«The Invisible Hand» – oder doch nur fauler Zauber?

Ausstudiert - die Studierendenkolumne

Ausstudiert – die Studierendenkolumne

Ich als kleiner Schweizer Bürger, der eigentlich kaum eine Ahnung von den komplexen Zusammenhängen der Weltwirtschaft hat, bin doch sehr froh, dass unsere wirtschaftliche und politische (worin be-
steht schon wieder der Unterschied?) Führungsriege bei jeder Krise einen eigens dafür zugeschnittenen Massnahmenplan erarbeitet. Dabei scheint das Patentrezept auch im Jahre 2015 wieder dasselbe zu sein, nämlich so viel Cash in Umlauf zu bringen wie nur irgendwie möglich. Diese Abermilliarden Euros und Dollars, so die Theorie, kurbeln automatisch die Wirtschaft an, was wiederum zu mehr Wohlstand führt, welcher dann von der ominösen «invisible hand», die den Markt reguliert, auf zauberhafte Art und Weise ge-
recht verteilt wird, damit auch ja alle davon profitieren, die sich genug anstrengen. Oder anders ausgedrückt: «Vögeli friss oder stirb!»

Ich als kleiner Schweizer Bürger bin den «Masters of Eco-
nomics» auf jeden Fall dankbar, dass sie das Schicksal unserer
Welt sorgsam in ihren «invisible hands» halten. Und doch quälen mich bisweilen Fragen, wenn ich abends im Bett liege und die Tages-
schau Revue passieren lasse: Inwiefern ist ein System sinnvoll, an dessen Spitze Leute stehen, die in höchstem Masse von
den darin herrschenden Missständen profitieren? Und sind diese Missstände nur ein Fehler im System oder ist vielleicht doch das System der Fehler?

Gabriel M. Sánchez, Student auf der Sekundarstufe I und Tutor im Schreibzentrum der PH Zürich

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