Personalentwicklung: Strukturiert und transparent zum Erfolg

Die meisten Schulen beschäftigen sich heute mit Fragen zur Personalentwicklung. Schlüssige Antworten darauf fehlen jedoch vielerorts noch. Hier setzt ein neues Angebot der PH Zürich an.

Das Thema Personalentwicklung ist in den Schulen angekommen. «Vielen Schulleitenden ist es jedoch gar nicht bewusst, dass das, was sie machen, Personalentwicklung ist», sagt Cornelia Knoch, Dozentin im Bereich «Management und Leadership» an der PH Zürich. Überlegungen zu den Themen Weiterbildung oder Mitarbeitendengespräch oder darüber, wie die Schule passende Lehrpersonen finden kann – all das sei Teil der Personal-
entwicklung. Arbeiten Schulleitende dabei jedoch ohne ein auf ihre Schule angepasstes Personalentwicklungskonzept, das eine Struktur gibt und die Transparenz der Grundsätze und Massnahmen sicherstellt, besteht die Gefahr, dass die investierte Zeit verloren geht.

Mit dem neuen Angebot «Think Tank» unterstützt die PH Zürich Schulen dabei, ihre Personalentwicklung weiterzubringen. Das Angebot ist individuell auf die Bedürfnisse der Schule ausgerichtet. In der Regel wird die Unterstützungsleistung in der Schule erbracht und kann beispielsweise aus einem Round Table zwischen Schulpräsidenten, Schulleitenden und Vertreterinnen und Vertretern des Lehrpersonenteams bestehen. «Aus Erfahrung wissen wir, dass die Schulen unterschiedlich weit fortgeschritten sind in ihrer Personalentwicklung. Die Schulleitenden beschäftigen sich mit den verschiedensten Fragen», sagt Cornelia Knoch. Dementsprechend bietet das Angebot zahlreiche Möglichkeiten: Schulleitende können sich zum Beispiel an die PH Zürich wenden für eine erste Bestandsaufnahme oder um eine Wertediskussion anzustossen als tragende Säule der Personalentwicklung einer Schule. Ein mögliches Thema ist auch die Kommunikation eines Konzepts im Lehrpersonenteam.

Leitbild der Schule als Basis
Mit diesem letztgenannten Aspekt hat sich Reto Wegmüller, Schulpflegepräsident in Rifferswil, im Rahmen der Umsetzung seines Personalentwicklungskonzeptes auseinandergesetzt. Ausschlaggebend zur Entwicklung des Konzepts waren insbesondere Wegmüllers Bestrebungen, die Personalarbeit zu professionalisieren und die zahlreichen guten Elemente schriftlich zusammenzuführen und zu ergänzen. «Hier hat uns der Schuh gedrückt», sagt er. «Ich habe mich mit der Schulleiterin zusammengesetzt, wir haben unsere Ideen und Anliegen besprochen, diese anschliessend der Schulbehörde vorgestellt und von ihr die Ermächtigung eingeholt, ein Konzept zu erstellen.» Den ersten Entwurf habe er danach mit dem Leitbild der Schule als Basis erstellt. Gleichzeitig wurden die Mitarbeitenden der Schule über das Vorgehen informiert.

Rückhalt bei Mitarbeitenden
Nach der Erarbeitung des Entwurfs wurde dieser der Schulbehörde und den Mitarbeitenden in der Schule vorgestellt. Die Mitarbeitenden hatten in der folgenden Vernehmlassung die Gelegenheit, Änderungsvorschläge anzubringen. Sie wurden dabei explizit auf heikle Punkte hingewiesen. Nach einem Monat traf man sich wieder, besprach die eingebrachten Anliegen, und Reto Wegmüller baute diese anschliessend in das Konzept ein. «Wir haben die Mitarbeitenden nicht nur angehört, sondern klärende Gespräche über Werte geführt und gleichzeitig konkrete Vorschläge teilweise übernommen oder Umformulierungen eingebaut. Das erscheint mir wichtig für den Erfolg eines solchen Konzepts. Die Leute müssen dahinterstehen, sonst ist der Einsatz nutzlos.» Diese Erkenntnis bestätigt Cornelia Knoch: Eine sorgfältige Kommunikation sei ein wichtiger Baustein für den Erfolg eines Personalentwicklungskonzepts. «Wird dieses von oben herab verordnet, fehlt häufig der Rückhalt bei den Mitarbeitenden. Die Lehrpersonen müssen den Nutzen der Personalentwicklung für sich erkennen können.»

Das Personalentwicklungskonzept an der Schule Rifferswil ist seit Januar dieses Jahres in Kraft. Rückblickend zeigt sich Reto Wegmüller zufrieden. «Ich denke, wir haben den richtigen Weg gewählt.» Geholfen haben ihm dabei auch Gespräche mit externen Personen. «So konnte ich meine Rolle hin und wieder verlassen und ungeklärte Fragen offener angehen.»

Weitere Informationen zum Angebot «Think Tank»: http://tiny.phzh.ch/thinktank

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