenso wird eine Forschungskooperation folgen zwischen der PH Zürich und dem HKIEd zum Thema Berufsmotivation und Kompetenzentwicklung.
Teil der Reise war auch ein Schulbesuch im Hinterland in Richtung chinesische Grenze. Die Rektorin führte die Gäste herum und zeigte stolz den Sportplatz und die Kletterwand, die vor allem für Kinder mit Aufmerksamkeitsproblemen eingesetzt wird. Dabei zeigte sich eine weitere Parallele zur Schweiz. So bewegen sich viele Hongkonger Kinder zu wenig im Alltag und haben Aufmerksamkeitsprobleme. Ein Mittel dagegen sei, den Kindern zu ermöglichen, ihren Bewegungsdrang auszuleben – zum Beispiel an der Kletterwand.

Christine Bieri ist Zentrumsleiterin in der Forschungsabteilung der PH Zürich.

Barbara Nafzger ist Bereichsleiterin und Austauschkoordinatorin im International Office der PH Zürich.

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