«Die Zusammenarbeit beginnt mit dem ersten Kontakt»

Worauf legen Lehrerinnen und Lehrer Wert bei der Zusammenarbeit? Welche Erwartungen haben Studierende? Und wie setzen sich Elterngremien ein? Eine Kindergärtnerin, eine Studentin und die Präsidentin eines Elternteams schildern ihre Erfahrungen.

Einbezug von Kindern in Elterngespräche
«Ich habe in einer Vertiefungsarbeit im Rahmen meiner Ausbildung an der PH Zürich den Fokus auf die Frage nach dem Einbezug von Kindern in Elterngespräche gelegt. Ein Teil der Arbeit bestand aus verschiedenen Gesprächen mit Lehrpersonen über ihre Praxis in diesem Zusammenhang. Es zeigte sich, dass sie dies je nach Stufe und Inhalten der Gespräche sehr unterschiedlich handhaben. Ich persönlich sehe einige Vorteile darin, wenn das Kind dabei ist. So zeigen die Lehrperson und die Eltern, dass sie ihm etwas zutrauen und es ernst nehmen. Seine Perspektive kann auch wichtig sein zur Beurteilung einer spezifischen Situation.
Wichtig ist, dass man das Kind gut vorbereitet und ihm im Gespräch gleich am Anfang die Gelegenheit gibt zu erzählen. Eine vertrauensvolle Atmosphäre ist dabei entscheidend. Gerade Konflikte sollten jedoch nicht im Beisein der Kinder besprochen werden. Der Gesprächsverlauf ist nicht immer bis ins Detail planbar. In unvorhergesehenen Situationen ist wohl die Erfahrung einer Lehrperson zentral, beispielsweise wenn eine Konfliktsituation plötzlich zu eskalieren droht.»

Vera Lichtenstein, Studentin Studiengang Kindergarten-Unterstufe an der PH Zürich.

Elterngespräch als zentrales Element
«Die Zusammenarbeit mit den Vätern und Müttern beginnt mit dem ersten Kontakt. Es ist mir wichtig, möglichst rasch ihr Vertrauen zu gewinnen. Für viele Kinder ist der Kindergartenstart der erste grosse Schritt weg von zu Hause. Diese Situation ist für viele Eltern nicht ganz einfach. Eine wichtige Funktion bei meiner Arbeit hat das Elterngespräch. Die Eltern sind dabei teilweise nervös, darum beginne ich das Gespräch immer mit einer positiven Bemerkung und zeige ihnen, dass ich für alle ihre Anliegen ein offenes Ohr habe.

Eine besondere Herausforderung sind Gespräche mit fremdsprachigen Eltern. Oft weiss ich vor dem Treffen nicht genau, ob und wie gut diese Deutsch können. Mit der Zeit lernt man die Eltern besser kennen, das vereinfacht die Zusammenarbeit. Teilweise nehme ich auch die Funktion einer Beraterin ein. Tipps sind häufig willkommen, jedoch nicht immer. Sie dürfen nicht als Eingriff in die Privatsphäre gewertet werden können. Als Lehrperson überlege ich sehr genau, wie ich meine Anliegen anbringe.»

Norina Allemann, Kindergärtnerin in Zürich-Oerlikon.

Schwerpunkt beim Berufswahlprozess
«Wir unterstützen mit unserer Arbeit die Kinder und gleichzeitig die Lehrpersonen – an Anlässen wie dem Sporttag oder bei der Organisation von Veranstaltungen. Der Schwerpunkt in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern liegt beim Berufswahlprozess. Beispielsweise erhalten alle die Gelegenheit, in der 2. Sek in einem Rollenspiel mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen aus der Umgebung ein Vorstellungsgespräch zu üben. Anschliessend erhalten sie von uns ein ausführliches Feedback.
Weiter bieten wir in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit Kurse für Eltern an, beispielsweise zum Thema Social Media. Diese Angebote werden sehr geschätzt. Zudem sind wir auch an Elternabenden präsent – um unser Angebot vorzustellen und neue Mitglieder zu suchen. Eltern, die mithelfen wollen, können sich in einer Liste eintragen. Im Elternteam sind zwei Lehrpersonen vertreten. Dieser Kontakt ist wichtig. Unser Engagement ist mit einigem Aufwand verbunden, der sich jedoch lohnt. Wir erhalten Einblick in den Schulalltag und lernen die Lehrpersonen besser kennen.»

Marianne Hofstetter, Präsidentin des Elternteams an der Sekundarschule Birmensdorf.

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