Das «Gedächtnis der Volksschule»

Die Stiftung Pestalozzianum hat ein Projekt für den Erhalt, die Erschliessung und die Nutzung ihrer umfangreichen Sammlungen entwickelt. Nun erhält sie gut sieben Millionen Franken aus dem Lotteriefonds des Kantons Zürich für dessen Umsetzung. Wichtige Partner sind die PH Zürich und externe Fachpersonen.

Die «Sammlungen Pestalozzianum» umfassen unter anderem 65000 Kinder- und Jugendzeichnungen. Foto: Reto Klink.

Die «Sammlungen Pestalozzianum» umfassen unter anderem 65000 Kinder- und Jugendzeichnungen. Foto: Reto Klink.

Historische Bücher und Handschriften, Kinderzeichnungen, historische Glasdias, Schulwandbilder, Protokolle und vieles mehr: Die «Sammlungen Pestalozzianum» sind ein Archiv der kantonalzürcherischen Bildungsgeschichte von besonderem Wert und Ausmass. Dieses «Gedächtnis der Volksschule» befindet sich im Besitz der Stiftung Pestalozzianum, unterhalten und genutzt wird es im Rahmen eines Vertrags durch die  PH Zürich.
Wichtige Bildungsfragen – Was heisst lernen? Wer soll dabei mitreden dürfen? – können nur im Bewusstsein fruchtbar diskutiert werden, dass Bildung, Politik, Gesellschaft und Kultur schon immer miteinander vernetzt waren. Die «Sammlungen Pestalozzianum», die sich im Dreieck der Person J. H. Pestalozzis, der Volksschule und des Trägerkantons Zürich entfalten, dokumentieren dies auf eindrückliche Weise.

Kantonsrat bewilligte Projekt einstimmig
Die Herkunft der Volksschule ist also deren Zukunft: Von dieser Überzeugung lässt sich die Stiftung Pestalozzianum leiten. Der Kanton, die Vorgänger-Institution «Pestalozzianum» und die PH Zürich haben der Stiftung vor mehr als zehn Jahren die auch international beachtlichen Sammlungen überlassen. Die Stiftung fördert den Dialog zwischen Bildungswesen und Öffentlichkeit mit Preisen, Podien, Publikationen und nun mit diesem grösseren Projekt. In zwei Antragsphasen (2013 und 2014) wurde das Projekt im Umfang von 7,1 Millionen Franken entwickelt und beim Lotteriefonds beantragt. Es wurde Ende April 2015 vom Zürcher Kantonsrat einstimmig genehmigt.

Sanieren, erschliessen und nutzbar machen
Das in fünf  Teilprojekte gegliederte Grossprojekt nimmt konkret folgende Aufgaben in Angriff: Das mit über 65 000 Zeichnungen bestückte «Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung» wird inhaltlich vollständig erschlossen, digitalisiert und für die Online-Nutzung zugänglich gemacht. Eine grosse Sammlung von historischen visuellen Unterrichtsmedien (Glasdias, Schulwandbilder und -karten) werden ebenfalls vollständig erfasst und digital zugänglich gemacht. Vor- und Nachlässe von bekannten Zürcher Pädagogen und Pestalozzi-Forschenden werden durch Findmittel erschlossen und teilweise digitalisiert und transkribiert. Vom Verfall bedrohte oder beschädigte wertvolle Bücher werden restauriert und entsäuert. Die umfassenden Arbeiten an den Beständen werden auch Anlass für vermittelnde Tätigkeiten wie Ausstellungen, Führungen, Faksimiles und Publikationen geben. So kann eine breite Öffentlichkeit auf verschiedenen Kanälen von den Sammlungen profitieren.

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