«Die Situation hat sich etwas beruhigt»

Kathrin Futter, Stabsstelle «Berufspraktische Ausbildung» an der PH Zürich

Akzente: Durch die Zunahme der Anzahl Studierender hatte die PH Zürich im vergangenen Jahr einen Mangel an Praxislehrpersonen zu verzeichnen. Wie ist der Stand heute?

Futter: Die von uns eingeleiteten Massnahmen haben gegriffen. Wir konnten unter anderem dank der Unterstützung des Volksschulamtes und mit Hilfe von Aufrufen in unseren Kommunikationskanälen sowie an Veranstaltungen neue Praxislehrpersonen gewinnen. Einen wichtigen Anteil am Erfolg haben auch die zwei neuen Kooperationsschulen, welche mit uns zusammenarbeiten. Etwa die Hälfte der neuen Praxislehrpersonen ist an einer dieser Kooperationsschulen tätig. Wir konnten aber auch ebenso viele neue Praxislehrpersonen ausserhalb der Kooperationsschulen ausbilden. Dennoch freuen wir uns weiterhin über jede neue Bewerbung. Die Praxislehrpersonen längerfristig an die PH Zürich zu binden und die Zusammenarbeit noch zu intensivieren, wird eine Herausforderung bleiben.

Akzente: Wer kann sich als Praxislehrperson bewerben?
Futter: Alle Lehrpersonen, die ein Lehrdiplom der Zielstufe besitzen und seit mindestens drei Jahren zu 50 Prozent im Beruf tätig sind. Sobald sie von der PH Zürich nach einem Unterrichtsbesuch als Praxislehrperson aufgenommen worden sind, besuchen sie ein zweieinhalbtägiges Einführungsmodul. Ihre Aufgabe besteht darin, Studierende der PH Zürich in der berufspraktischen Ausbildung zu begleiten, deren Kompetenzaufbau zu unterstützen und zu beurteilen, zum Beispiel bei der Abnahme von Diplomprüfungen.

Akzente: Was sind mögliche Anreize für Lehrpersonen oder Schulen, mit der PH Zürich als Praxislehrperson oder Kooperationsschule zusammenzuarbeiten?
Futter: Ein wichtiger Grund für ein Engagement als Praxislehrperson ist einerseits die Möglichkeit Studierende in den Lehrberuf einzuführen und ihnen das eigene Professionswissen weiterzugeben, aber auch von der Zusammenarbeit mit den Studierenden für die eigene Unterrichtstätigkeit zu profitieren. Andererseits sind die (fachdidaktischen) Weiterbildungen an der PH Zürich, während Studierende die Klassen der Praxislehrpersonen unterrichten, ein Anreiz. Ein weiterer Vorteil besteht im Austausch und Kontakt mit anderen Praxislehrpersonen und Dozierenden. Praxislehrpersonen sind wichtige Bindeglieder zwischen unserer Hochschule und dem Schulfeld. Dies gilt auch für die Kooperationsschulen. Diese bestehen in der Regel aus mehreren Schulhäusern einer Schulgemeinde. Das Modell der Kooperationsschulen hat sich in den vergangenen Jahren gut bewährt, und wir überlegen uns, ob es sich allenfalls noch erweitern liesse.

Akzente: Worum geht es dabei?
Futter: In den Kooperationsschulen absolvieren die Studierenden ihre Praktika – jedoch nur im ersten Studienjahr. Eine Idee könnte sein, das Modell auf das gesamte Studium auszuweiten. Dies, um mehr Kontinuität in die berufspraktische Ausbildung zu bringen und die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Schulpraxis nochmals zu intensivieren. Wir stehen jedoch noch ganz am Anfang einer möglichen Weiterentwicklung.

Akzente: Was können Schulen unternehmen, wenn sie Interesse an einer Mitarbeit als Kooperationsschule haben?
Futter: Am besten setzen sie sich direkt mit mir in Verbindung: kathrin.futter@phzh.ch | 043 305 52 78

Weitere Informationen: phzh.ch/berufspraxis

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