Die Masterarbeit

Dass Autos explodieren können, weiss ja fast schon jedes Kind. Woher es das aber weiss, nämlich aus den Hollywood-Blockbustern und aus dem Fernsehen, wirft ein eher schräges Licht auf die Filmbranche: In Tat und Wahrheit können Autos gar nicht explodieren. Und genau um dieses wissenschaftliche Halbwissen geht es Kai Kessler und Samuel Schäfer in ihrer Masterarbeit «James Bond als Vermittler naturwissenschaftlicher Konzepte? Wie gehen Jugendliche mit naturwissenschaftlichen Fehldarstellungen im Genre Actionfilm um?». Es gibt aber auch weitere Szenen, gerade in James-Bond-Filmen, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Auf der Suche nach Antworten stiessen die Studierenden auf den Physikprofessor Metin Tolan der technischen Universität Dortmund. Er untersucht die physikalische Machbarkeit der James-Bond-Filme und erklärt unrealistisch wirkende Szenen mit naturwissenschaftlichen Gesetzen in einer verständlichen Alltagssprache.

Kai Kessler und Samuel Schäfer sind bekennende Filmliebhaber und die Naturwissenschaften haben es ihnen angetan. Kai Kessler: «Diese Kombination aus Spielfilm und Naturwissenschaften hat uns so gut gefallen, dass wir unsere Masterarbeit darauf aufgebaut haben.» Mit ihrer Masterarbeit wollen sie einen Beitrag zur Vernetzung von naturwissenschaftlichen Gesetzen und Theorien mit medialen Informationen aus Kino und Fernsehen leisten. Die Verknüpfung dieser beiden Themen und deren Einfluss auf Schülerinnen und Schüler ist ein weitgehend unerforschtes Gebiet. Denn gerade Schülerinnen und Schüler nehmen ihr bewusst oder unbewusst wahrgenommenes Wissen aus Film und Fernsehen mit in die Schule, und es beeinflusst den Lernprozess. «Wir untersuchen in unserer Arbeit, welche Szenen aus Spielfilmen für Schülerinnen und Schüler glaubhaft sind und welche Informationen und Schlüsse sie daraus ziehen», erklärt Samuel Schäfer. Dies unter Einbezug der Tatsache, dass Filme immer ein Mix aus Fiktion und Wirklichkeit sind und nicht alles für bare Münze genommen werden kann. Beide Studierenden sind davon überzeugt, dass das Medium Spielfilm im Unterricht eingesetzt werden muss, und sie zeigen auf, wie es sich mit den Naturwissenschaften kombinieren lässt.

Der erste Teil der Masterarbeit beinhaltet den literaturbasierten theoretischen Teil. Im empirischen zweiten Teil folgt die Analyse der qualitativen Untersuchung von Meinungen und Ansichten, die Schülerinnen und Schüler anhand ausgewählter Spielfilmszenen entwickelten. Diese Untersuchung fand in zwei Gruppen, bestehend aus je sechs Probandinnen und Probanden aus der 7.–9. Klasse, statt. Im dritten Teil folgen die Diskussion und die Interpretation der Ergebnisse. Die beiden Studierenden zeigen in ihrer Masterarbeit auf, dass der Einfluss von Spielfilmen auf die Bildung von Konzepten und Vorstellungen bei Jugendlichen stark ist. Alltagserfahrungen sind dabei prägend. Kai Kessler und Samuel Schäfer ziehen daraus den Schluss, dass Schülerinnen und Schüler die einzelnen Szenen vor allem anhand alltagstauglicher Erfahrungen einschätzen. Falls eine Szene keine Alltagsbezüge zulässt, kann die Spielfilmszene neues Wissen vermitteln.

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Die Masterarbeit von Kai Kessler und Samuel Schäfer zum Herunterladen: James Bond als Vermittler naturwissenschaftlicher Konzepte

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