Arbeiten mit Tablets in der Schule: Ergebnisse von Studierenden im Rahmen eines Forschungsmoduls

 

Eine Gruppe von Studierenden der Primarstufe an der PH Zürich ist im Rahmen eines Forschungsmoduls in der Ausbildung dem Potenzial von Mobilgeräten nachgegangen. Die Studierenden haben fünf Schulklassen im Unterricht bei der Arbeit mit iPads beobachtet und haben die Schülerinnen und Schüler befragt. Wie erwartet wird viel mit Trainings-Apps gearbeitet, wogegen grundsätzlich nichts einzuwenden ist. Die Studierenden wollten aber darüber hinaus wissen, inwiefern auch kreatives Arbeiten und kollaborative Unterrichtssettings mit Tablets Potenzial entwickeln und haben entsprechende Lektionen vorbereitet und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen in eine bekannte Richtung: Die Wirkung ist mehr von der Lehrperson abhängig, weniger vom Medium.

Übungen mit Trainings-Apps kommen in allen fünf besuchten Schulklassen vor, zeigt die kleine Erhebung der Studierenden. Onlinerecherchen werden in drei Klassen durchgeführt. Für kreatives Arbeiten (Zeichnen, Fotografieren, Bild- und Audiobearbeitung) wurden die iPads in zwei Klassen eingesetzt. (Siehe Bericht Seite 4). In der Folge setzten die Studierenden ihre Schwerpunkte beim Erstellen eigener Inhalt durch die Schülerinnen und Schüler. Entstanden sind fünf Unterrichtsszenarien, welche die Anwendungsvielfalt von Tablets für den Unterricht widerspiegeln: «Zeichnen mit dem Tablet», «Kreativer Umgang mit Sprache», «Eine Präsentation erstellen», «Schreiben einer Fotostory» und «Stop-Motion Film». Die Unterrichtsszenarien und die Auswertung ihrer Wirkungen sind im Abschlussbericht ab Seite 10 dokumentiert. Die detaillierten Evaluationsraster stehen im Anhang des Berichts zur Verfügung.

Das Modul fand im Rahmen von «Forschung und Entwicklung in der Ausbildung» unter der Leitung von Simon Baumgartner und Jürg Fraefel statt. Es soll den Studierenden Einblick in Forschungsarbeit geben, umfassende Forschungsergebnisse würde da niemand erwarten. Oft wurden einfach bereits vorhandene Forschungsergebnisse bestätigt, so zum Beispiel, dass erfolgreiches Arbeiten mit Tablets nicht vom Medium selbst abhängt, sondern wesentlich vom zielorientiert gestalteten Unterricht und von der Begleitung durch die Lehrpersonen. Engagierte und vom Medium faszinierte Lehrpersonen können mit Tablets überzeugenden Unterricht gestalten. Davon spricht auch eine Lehrperson in einem Interview mit den Studierenden. Dieses ist in der Präsentation (als iBook verfügbar) zu hören.

Download Publikation (PDF)

Download Präsentation (iBook-Format für das iPad mit Film, Audio und Fotoserien)

5 Gedanken zu „Arbeiten mit Tablets in der Schule: Ergebnisse von Studierenden im Rahmen eines Forschungsmoduls“

  1. Danke für informativen link.
    Ich bin Lehrer am Berufskolleg für Technik in Ahaus, Deutschland, NRW und teste den Einsatz von
    tablet-pc mit Android 4.1 im Mathematik-Unterricht auf OLPC mit Gerätekosten von unter 80 €.
    Als Dozent der Fachschule für Holztechnik habe ich 20 Jahre PC’s produktiv erfolgreich eingesetzt.
    Unsere Fachschulklassen arbeiten seit 3 Jahren mit eigenen Laptops BYOD (bring your owe device).
    PS. Unsere Fachschule ist ab 6.5.2013 auf der Messe Ligna Hannover mit einem eigene Messestand vertreten und am 8.5.2013 werden Projektarbeiten zum Thema „Tablet-Rahmen-Fertigung“ gezeigt.

  2. Gestern habe ich von einer Kollegin folgende Nachricht erhalten:

    „… Unsere Kantonsschule hat ja gerade ein iPad Projekt hinter sich, die Ergebnisse waren eher ernüchternd insofern, als die Schüler – im Gegensatz zu den beteiligten Lehrern- der Sache wenig abgewinnen konnten. Auch bezüglich des Einsatzes ihrer Smartphones im Unterricht sind die Schüler laut der von unsern Journalisten gemachten Umfrage skeptisch – skeptischer als die Lehrer – das Smartphone steht für ihre soziale und private Welt und sie haben wenig Lust, es für schulische Zwecke einsetzen zu müssen … Für die Schüler ist die Journalistenwerkstatt eine grosse Herausforderung – recherchiert haben sie ja schon einiges vorher, aber sie müssen viel Text schreiben und vor allem überarbeiten in den vier Tagen, die wir zu Verfügung haben…“

    Die genannte Ernüchterung erstaunt mich einerseits. Andererseits weiss ich, dass an Schulen, welche Mobile Devices im Unterricht einsetzen, der Unterricht meist beginnt mit: „Jetzt nehmt ihr alle mal bitte das iPad hervor und öffnet das …“ – ja, zugegeben, furchtbar!

    So sitzen auch besagte Gymnasiasten zur festgelegten (Unterrichts-) Zeit am festgelegten Ort (Computerraum) hinter riesigen Bildschirmen, um in Word ihre Texte zu schreiben, diese von Zeit zu Zeit auszudrucken, der Lehrerin zur Revision zu geben, die allfälligen Aenderungen zu übernehmen, … – ja, zugegeben, furchtbar!

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