Praxislehrpersonen vermitteln zwischen Praxis und Theorie

Praxislehrpersonen begleiten und unterstützen Studierende der PH Zürich in der berufspraktischen Ausbildung. Die Aufgabe, Wissen und Können zu verbinden, ist vielseitig und anspruchsvoll.

Lernprozesse von Studierenden werden sowohl an den Pädagogischen Hochschulen als auch in Praktika an Schulen initiiert. Dabei müssen Studierende ihr erworbenes theoretisches Wissen mit ihren praktischen Lernerfahrungen in Einklang bringen, was sowohl für die Studierenden als auch für die Praxislehrpersonen keine einfache Aufgabe ist. Praxislehrpersonen betreuen und unterstützen Studierende in den Praktika, beurteilen aber auch ihren Kompetenzzuwachs als Lehrpersonen.

Praxislehrpersonen sind matchentscheidend

In der Ausbildung von Lehrpersonen wird dem Praktikum eine Schlüsselrolle zugeschrieben und die berufspraktische Ausbildung als Kernbereich der Lehrerinnen- und Lehrerbildung verstanden. Bruno Kaufmann, viele Jahre selbst Sekundar-Praxislehrer und heute Bereichsleiter der Berufspraktischen Ausbildung Sekundarstufe I an der PH Zürich, sagt, dass dabei die Praxislehrpersonen absolut «matchentscheidend» seien. Je besser die Studierenden begleitet werden, desto eher gelingen der Kompetenzaufbau und die zentrale Verknüpfung von Theorie und Praxis.

Praxislehrpersonen werden aufgrund eines Bewerbungsverfahrens sorgfältig ausgesucht. Sobald sie ihre Tätigkeit aufgenommen haben, besuchen sie an der PH Zürich ein zweieinhalbtägiges Einführungsmodul. Aufgrund der hohen Studierendenzahlen besteht zurzeit ein grosser Bedarf an Praxislehrpersonen. Es ist jedoch nicht ganz einfach, ausreichend erfahrene und versierte Lehrpersonen zu finden, die bereit sind, Studierende während mehrerer Wochen zu begleiten und zu betreuen. Dies, obwohl die Aufgabe einige Vorteile mit sich bringt, wie Regula Franz, Co-Bereichsleiterin der Berufspraktischen Ausbildung Primarstufe an der PH Zürich, sagt: «Es ist möglich, stufenspezifische Weiterbildungen zu besuchen, während die Studierenden an der eigenen Klasse unterrichten. So erhalten die Praxislehrpersonen neue didaktische Impulse.» Auch der Austausch mit anderen Praxislehrpersonen und PHZH-Dozierenden an den Weiterbildungstagen ist anregend. Zudem stellt der intensive Dialog mit den Studierenden während der Praktika mit den entsprechenden Vor- und Nachbesprechungen des Unterrichts oft eine Bereicherung dar.

Verschiedene Formen von Berufspraktika

In der Schweiz hat die berufspraktische Ausbildung eine lange Tradition. Die Vorgaben der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) für die Anerkennung von Hochschuldiplomen verlangen, dass für Lehrkräfte der Sekundarstufe I mindestens 15 Prozent der gesamten Ausbildungszeit für die berufspraktische Ausbildung aufgewendet werden sollen, für die Primar- und Eingangsstufe sind es mindestens 20 Prozent. Als berufspraktische Studien gelten sowohl einzelne Unterrichtsbesuche als auch Tages- oder Wochenpraktika. An der PH Zürich werden beide Formen angeboten. Tagespraktika finden während des 1. Studienjahres in knapp zwei Dutzend Kooperationsschulen mit über 100 Schulhäusern statt, in welchen gut 350 Praxislehrpersonen aller Stufen die rund 600 Studierenden der PH Zürich betreuen. Das erste mehrwöchige Praktikum findet nach dem ersten Semester statt und wird als Zweierpraktikum an einer Kooperationsschule absolviert, wobei die Kooperationsschulleitenden wichtige Bindeglieder zwischen der PH Zürich und den Praxislehrpersonen sind. Ab dem zweiten Studienjahr werden die Praktika in der jeweilig gewählten Stufe (Kindergarten, Primar- oder Sekundarstufe) absolviert, und die konkrete Ausgestaltung der Wochenpraktika ist je nach Stufe verschieden, damit die stufenspezifischen Lernprozesse der Studierenden bestmöglich unterstützt werden können.

Kathrin Futter ist Dozentin und Leiterin Stabsstelle Konzeption und Koordination Berufspraktische Ausbildung an der PH Zürich.

Weitere Informationen:
phzh.ch/berufspraxis

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